Solothurn

Jetzt ist die Gastromeile am Landhausquai voll

«il Bar Soletta» zieht in den ehemaligen «Spielhimmel» am Landhausquai ein und rundet die Vielfalt für Aaregeniesser ab. Als übersättigt wird das Angebot aber nicht wahrgenommen.

Die Sommerbilanz an der Gastromeile Landhausquai ist – wie für die Badis der Region – schnell zusammengefasst: Der Sommer war kurz, aber heftig. Hier sind sich die Gastwirte einig. Auch Sarah Fuss, Geschäftsleitung «Salzhaus», und Stellvertreterin Tabera Eberhard haben es so erlebt. Dafür konnte man umso mehr Touristen aus der Romandie und zum Teil bis aus Deutschland begrüssen. Gerade für Velotouristen sei das «Salzhaus» ein geplanter Halt: «Einige suchen das WC aus, um die Radlerkluft durch restauranttaugliche Kleidung auszuwechseln», so Eberhard.

Auch die letzte Wärme des verspäteten Sommers am Landhausquai wird ausgiebig genossen.

Auch die letzte Wärme des verspäteten Sommers am Landhausquai wird ausgiebig genossen.

«Kurz und bündig», resümiert auch Stephan Marti von der Cafébar Barock die allererste Saison. «Die Leute haben jeden Sonnenstrahl ausgekostet.» Eine breitere Verteilung mild-schönen Wetters hätte ihm eine bessere Auslastung beschert – mit dieser Feststellung steht er nicht alleine da. So hätte er zu Spitzenzeiten im Aussenbereich problemlos bis zu 30 weitere Sitzplätze zu den bestehenden 50 füllen können.

Vonseiten der «Kreuz»-Genossenschaft resümiert auch Verwaltungsmitglied Felix Epper positiv: Als «stabil» bezeichnet er den Geschäftserfolg – sowohl fürs Restaurant als auch für die Cafébar Landhaus und die «Sommerbeiz». Eine gewisse Stabilität sei wichtig für eine gute Personalplanung. «Ausserdem können wir nicht unendlich wachsen.» Gerade beim «Landhüsli» wolle man sowohl eine gewisse Atmosphäre erhalten als auch die Nachbarn vor übermässigem Lärm bewahren, so Epper.

Wie viel Gastro verträgt die Meile?

Wo früher der «Spielhimmel» war, verrät bereits heute ein Schriftzug, was bald realisiert sein wird: «il Bar Soletta». Claudio «Lucchi» Luccarelli, auch Geschäftsinhaber der «Aarebar», verrät noch ein bisschen mehr: «Ab Anfang Oktober werden wir dort eine italienische Bar mit Antipasti-Lounge führen.» Doch wie viel Gastro verträgt die Meile noch? Praktisch lückenlos ist die Strecke nun mit Verpflegungsmöglichkeiten ausgefüllt. Oder um es mit den Worten von Marta Kaus («Chutz») zu sagen: «Jetzt ist erst mal Ruhe. In jedem Haus ist jemand drin.»

Als übersättigt wird das Angebot aber nicht wahrgenommen. «Der Angebotsmix ist sehr gut, ebenso wie der Gästemix», findet Luccarelli. «Es kommen alle miteinander gut aus», lobt Sonja Guzzanti von den «Mediterranen Leckereien». Auch sie kann sich mit ihrem Gastro-Kleinod seit nun sechs Jahren im Angebotsfächer bewähren. Auch Marti von der Cafébar Barock schätzt die Zusammenarbeit: «Ich hätte erwartet, dass es mehr ein Gegeneinander als ein Miteinander sein würde.»

Doch man hilft einander aus: Indem nach einem umtriebigen Abend betriebsfremde Gläser ausgetauscht werden. Indem man der Kundschaft den Konkurrenten empfiehlt, weil man selbst auf den letzten Platz ausgebucht ist. Indem man fürs Sommernachtsfest die Köpfe zusammensteckt. Oder indem die «Aarebar» nach einem Wasserschaden auf die Hilfe des Nachbarn und Konkurrenten zählen kann.

So ist also die Meinung der Gastwirte am Landhausquai nicht nur hinsichtlich des Wettereffekts einhellig: Die Flaniermeile gilt als gelungenes Paradebeispiel einer Konkurrenz, die belebt statt beschränkt und verbindet statt trennt.

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