Gemeinderat Solothurn

Jetzt stehen Steingärten auch in der Stadt im Fokus

Hauseigentümer sollen über die negativen Auswirkungen von Schottergärten informiert werden. (Archivbild)

Hauseigentümer sollen über die negativen Auswirkungen von Schottergärten informiert werden. (Archivbild)

Am Dienstag trifft sich der Solothurner Gemeinderat. Diskutiert wird unter anderem über Schottergärten.

Wie soll sich der Gemeinderat künftig organisieren, damit er seiner Funktion als Exekutive besser gerecht wird? Dies ist morgen Dienstag, 27. Oktober, das grosse Thema an der Gemeinderatssitzung in Solothurn. Daneben steht unter anderem ein Geschäft auf der Traktandenliste, das zwar nicht ganz so bedeutend für die Zukunft der Stadt ist, dafür um einiges emotionaler. Steingärten – derzeit schweizweit ein Thema, bei dem einige Gemeinden bereits klar Stellung bezogen, wie etwa Langendorf.

Der Gemeinderat von Langendorf hat in der Sitzung vom August das totalrevidierte Baureglement der Gemeinde diskussionslos und einstimmig angenommen. Inklusive folgendem Passus: «Steingärten (Schottergärten), die keinen ökologischen Nutzen haben, sind nicht erlaubt».

Auch in der Stadt werden Massnahmen gegen Steingärten gefordert. So hat die SP-Fraktion im Gemeinderat die Motion «Hitzeinseln meiden – Schottergärten mindern» eingereicht, das am Dienstag auf der Traktandenliste des Gemeinderats steht. Der Vorstoss mit Erstunterzeichner Philippe JeanRichard fordert, dass die Stadtverwaltung beauftragt wird, das Bau- und Zonenreglement zu präzisieren, «damit die Stadt Solothurn im Baubewilligungsverfahren auf eine natur- und klimafreundliche Garten und Grünflächengestaltung Einfluss nehmen kann, mit dem Ziel, Schottergärten künftig zu vermeiden». Zudem sollen Hauseigentümer über die negativen Auswirkungen von Schottergärten informiert werden.

Immer häufiger sei zu beobachten, dass etwa Vorplätze von Privathäusern als Schottergärten angelegt würden, heisst es in der Begründung. «Nebst der zumindest fragwürdigen ästhetischen Gestaltung haben diese Schotterflächen gravierende negative Einflüsse auf das Mikroklima und die Artenvielfalt.» So würden Schottergärten zu Bodenversiegelung, zu zusätzlichem Abwasser, Verlust der Bodenfruchtbarkeit und Reduktion der Biodiversität im Siedlungsraum führen, heisst es im eingereichten Vorstoss.

Das Stadtpräsidium empfiehlt die Motion als erheblich zu erklären - jedoch weil sie breits umgesetzt sei, abzuschreiben. Die Begründung: Die im Prozess der Ortsplanungsrevision präzisierende Bestimmungen aufgenommen worden seien, die dem Anliegen bereits Rechnung tragen würden. So heisst es im kommunalen Baureglement: «Die Aussenräume sind so zu gestalten und zu pflegen, dass überwiegend Grünflächen von ökologischer Qualität, insbesondere auch mit hochstämmigen Bäumen entstehen.»

Korrigendum: In einer ersten Version hiess es, dass das Stadtpräsidium empfiehlt, die Motion als nicht erheblich zu erklären. Dies ist nicht korrekt: Das Stadtpräsidium empfiehlt die Motion als erheblich zu erklären, aber abzuschreiben, da dem Anliegen bereits Rechnung getragen würde.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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