Schauspielerin
Jetzt können die grossen Rollen kommen: Solothurnerin spielt die weibliche Hauptrolle in «Der Läufer»

Sie spielt die weibliche Hauptrolle im Film «Der Läufer», der diese Woche in den Kinos angelaufen ist: Annina Euling. Wir trafen die Solothurner Schauspielerin kurz vor der Premiere des Films am Zurich Film Festival.

Helmuth Zipperlen
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Annina Euling ist derzeit in Solothurn auch im Kino zu sehen.

Annina Euling ist derzeit in Solothurn auch im Kino zu sehen.

Sandra Gadient

Annina Euling, wir haben letztmals vor zehn Jahren miteinander gesprochen anlässlich Ihrer Rolle im Film «Happy New Year» von Christoph Schaub. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Annina Euling: Viel! In erster Linie habe ich mich meiner Ausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste als Schauspielerin gewidmet und mit einem Master of Arts abgeschlossen. Da diese Ausbildung sehr intensiv war, konnte ich nur kleinere Rollen in Filmen übernehmen. Seit Beginn dieser Spielzeit bin ich festes Ensemblemitglied im Theater Bonn. Dort spiele ich derzeit eine junge Zofe in «Candide» von Voltaire.

Sehen Sie denn Ihre weitere schauspielerische Tätigkeit vor allem am Theater?

Jein! Ich möchte künftig sowohl im Theater als auch beim Film tätig sein. Beides macht mir Spass, jedes mit seiner besonderen Herausforderung.

Berner Kriminalfall

Der Film «Der Läufer» greift in freier Bearbeitung einen Berner Kriminalfall auf. Jonas und Philipp hatten eine schwere Kindheit, waren sich aber sehr verbunden. Aus Jonas wird ein Koch und Waffenläufer mit Siegchancen. Doch der Freitod von Philipp wirft Jonas aus der Bahn. Er mutiert zum Gewalttäter und schliesslich zum Mörder. Seine Freundin Simone weiss nicht mehr, was sie von ihm halten soll, und allmählich wird ihre vage Ahnung zur Gewissheit. Der Film «Der Läufer» ist ab sofort im Canva Club zu sehen. (hz)

Wie sind Sie zu Ihrer Rolle im «Läufer» gekommen?

Das begann bereits 2015. Ich machte ein Casting und habe dort mit Max Hubacher gespielt, um zu schauen, wie wir zusammenpassen. Der Film konnte damals nicht finanziert werden. Nachdem das Drehbuch etwas umgeschrieben und die Finanzierung gesichert war, erfolgte ein zweites Casting. Dann erst hatte ich die Rolle definitiv.

Mit Hannes Baumgartner hatten Sie jetzt einen Regisseur, welcher seinen ersten Langfilm drehte. Wie war die Zusammenarbeit?

Sehr angenehm. Er legte grossen Wert auf die Vermittlung von Emotionen. Wir haben im Vorfeld der Dreharbeiten viel an den Figuren gearbeitet, und ich bin mit grossem Respekt an diese Aufgabe herangegangen. Zwischen Max Hubacher und mir hat die Chemie gestimmt. Es war eine sehr schöne Zusammenarbeit mit ihm.

Das sieht man dem fertigen Film an. Spielen Sie nicht auch in einem Fernsehfilm eine Hauptrolle?

Doch! «Weglaufen geht nicht» wird am 11. November im Fernsehen SRF 1 zu sehen sein. Ich spiele darin eine junge Frau im Rollstuhl. Die Mitwirkung in diesem Film mit diesem Thema war mir ein Herzensanliegen.

Sie leben jetzt in Bonn. Was bedeutet Ihnen Solothurn?

Heimkommen! Ich komme immer gern nach Solothurn und liebe die Stadt. Ich fühle mich hier gut aufgehoben. Die Gefühle sind schwer zu beschreiben, aber es ist, wie wenn sich die Zeit verlangsamen würde. Zudem besuche ich zuhause gern das Theater.

Möchten Sie auch einmal am Theater Orchester Biel-Solothurn spielen?

Für den Moment möchte ich an anderen Orten Erfahrungen sammeln. Aber für die Zukunft kann ich mir eine Gastrolle am TOBS sehr gut vorstellen.

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