HESO
Jugendzelt: Aus der Not geboren, aus erfolgreicher Tradition durchgeführt

VolumeTeer sorgt heuer zum fünften Mal für ein Jugendprogramm ab 16 an der HESO. Leitidee des ehrenamtlichen Vereins ist immer auch, lokale und regionale Akteure auf die Bühne und hinter die Turntables zu bringen.

Andreas Kaufmann
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Der Verein VolumeTeer betreut das Jugendzelt an der HESO: Im Team sind (v.l.) Roland Erb, Nina Stampfli, Catharina Bühlmann (Vereinspräsidentin),Mira Ducommun, Jonas Schmid und Ladina Schaller. Auf dem Bild fehlt Simone Leibundgut.

Der Verein VolumeTeer betreut das Jugendzelt an der HESO: Im Team sind (v.l.) Roland Erb, Nina Stampfli, Catharina Bühlmann (Vereinspräsidentin),Mira Ducommun, Jonas Schmid und Ladina Schaller. Auf dem Bild fehlt Simone Leibundgut.

Andreas Kaufmann

Jugendliche, die auf der St.-Ursen-Treppe herumlungerten, ihren mitgeschmuggelten Alkohol konsumierten oder am Rand des HESO-Areals irgendwas kurz und klein schlugen. Jugendliche, die im Nachtleben der HESO trotz Partylaune von Ü18- oder Ü20-Einlasslimits gestoppt wurden.

Diese «Sorgenkinder» riefen vor knapp zehn Jahren die Messeleitung und schliesslich auch andere kreative Kräfte auf den Plan: Der Verein «Kultuhrwerk» und die kantonale Suchtprävention hoben 2006 erstmals das Jugendzelt aus der Taufe, wohl damit die jüngere HESO-Besucherschaft ab 16 «süsch nüt Dümmers» anstelle. Neun Jahre später ist das Angebot längst keine Beschäftigungstherapie, kein Auffangbecken, keine flankierende Massnahme mehr – sondern ein Kultur- und Aktivitätenangebot, das zwar aus der Not geboren, aber aus erfolgreicher Tradition durchgeführt wird.

Tagsüber hat die Kinder- und Jugendförderung des Kantons seit 2008 die Federführung – mit einem reichhaltigen sportlichen und kreativen Angebot. Neu ist heuer die Präsentationsplattform, die sich regionalen Organisationen im Jugendbereich widmet. Diese erhalten die Möglichkeit, ihre Angebote in den Bereichen Kultur, Prävention, Sport, Politik oder Umwelt zu präsentieren, allerdings in Halle 11 («Housi’s Festbetrieb») statt im Jugendzelt: am Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr sowie heute Mittwoch von 13 bis 18 Uhr.

Heso 2012: Bilder vom Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt

Heso 2012: Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
13 Bilder
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt
Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt

Heso 2012: Hip Hop-Danceworkshop im Jugendzelt

Hanspeter Bärtschi

Von Partys bis Poetry Slams

Standesgemäss liegt die Zuständigkeit am Abend im Jugendzelt am nordwestlichen Zipfel des HESO-Areals beim Verein VolumeTeer – heuer zum fünften Mal. Ein siebenköpfiger Vorstand und ein Helferteam von rund zehn Personen blicken aufs erste Party-Wochenende zurück. Mit Mr. Lu-Wi and Friends legte ein DJ auf, der vor fünf Jahren bereits selbst als 16-Jähriger HESO-Abende hier verbrachte: Erfolgsgrösse über ein halbes Jahrzehnt. «Er hat uns am Samstag extrem viele Besucher reingeholt», sagt der 25-jährige Jonas Schmid aus dem Vorstand. Der Programmreigen wird am Mittwoch fortgesetzt – mit W.S. One (Jazz/Funk) sowie Johnny Trash & Many More (Rap) ab 19.30 Uhr.

Fast zum Klassiker geworden ist der «Mundgerecht»-Poetry-Slam von, der am Donnerstag ab 19 Uhr als Saisonpremiere über die Bühne geht. Die Freitagsdisco unter dem Namen «Neon Night» ab 21 Uhr gehört den Jugendlichen ab 16 Jahren, während VolumeTeer am Samstag ab 19 Uhr mit der Abschlussparty die Solothurner Indierocker von «Ta mère» sowie DJ Barrex ins Rampenlicht holt. Die Partys richten sich jeweils an ein Zielpublikum zwischen 16 und 20, die Veranstaltungen unter der Woche sollen hingegen auch Leute bis 30 anlocken. Leitidee von VolumeTeer ist immer auch, lokale und regionale Akteure auf die Bühne und hinter die Turntables zu bringen.

Mit dem vorhandenen Barangebot werden zudem präventive Ziele verfolgt: Auf harten Alkohol wird gänzlich verzichtet, ausserdem werden speziell alkoholfreie Longdrinks beworben.

«Geschützter Rahmen für Ü16»

Der Vorstand von «VolumeTeer» setzt sich aus einem ehrenamtlichen Team junger Leute zwischen 19 und 25 zusammen. Obwohl Schmid schmunzelnd relativiert: «Wenn die 99er-Jahrgänger bei uns mit einem ‹Grüessech› vorbeikommen, fühlt sich das auch nicht mehr so jung an.»

Die Motivation der Gruppe, an der HESO mit einem Jugendangebot aufzutreten, ist spürbar: «Der Kontakt untereinander ist super. Wir treffen uns auch unter dem Jahr für Sitzungen, das Helferfest oder für gemeinsamen Ausgang», sagt Roland Erb, 19. Zusammen mit ihm ist die 20-jährige Nina Stampfli für die Helferkoordination zuständig: «Es ist toll, durch den Verein neue Leute kennen zu lernen.»

Mira Ducommun, 24, hebt die soziale Ausstrahlung des Jugendzelts hervor: «Hier haben Jugendliche einen geschützten Rahmen. Denn sonst findet sich kaum ein Ü16-Angebot.» Und haben sich die Probleme, die der Öffentlichkeit vor zehn Jahren noch ein Dorn im Auge waren, jetzt ins Jugendzelt verschoben? Ducommuns Wahrnehmung sieht anders aus: «99 Prozent der Jugendlichen sind freundlich und lassen mit sich reden» – und wenn es nur um die einfache Benimmregel geht, kein Glas aus dem Jugendzelt zu schmuggeln ...

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