Es war die Invasion. Spätestens um 21 Uhr herrschte am Samstag der Ausnahmezustand in Honolulu. Und eine Stunde später gabs in manchen zentralen Durchgangsachsen kein Durchkommen mehr. Denn Guggen aus der engeren Region wie die Bäucher Schwarzmeer-Frösch, die Biberister Ventilblöterler oder die weitere Grossgugge der Schrottofoniker von Bätterkinden sahen sich gnadenloser Konkurrenz aus Madiswil, Trimbach, Biel oder den Berner Bäregrabe-Schränzern ausgesetzt.

So spielten einmal gleich drei Guggen rund um den Gerechtigkeitsbrunnen auf, eine andere ausgerechnet im Nadelöhr bei der «Wirthen». Ein besseres «Gspüri» für die Altstadt-Geographie bewies die einzige gesichtete Solothurner Gugge, die Bloosos: Sie gaben ihr feines Mitternachtsständchen am Rand des Börsenplatzes. Schon gar keine Chance hatten Guggen am hoffnungslos überfüllten (und wie die sonstige Altstadt) zugemüllten Landhausquai: Die dortige elektronische Soundanlage wummerte wie auch auf dem Kronenplatz bis gegen den Morgen im kritischen Dezibelbereich – «Fasnacht» pervers.

Oh Tannenbaum!

Plätzchen fehlten den Guggen, nicht aber die Fans. In Massen waren sie eingefallen, bunt, schrilll und schräg. Da ein Grüppchen Erdbeeren, dort ein aufgeblasener Tyrranosaurus Rex, dazu jede Menge Astronauten und Leuchtwesen. Sogar Karl Lagerfeld tauchte für die Narrennacht nochmals aus dem Jenseits auf. Das Positive vorab: «Zivilisten» waren praktisch keine zu sehen. Ein Kostüm muss sein, sonst gehörst Du in Honolulu einfach nicht dazu. Leider rarer als auch schon gabs Gruppen mit einer eigens inszenierten Show.

Eine erfreuliche Ausnahme: Das siebenköpfige Frauenteam aus der Region, das sich nach der Schiessbude im Vorjahr wieder etwas ganz Spezielles hatte einfallen lassen - einen Wald. Von weitem glaubte man, hier finde ein Christbaumverkauf statt. Doch in den vielen Tannli steckten die schwer bewaffneten Weidfrauen, gut organisiert mit Hochsitzen. Dazwischen ein Feuerchen, über dem ein Wildsäuli drehte – den Flanierenden verabreicht als Mini-Waldfest. «Wir sind immer hier vor der Jesuitenkirche», verriet die einzige Stadtsolothurnerin der Gruppe – da darf man auf die «Action» vom nächsten Jahr gespannt sein!

Gedränge auf dem Mond

Die Bars und Beizen quollen über von bunten Gästen, trotz des trockenen und angenehm milden Wetters. Und in einem Hotspot von Honolulu ging zeitweise gar nichts mehr: Es brauchte schon zwei Anläufe nach Mitternacht, um auf dem Mond zu landen. Oder vielmehr in der Säulenhalle, wo der «Ballzillus» fast keinen Quadratzentimeter Bewegungsspielraum mehr für Besucher des Erdtrabanten liess. Schon wird in Narrenkreisen darüber sinniert, ob man das legendäre «Bööggefescht» der neunziger Jahre im ganzen Landhaus wieder aufleben lassen könnte. An Publikum würde es derzeit wohl kaum mangeln.

Und hier noch die Fotos vom Freitag. Zu Besuch am Blosoball, am Neonowumm-Ball und der Höllefuer Krachwanzen: