Schweizer Film
Ivo Kummer: Schweizer Film punktet mit «Sein, Schein und Schwein»

Im Aufschwung: Ivo Kummer, der Direktor der Solothurner Filmtage, hat sich bei der Eröffnung des Festivals am Donnerstagabend deutlich optimistischer als in den vergangenen Jahren über die Lage des Schweizer Films geäussert.

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Ivo Kummer, Direktor der Solothurner Filmtage, spricht über den Schweizer Film

Ivo Kummer, Direktor der Solothurner Filmtage, spricht über den Schweizer Film

Solothurner Zeitung

Sowohl bei den Marktanteilen im Inland wie bei den Einladungen an Festivals im Ausland konnte das Schweizer Filmschaffen 2010 zulegen. Die Grundlage des Erfolges sei «eine klare Linie mit hinreichend vielen Abzweigungen», erklärte Kummer: «Anders gesagt: Erfolg kommt von etwas Sein, etwas Schein und etwas Schwein.»

Auch in der während Jahren heftig umstrittenen Filmpolitik sieht er positive Signale: Die Gespräche der Bundesverwaltung mit dem produzierenden Teil der Filmbranche seien intensiver geworden. Wichtige Entscheide, etwa die Wahl des neuen Filmchefs oder der Filmchefin des Bundes, stehen in naher Zukunft an.

Für Euphorie ist da noch kein Platz. Wahre Optimisten seien ja nicht überzeugt, dass alles gut gehen wird, sagte Kummer: «Sie sind aber überzeugt, dass nicht alles schiefgehen kann.»

Staatspolitische Aufgabe

Traditionsgemäss eröffnete die Bundespräsidentin - dieses Jahr also Micheline Calmy-Rey - die Filmtage. Als Aussenministerin wisse sie: «je kleiner das Land, desto grösser das Ausland», erklärte der Festivaldirektor. Der Schweizer Film trage das Bild des Landes in die Welt und habe eine staatspolitische Aufgabe.

Die 46. Solothurner Filmtage dauern bis Donnerstag, 27. Januar; erstmals enden sie mit einer feierlichen «Soirée de clôture», an der auch die Träger der grossen Preise der Filmtage - «Prix de Soleure» und «Prix du Public» - bekanntgegeben werden.

Fast 218 Stunden Film

Filmpolitisch brisante Entscheide sind bereits diesen Freitag zu erwarten. Dann gibt das Bundesamt für Kultur (BAK) in Solothurn bekannt, mit welcher Unterstützung des Bundes die grossen Filmfestivals künftig rechnen können.

Für Filmfreunde bleibt genug zu gucken: Mit allen Spezialprogrammen beträgt die total programmierte Filmzeit 13'059 Minuten - nach 13'257 Minuten im Jahr 2010. Erwartet werden wie im Vorjahr deutlich über 50'000 Zuschauerinnen und Zuschauer.