Solothurn

«Jack Wolfskin» und «Bingo Shoe Discount» verlassen Solothurn

«Jack Wolfskin» und «Bingo Shoe Discount» geben den Standort «Perron 1» in Solothurn auf

«Jack Wolfskin» und «Bingo Shoe Discount» geben den Standort «Perron 1» in Solothurn auf

Trotz Nähe zum Bahnhof und tiefer Mietzinsen schliessen die beiden Geschäfte ihre Pforten. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. «Jack Wolfskin» plant dennoch eine Rückkehr in die Altstadt - dies könnte aber noch ein Jahr dauern.

Es ist die Nähe zum Bahnhof, die beim damals neu gebauten «Perron 1» vor knapp drei Jahren fast schon eine Goldgräberstimmung heraufbeschwor. Laufkundschaft erhofften sich damals potenzielle (und gewordene) Geschäftsmieter des Neubaus. Die anfängliche Zuversicht ist zumindest für einige Geschäfte der Ernüchterung gewichen: «Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und verabschieden uns vorläufig vom Standort Solothurn», lässt «Jack Wolfskin» verlauten. Der Anbieter von Bekleidung, Schuhe und Ausrüstung für Outdoor-, Trekking- und Bergsport-Freunde schliesst am 23. Februar seine Pforten.

Umzug in Altstadt geplant

Die Franchisepartnerin Outdoor Trading AG betreibt bis auf eine Filiale sämtliche Schweizer Standorte von «Jack Wolfskin» - und mit 175 Quadratmetern Verkaufsfläche auch in Solothurn. Doch hinter dem Wörtchen «vorläufig» verbirgt sich mehr, wie Mike Wicki, Leiter Store Marketing bei Outdoor Trading AG, verrät: «Wir geben zwar die Geschäftstätigkeit beim Bahnhof auf. Gleichzeitig suchen wir aber einen neuen Standort in der Altstadt. An einer Lage also, wo der Detailhandel fruchtbareren Boden findet.»

Damit spricht Wicki auf die Probleme an, die mit der Lage beim Hauptbahnhof einhergegangen sind. Aufgrund eines interessanten Mietzinses und einer doch vielversprechenden Bahnhofsnähe habe man sich damals fürs «Perron 1» entschieden. «Die Lage ist zwar nach wie vor gut, die Frequenz wäre es auch. Nur der Kunde, der für unser Produkt affin wäre, hält sich weniger an dieser Ecke auf», so Mike Wicki weiter. Nun hofft man, bald fündig zu werden, «realistischerweise rechnen wir aber damit, dass es ein Jahr oder länger dauern könnte, bis sich was Passendes - idealerweise in ähnlicher Grösse - in der Altstadt findet.» Von drei Leuten, die im Laden tätig sind, werden zwei an anderen Standorten (Biel/Olten) weiterbeschäftigt. Die dritte Person orientiert sich auf eigenen Wunsch neu.

Keine Synergien wie erhofft

Bereits am Samstag schliesst das Schuhgeschäft Bingo Shoe Discount seine Pforten endgültig, unabhängig vom Entscheid bei «Jack Wolfskin». Laut Vertriebsleiter Thomas Gubser will man die Standorte der anderen Filialen in Grenchen, Zuchwil und Langendorf stärken: «Wir haben hier zu wenig Frequenz, zu wenig Laufkundschaft, wie wir sie durch die Bahnhofsnähe erwartet hatten», stellt er fest. Ursprünglich hatte man sich auch erhofft, im Ensemble mit Aldi, McDonald's und anderen Geschäften im «Perron 1» eine ganze Palette abzudecken - in einem günstigen Preissegment. Doch auch die Situation des Drogenhandels in der Vorstadt ist aus Gubsers Sicht ein möglicher Grund für den ungenügenden Geschäftsgang.

«Wie Ivana Bianchet Kestermann vom Real Estate Asset Management der Credit Suisse bekannt gibt, sei man für beide Flächen auf der Suche nach Nachmietern.»

Andere Zielgruppe, weniger Sorgen

«Sehr gute Erfahrungen» hat Silvio Hofmann, Geschäftsleiter McDonald's Solothurn mit dem Standort gemacht: «Er spricht natürlich Pendler an. Und für motorisierte Kunden gibt es die Tiefgarage, was aber viele nicht wissen.» Und so bilanziert Hofmann eine Frequenz, die mit jener des «Mac» in Biel durchaus vergleichbar sei. Einen Nachteil sieht er aber darin, dass sich der Standort nicht im eigentlichen Kern, sprich in der Altstadt, befinde: «Zwischen den Einkäufen für einen Abstecher ins ‹Mac› bräuchte man so je nachdem eine halbe Stunde Fussmarsch.»

Ebenfalls keine Standortnachteile hat als Dienstleister das Fitnessstudio «FlowerPower» zu beklagen, wie Regionalleiter Dierk Reichle bestätigt: «Unsere Situation ist sicherlich nicht mit derjenigen eines Textil-Retailers zu vergleichen. Wir haben als Fitness-Anbieter einen klassischen Pendler-Standort ausgewählt und differenzieren uns dadurch zusätzlich von der Konkurrenz in der Region.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1