Solothurn
«Jesuskind» Nico und Mama bei der Anprobe: «Vor der ‹Wienachtsreis› bekommt er noch seinen Schoppen»

In letzter Minute ist die «Wienachtsreis» in Solothurn doch noch zu einem Jesuskind gekommen: Mutter Stefanie Fritschi freut sich auf den Auftritt mit ihrem Söhnchen Nico am Sonntagnachmittag auf dem Märetplatz.

Wolfgang Wagmann
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Wienachtsreis

Wienachtsreis

Wolfgang Wagmann

Richard Hürzeler ist ein Stein vom Herzen gefallen: Der Verwalter kann in seiner Refomierten Stadtkirche Maria mit dem Jesuskind zur Kleideranprobe begrüssen. Stefanie Fritschi, extra aus ihrem Wohnort Knutwil angereist, wird fachkundig in die Gottesmutter verwandelt. Der kleine Nico schläft den Schaf des Gerechten.

Erst zum Fototermin wird er purlimunter. Und protestiert lauthals. «Am Sonntagnachmittag wird er ruhig sein. Er bekommt vorher seinen Schoppen.» Seine 29-jährige Mutter wirkt äusserst abgeklärt, obwohl sie ihr Söhnchen erst seit dem Geburtstag am 2. November kennt - das ist gerade mal sechs Wochen her.

Papi bleibt aussen vor

Nicht mit von der Partie ist Papi Pascal. Stefanie Fritschi: «Aber er kommt mit nach Solothurn. Und wird wohl nebenbei noch etwas einkaufen gehen.» Sind doch die Stadtgeschäfte von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Hauptattraktion aber wird die «Wienachtreis» sein, die um 14 Uhr mit dem feierlichen Einzug der Protagonisten beim Bieltor beginnt.

Klein Nico wird am Sonntag zum Jesuskind

Klein Nico wird am Sonntag zum Jesuskind

zvg

Dort wird übrigens ein Beamtenpaar verkleidet Dienst tun, das ebenfalls schon die Hauptrolle von Maria und Josef gespielt hat. «Und zwar zum allerersten Mal, als wir den Anlass hier durchführten», weiss Hürzeler. Nicht immer spiele der Partner oder Gatte der Maria auch den Josef, was nicht weiter tragisch sei. In solchen Fällen trete der Heilsarmee-Offizier Timon Stettler in der Krippenszene am Märetplatz als Josef auf.

Solothurner Wurzeln

Seit eine Kollegin sie per Facebook der Solothurner Zeitung quasi an die «Wienachtsreis» vermittelt hat, ist einiges anders. «Zuerst wollte ich nicht mitmachen, denn am Sonntag hat mein Gottemeitschi Geburtstag. Und es war dann auch sehr enttäuscht, dass sie jetzt Cousin Nico nicht sehen kann», verrät Mutter Stefanie. «Dafür bekommt es ein spezielles Geburtstagsgeschenk von uns», stellt Richard Hürzeler eine entsprechende «Wiedergutmachung» in Aussicht.

Ihrem Auftritt fiebert dagegen die ganze Solothurner Verwandtschaft von Stefanie Fritschi entgegen. «Mis Mami gheit scho fasch übere», beschreibt sie den Zustand von Christine Brand, ledig eine der Pfister-Schwestern aus der gleichnamigen, stadtbekannten Maler-Dynastie. «Wir fahren auch jede Woche einmal nach Solothurn.» Denn hier hat Stefanie Brand ihre Wurzeln, machte auch die Lehre als Floristin bei Blumen Rust am Märetplatz, wo sie jetzt plötzlich ihren grossen Auftritt hat. «Und selbstverständlich kenne ich die ‹Wienachtsreis› bestens. Das war immer dann, wenn wir als Teenies im Sonntagsverkauf die letzten Gschänkli einkauften.»

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