Mausefalle
Jugendkurs überzeugt mit «Sommernachtstraum»

Der Jugendkurs des Theater Mausefalle spielt Shakespeares «Sommernachtstraum» - und überzeugt mit einer witzigen Darbietung mit viel Körpereinsatz.

Helmuth Zipperlen
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Die Inszenierung des «Sommernachtstraums» wird vom Jugendkurs des Theaters gespielt, unter anderem mit (hinten v. links) Sofia Mészàros (Helena), Felix Fels (Demetrius), Jana Zimmermann (Hermia), Silvan Andraschko (Lysander) sowie Fredrik Veestergaard (Puck, vorne).

Die Inszenierung des «Sommernachtstraums» wird vom Jugendkurs des Theaters gespielt, unter anderem mit (hinten v. links) Sofia Mészàros (Helena), Felix Fels (Demetrius), Jana Zimmermann (Hermia), Silvan Andraschko (Lysander) sowie Fredrik Veestergaard (Puck, vorne).

Zur Verfügung gestellt

Es hätte der das Stück abschliessenden Worte des Puck nicht bedurft: «Nun, gute Nacht! Das Spiel zu enden, begrüsst uns mit gewog’nen Händen!» Das Publikum im voll besetzten Saal quittierte die guten Leistungen des Ensembles mit frenetischem Applaus. Helena Kountoudakis und Nico Barth, zugleich auch für die Technik verantwortlich, haben die Teilnehmenden des Kurses zu Höchstleistungen angespornt.

Auffallend die Körpereinsätze, die von rhythmischen Tänzen der Feen bis zu harten Action-Zweikämpfen der vermeintlichen Liebesrivalen in vollendeter Choreografie dargeboten wurden.

Die klassische Übersetzung von A.W. Schlegel ist sprachlich sehr anspruchsvoll und einzig in diesem Bereich ist hinsichtlich Artikulation und Verinnerlichung nicht alles optimal gewesen. Ein einfaches Bühnenbild, einen Zauberwald vorstellend, keine Möbel, wenig Requisiten und die Ausnutzung sämtlicher Auftrittsmöglichkeiten gaben den passenden Rahmen um die handelnden Personen in den Vordergrund zu rücken.

Theseus, der Herzog von Athen, heiratet die Amazonenkönigin Hyppolita. Deshalb sollen mehrtägige Festlichkeiten stattfinden. Überschattet werden sie, weil Hermia, eine Patriziertochter, nicht Demetrius, den ihr vom Vater ausgewählten Mann liebt, sondern Lysander. Um Theseus zu unterhalten, studieren Schülerinnen von Athen ein Theaterstück ein. Gleichzeitig hat der Elfenkönig Oberon Zoff mit seiner Gemahlin Titania. Ein von Puck, ein elfischer Satyr, herbei geschaffener Zaubertrank soll Titania unsterblich in Oberon verliebt machen. Doch Puck bringt Einiges durcheinander. Aber schliesslich war es halt vielleicht doch nur ein Traum.

Überzeugender Jugendkurs

Mit Ausnahme von Gregor Wild (Egeus) gehören alle Mitwirkenden diesem Jugendkurs an. Übrigens ist eine Verbindung des Stamm-Ensembles des Teatro Mobile mit dem Jugendkurs erwünscht.

In den besseren Kreisen von Athen bewegten sich in geschmackvoller Kleidung Lukas Rhiner (Theseus), Silvan Andraschko (Lysander), Felix Fels (Demetrius), Thea Burkhardt (Philostrat), Jana Zimmermann (Hermia) und Sofia Mészàros (Helena). Die spielfreudigen Schülerinnen, welche ihre aufgeführte Tragödie von Pylades und Thisbe so herrlich übertrieben darboten, wurden von Pelka Ridjosic (Squenz), Nina Spiegel (Zettel), Léonie Schütz (Flaut), Maja Stanojevic (Schnauz) und Alina Ebner (Schlucker) verkörpert. Dazu gesellte sich der Kopfhörer-Jüngling Schnok, gespielt von Joseph Tschudin. Er bekam die Rolle des Löwen, welchen Part eigentlich Zettel auch noch hätte spielen wollen. Oberon (Flavio Ackermann) und Titania (Silvana Grellmann) hoben sich in ihren Kostümen von den Normalsterblichen ab.

Die Elfen Bohnenblüte (Diana Weissbaum) und Motte (Monika Marro) konnten bereits in früheren Produktionen mitwirken, hingegen standen Nina Pizzati (Spinnweb), Celine Scheidegger (Senfsamen) und Paulina Fels (Elfe) erstmals auf der Bühne.

Dazu gehört auch Fredrik Veestergaard, welcher als Puck mehr als nur überzeugte. Nachdem er zuvor über die Bühne gehüpft, gerollt und gerannt ist, war er im Gespräch nach der Premiere noch immer voll Adrenalin. Er ist Biologiestudent an der Uni Bern. Zum Jugendkurs kam er durch die Anfrage eines Mitschülers an der Kantonsschule. Im dortigen Deutschunterricht wurden auch Theatertexte gelesen. Veestergaard hat gemerkt, dass ihm das Theaterspielen Spass macht.

Sich verkleiden, in andere Rollen schlüpfen sei für ihn unheimlich befriedigend. Er betont den guten, freundschaftlichen Umgang innerhalb des Kurses, so dass sich alle gegenseitig motivierten. Bei der Rollenverteilung habe er sich um den Puck beworben, weil diese Figur schauspielerisch und artistisch eine Herausforderung dargestellt habe. Damit wandte er sich mit seinem nackten, bemalten Oberkörper und den an ein Ziegenbockfell erinnernden Hosen wieder seinen die Premiere feiernden Mitspielenden zu.

Nächste Aufführungen: Fr./Sa., 17./18. Oktober, je 20 Uhr, So., 10. Oktober, 17 Uhr.

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