Solothurn Tourismus

Jürgen Hofer: «Wenn das Kurhaus lebt, dann lebt der ganze Berg»

Die bevorstehende Renovation des Solothurner Hotels Krone erschliesst laut Jürgen Hofer ein grosses Potenzial.

Die bevorstehende Renovation des Solothurner Hotels Krone erschliesst laut Jürgen Hofer ein grosses Potenzial.

Eine neue Gondelbahn auf den Weissenstein, die Renovation des Solothurner Hotels Krone und vielleicht ein Neustart für das Kurhaus auf dem Hausberg: Jürgen Hofer, Direktor Region Solothurn Tourismus, hofft auf zusätzliche Trümpfe.

Zuvor aber freut sich Jürgen Hofer aufs Wandern.

Hand aufs Herz, Herr Hofer, wann waren Sie letztmals wandern?

Jürgen Hofer: Vor rund zwei Wochen.

Und wohin gings?

Zur Generalversammlung des Vereins Pro Weissenstein: Von Lommiswil aus, bei den Saurierspuren vorbei, bis zum Hinterweissenstein und dann wieder zurück.

«Die Nordwestschweiz» führt derzeit Leserwanderungen durch. Erstmals auch im Kanton Solothurn: Sie marschieren auch mit.

Ich werde morgen Dienstag die - wenn man das so sagen darf - Königsetappe über die Hasenmatt nach Gänsbrunnen selber leiten. Darauf freue ich mich sehr.

Der Jura mit dem Thal, der Bucheggberg, das Wasseramt sind ideale Wandergebiete: Welchen Stellenwert hat der Wandertourismus für Region Solothurn Tourismus?

Einen sehr wichtigen. Wir gehören zu den glücklichen Regionen, die von wichtigen nationalen Routen durchquert werden: Der Jurahöhenweg ist einer der beliebtesten überhaupt. Diese Trümpfe werden wir künftig noch vermehrt spielen.

Ist das touristische Angebot auf den Jurahöhen für eine wachsende Nachfrage überhaupt ausreichend?

Die heutige Situation ist nicht optimal: Knackpunkt ist die lange Blockade des Seilbahn-Neubaus und - damit verbunden - das Kurhaus Weissenstein. Dieses bietet derzeit nur einen Sommer-Restaurationsbetrieb. Hotelzimmer sind nicht verfügbar. Zum Glück ist nun endlich klar, dass die neue Gondelbahn gebaut und im Herbst 2014 eröffnet werden kann. Wir setzen fest darauf, dass dann auch der Kurhausbetrieb wieder hochgefahren wird. Das Kurhaus ist wichtiger «Ein- und Ausgang» für Jurawanderungen und ein klassischer Etappenort.

Gibt es konkrete Ideen und Pläne für eine Kurhaus-Reaktivierung?

Wenn das Kurhaus lebt, dann lebt der ganze Berg. Dafür sind Investitionen im Kurhaus nötig. Ich habe von Seilbahn-Verantwortlichen und von der Kurhaus-Besitzerin, der Regiobank Solothurn, gehört, dass es einen potenziellen Investor gebe. Wichtig ist, dass im heute brachliegenden Kurhaus-Osttrakt ein Selfservice-Restaurant eingerichtet wird, das man je nach Andrang öffnen könnte.

Welches sind neben dem Weissenstein die touristischen Highlights?

Die Solothurner Altstadt als Gesamtensemble ist ein wirklicher Leuchtturm. Sie bietet breit gefächerte Gastronomie und Hotellerie, Einkaufserlebnis und eine Infrastruktur für jeden Bedarf. Das Zusammenspiel von Stadt und Region erschliesst den Besuchern auf kleinem Raum sehr viele Möglichkeiten: Man kann raus aufs Wasser - Aare- und Drei-Seen-Schifffahrt -, man kann die Jurahöhen oder eben auch die ländlichen Regionen erwandern.

Solothurn ist ein zersplitterter Kanton. Das galt lange auch in Sachen Tourismusförderung. Funktioniert die Zusammenarbeit heute?

Auf der Ebene der Regionen -- Schwarzbubenland, Olten, Solothurn und Naturpark Thal -- funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut. Gemeinsame Projekte sind der Tourismusartikel im neuen Wirtschaftsgesetz oder grössere Auftritte wie 2012 am Marché-Concours und in diesem Jahr an der Olma. Den Touristikern im Kanton ist klar, dass wir ohne Zusammenarbeit auf keinen grünen Zweig kommen.

Und auf der Ebene der Politik?

Dort dauert der Prozess etwas länger. Mehr und mehr reift aber auch im Parlament die Einsicht in die Wichtigkeit des gemeinsamen Handelns. Ab und zu spielen halt gleichwohl wieder die alten regionalen Reflexe. Profitieren können aber letztlich alle Regionen. Ein Beispiel ist der in Dornach geplante Theaterneubau. Dort wird das Schwarzbubenland dank Geldern aus der neuen Regionalpolitik des Bundes erstmals eine touristische Infostelle erhalten. Dies wiederum eröffnet weitere Möglichkeiten: Die Baselbieter Tourismus-Kollegen haben ihr Interesse angemeldet, sich in Dornach ebenfalls präsentieren zu können.

Wie sind die Erfahrungen in der überregionalen Zusammenarbeit mit der Region Jura/Drei-Seen-Land?

Die Plattform Jura/Drei-Seen-Land hat uns auf nationaler Ebene ein zusätzliches Fenster geöffnet, das für uns alleine unerreichbar gewesen wäre. Gerade der Bereich Wandern/Langsam- verkehr wird von der ganzen Destination gepusht. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor, aber der Erfolg ist auf jeden Fall spürbar. Zudem profitieren wir davon, dass wir so auch an europäischen Messen präsent sind. Im näheren europäischen Umfeld können wir neue Gäste ansprechen.

Und wie stehts um die Solothurner Hotellerie?

Das Ramada-Hotel hat, zusammen mit der Seminarmeile, einen Quantensprung gebracht: Einerseits von den Kapazitäten - 100 Zimmer - her, anderseits - als Teil einer internationalen Hotelkette - auch bezüglich internationaler Kundschaft. Die Befürchtung der angestammten Hotels war, dass das Ramada sie Gäste kosten werde. Tatsache ist, dass das Ramada primär eigene Gäste mitbringt.

Stadt und Kanton Solothurn haben das Hotel Krone gekauft, das nun von der Credit Suisse Funds AG renoviert werden soll: Ein weiterer Hoffnungsschimmer?

Von diesem Projekt darf man viel erwarten. Einmal gestützt auf die bewährte Zusammenarbeit der drei Partner bei der Seminarmeile, aber auch mit der «Baseltor»-Gruppe als Betreiberin. Ich bin glücklich darüber, dass es rund 30 Zimmer geben und das Haus im Vier-Sterne-Superior-Bereich positioniert werden soll. Diese Public Private Partnership erlaubt, dass die nötigen Investitionen getätigt und das Bijou zu neuem Leben erweckt werden kann. Mit der Lage am zentralsten Platz der Stadt, zu Füssen der St.-Ursen-Kathedrale, mit einem attraktiven Angebot - das kann nur gut kommen.

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