Solothurn

Jetzt wird das Grossprojekt «Turnhalle Hermesbühl» konkret

Das Projekt «Tripiti» (r.) soll bis August 2016 realisiert sein.

Das Projekt «Tripiti» (r.) soll bis August 2016 realisiert sein.

Mit dem Neubau zweier Turnhallen beim Schulhaus Hermesbühl steht ein 12 Millionen schwerer Investitionsbrocken auf der Pendenzenliste des Solothurner Gemeinderats.

Die Mängelliste ist lang im Turnhallentrakt Hermesbühl. Bekannt ist dies seit 2006, als eine Studie die «Bräschte» des 105-jährigen Gebäudes aufzeigte. Lange konnten im ganzen Dreiflügel-Komplex kleine Reparaturarbeiten und Anpassungen den Zerfall abbremsen.

Aber die Mängel liessen in ihrer Gesamtheit dann doch nur ein Fazit zu: Der Trakt mit zwei übereinanderliegenden Turnhallen muss abgerissen und neu gebaut werden. Eine Gesamtsanierung allein – so die Gemeinderatskommission – behebe die Defizite nicht.

Mängel auf breiter Ebene

Unter anderem legte man den Finger auf die wärmetechnischen Verluste des Gebäudes. Die per Energiegesetz geforderten Dämmwerte können mitnichten eingehalten werden. Grundsätzlich beanstandet die Studie aber die schlechte Bausubstanz: Havarierte Böden, abbröckelnder Putz, rostige Radiatorheizungen und Schimmelpilze in den Sanitäranlagen prägen das Bild der alten «Hemmli»-Turnhallenanlage.

Auch punkto Sicherheit kommt das Gebäude heutigen Anforderungen nicht mehr nach: Brandschutz-Abschnitte sind nach heutigem Ermessen ungenügend, ebenso die Fluchtwege im Brandfall. Ein barrierefreier Zugang für rollstuhlgängige Menschen ist ebenfalls nicht gegeben. Zudem genügen die Einzelturnhallen nicht mehr den Richtlinien, wie sie das Bundesamt für Sport heutzutage vorgibt: Sie sind zu klein. Die Macht des Faktischen legt schon deshalb einen Neubau nahe.

Dabei sollen die beiden Turnhallen wieder übereinander zu liegen kommen: mit einer Erdgeschoss-, sowie einer Untergeschoss-Halle, die über eine Erdböschung mit Tageslicht versorgt wird.

Ein 12-Mio.-Franken-Projekt

Neben der Behebung der erkannten Mängel soll der Betrieb auf eine hohe Wirtschaftlichkeit ausgerichtet sein, will heissen, durch Funktionalität und Ressourceneffizienz punkten. Dies wird schon nur durch den Minergie-P-Eco-Standard untermauert. Dem Rotstift zum Opfer hingegen fällt im Bauprojekt mit dem Namen «Tripiti» das Lehrschwimmbecken. Diese war in ursprünglichen Projektwettbewerb noch vorgesehen, sprengte dann aber den veranschlagten Kostenrahmen. Stattdessen wird der schulische Schwimmbetrieb im Schwimmbad der Pädagogischen Hochschule durchgeführt.

Nachdem im März als nötige Voraussetzung der Gestaltungsplan für das Schulhausareal Hermesbühl erfolgreich den Gemeinderat passierte, wird anlässlich der Sitzung am nächsten Dienstag über den Kredit entschieden. Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts, bestätigte das Investitionsvolumen von 12,1 Mio. Franken. Abzüglich bereits bewilligter Kredite belaufen sich die Kosten auf knapp 10 Mio. Franken. Von der gesamten Investitionssumme sind aber bereits rund 9 Mio. Franken vorfinanziert.

Winkt der Gemeinderat das Projekt durch, so dürfte es im Juni vor die Gemeindeversammlung und im September an die Urne kommen. Der Baustart wäre ohne weitere Verzögerungen im April 2015 und die Inbetriebnahme im August 2016.

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