Solothurn

Jetzt ist es offiziell: Neuer CIS-Besitzer ist Verwaltungsrat von Konkurs-Holding

Wenigstens für die Mini-Handballer ist die CIS-Welt noch in Ordnung. Aber wie lange noch? Die Zukunft des Sportzentrums steht in den Sternen.

Wenigstens für die Mini-Handballer ist die CIS-Welt noch in Ordnung. Aber wie lange noch? Die Zukunft des Sportzentrums steht in den Sternen.

Die Verbindung des neuen CIS-Besitzers Peter Ammann zur früheren Besitzerschaft ist offiziell: Ammann ist neu einziger Verwaltungsrat der konkursiten Dinett Holding AG.

Nun ist es amtlich: Der Berner Peter Ammann, seit Dezember Besitzer des CIS-Sportzentrums, ist neu auch Verwaltungsrat der Dinett Holding AG. Dies ist dem Handelsamtsblatt seit Montag zu entnehmen. Damit dürften bei den dort aktiven Sportvereinen Befürchtungen zunehmen, dass sich in der sanierungsbedürftigen Sportanlage im Westen der Stadt wenig bis nichts ändert.

Denn: Die Dinett Holding AG, die sich derzeit im Liquidationsprozess befindet, ist die Muttergesellschaft der verschuldeten CIS Solothurn AG. Und just von jener AG hat Ammann– oder besser: seine Ammann Globalbau AG in Hilterfingen – im Dezember das Sportzentrum für 4,51 Mio. Franken im Baurecht ersteigert.

Gemäss Handelsregister ist Ammann der einzige Dinett-Verwaltungsrat. Aus informierten Kreisen wurde die Vermutung laut, dass Ammanns Wahl im Zusammenhang mit Bemühungen steht, den Konkurs über die Dinett Holding AG widerrufen zu lassen.

Kauf nicht ohne Verpflichtung

Die Verpflichtung, die Peter Ammann mit der Übernahme des CIS gegenüber der Stadt Solothurn als Eigentümerin der Bauparzelle eingegangen ist, ist im Baurechtsvertrag ausdrücklich festgelegt: den Betrieb einer Mehrzwecksporthalle und entsprechender Aussenanlage sowie die Verantwortung, das Sportzentrum wo nötig zu erneuern. Tatsächlich besteht Handlungsbedarf an vielen Ecken und Enden der Anlage.

So wurde in der Vergangenheit die mangelnde Turniertauglichkeit einzelner Hallen moniert. Ebenfalls ist die Rede von schlecht temperierten Hallen und undichten Dachpartien, sowie einem schlecht unterhaltenen Hallenboden, der bereits mehrfach Sportverletzungen nach sich zog. Je nach Ausbaustandard rechnen mehrere Kostenschätzungen mit Investitionen in der Höhe zwischen 2,5 und 5,5 Mio. Franken.

Ammann schweigt

Das grosse Fragezeichen: Was hat Ammann mit seiner neu erworbenen Sportanlage vor? Er selbst schweigt sich bis jetzt gegenüber den Behörden, den meisten Nutzern des CIS und auch gegenüber den Medien aus. Respektive: Kündigt in einem kurzen Telefonat rechtliche Schritte gegen die Solothurner Zeitung wegen der Berichterstattung in der Sache an. Darüber hinaus aber verzichtet er auf eine weitere Stellungnahme und folgt damit einem für CIS-Strategen bekannten Muster: Es wird grundsätzlich erst einmal geschwiegen.

Die Akte Schwefelberg-Bad

Ortswechsel: Im Herzen des Gantrisch-Naturparks in der Berner Gemeinde Rüschegg befindet sich das Hotel Schwefelberg-Bad. Der ehemalige Wellness- und Romantik-Gastbetrieb gehört gemäss einem Artikel im Herbst 2017 in der Berner Zeitung ebenfalls Peter Ammanns Globalbau AG. Ohne eine Baubewilligung begannen kurz nach dem Aufkauf 2012 Sanierungsarbeiten, um das Hotel wiederzubeleben, wurden dann aber auf Verordnung der Gemeinde Rüschegg eingestellt.

Wegen Brandschutzbestimmungen, wie der örtliche Bauverwalter Peter Mohr auf Anfrage ausführt: «2014 reichte Ammann ein Baugesuch ein, das auch bewilligt wurde», allerdings seien die Arbeiten am Hotel danach nicht weiter fortgesetzt worden. Rigide Brandschutzanforderungen seien gestellt worden, nicht zuletzt, weil der Holzbau rund 20 Minuten vom nächsten Feuerwehrstützpunkt entfernt liege. Laut Berner Zeitung hätten sich zudem Peter Ammanns Hoffnungen auf ein natürliches Vorkommen von heissem Schwefelwasser für ein erweitertes Wellnessangebot im Hotel als ernüchternd herausgestellt.

2017 dann lief die Baubewilligung aus. Seit Sommer 2013 liest man auf der Homepage des Betriebs: «Das Hotel Schwefelbergbad und der Skilift bleiben wegen Umbaus bis auf Weiteres geschlossen.» Gegenüber der Berner Zeitung dementierte Peter Ammann damals, für die Finanzierung des Schwefelberg-Bads andere Liegenschaften verkauft zu haben; ebenso, dass sich die Ammann Globalbau AG in finanziellen Schwierigkeiten befinde.

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