Stadtbummel Solothurn
Ja so ein Märet von Märkten

Mark A. Herzig
Mark A. Herzig
Drucken
Teilen
Die Briefträger der Schweizerischen Post betätigen sich neu auch als Kleidersammler für Texaid.

Die Briefträger der Schweizerischen Post betätigen sich neu auch als Kleidersammler für Texaid.

Texaid

Die Post bringts, und die Post holts. Zumindest im laufenden Monat Oktober. Die Rede ist vom Texaid-Sack, den man mit alten Kleidern und Schuhen gefüllt vor die Haustüre in die Nähe des Briefkastens stellen kann. Der Postbote nimmt ihn dann mit. Eine gute Sache, die unsere Post da anbietet: Das Vernichten wird deutlich geringer, denn Textilien und Schuhe können wieder verwertet werden. Sei es, dass sie noch so gut im Schuss sind, dass sie nach gründlicher Reinigung weiterversandt werden können (ca. 65 Prozent). Sei es, dass daraus Putzlappen oder im schlimmsten Fall Isolier- und Dämmmaterial gemacht wird.

Einen Pferdefuss hat allerdings der Bummler entdecken müssen – der liegt aber nicht bei der Post und ihrer guten Aktion und schon gar nicht bei der Texaid, sondern wieder einmal bei der Undiszipliniertheit des Menschen. Kann der Postbote mangels Platz den Sack nicht mitnehmen, läuft dieser Gefahr, stehen zu bleiben. Dies zusammen mit den Ghüdersäcken, die oft schon Tage – auch über das Wochenende! – vor Termin hinausgestellt werden. Die Säcke sind nicht pittoresk.

Wie schnell die schönste Barockstadt der Schweiz medial zur gefährlichsten mutiert ist, konnten wir in jüngster Zeit erfahren. So wünschen wir denn, dass sie nicht auch noch zur barocksten-sacküberladenen Stadt werde. Barocke Züge nimmt auch unsere Marktlandschaft an: Der grösste, der allerdings nicht unter dieser Bezeichnung firmiert, ist die HESO, deren 40. Ausgabe kürzlich schloss. Man ist dorthin geeilt, dann durch die Reithalle und Zelte und zurück in die Stadt gebummelt, wer noch konnte.

Dieses und das nächste Wochenende wird der Bummel wieder baseltorauswärts Richtung Reithalle stattfinden, eine Rückkehr zum Tatort sozusagen – es ist Oktoberfest. Warum in der «fesch geschmückten Halle» (Zitat) Powermen auftreten, ist wohl der «anglification» unserer (?) Sprache geschuldet. Seit 800 Jahren gibt es den Wochenmarkt, heutzutage jeweils am Mittwoch und Samstag. Er wird gern einfach «Soledurner Märet» geheissen, der regionale Produkte aus nah und fern anbietet, darunter auch echt einheimische Smoothies. Damit ein jeder finde, was er sucht.

Der Weststadt-Märet ist der jüngste und kleinste unserer Märkte. Er findet am kommenden Montag vis-à-vis dem Coop City West das letzte Mal vor der Winterpause statt. Fleischwaren, Gemüse, Milchprodukte und Honig sind im Angebot. Den Buechibärger Märet finden wir jeweils Donnerstagnachmittag auf dem Rossmarktplatz. Gemüse und Obst, Backwaren, Käse. Im Rahmen des Marktes gibt es Thementage, der kommende gilt Obst von Hochstämmern. Vergessen wollen wir aber auch nicht «die Spezialisten» von Chäs- bis Velomäret! Alle können wir bummelnd erreichen und mit dem öV verlassen, wenn die Taschen beladen sind.