In unserer Region ist eine nach wie vor rege Bautätigkeit, gestützt auf das historisch tiefe Zinsniveau, zu beobachten.» Dies sagte Präsident Christoph Geiser am Anfang seines Jahresberichtes vor der Jahresversammlung des Hauseigentümervereins (HEV) Solothurn. Und fuhr fort: «Am Immobilienmarkt in unserer Gegend zeichnen sich aber Sättigungstendenzen ab, obwohl aufgrund der kaum noch vorhandenen Verzinsung von Sparkapitalien Investitionen in Eigenheime eine nachhaltige Alternative sind.» Die Sättigungserscheinungen führte Geiser auf verschärfte Kreditrichtlinien, überhöhte Preiserwartungen und einen Angebotsüberhang zurück. Und weiter: «Bezüglich des Leerwohnungsbestandes gehört der Kanton Solothurn schweizweit noch immer zu den Spitzenreitern. Unsanierte Altbauten haben es besonders schwer, noch Mieter zu finden.»

Einengende Rahmenbedingungen

Das 2013 gutgeheissene Raumplanungsgesetz zeitigt nach Geiser Folgen: «In ländlichen Gegenden ist noch genügend Bauland vorhanden, während in städtischen Gebieten kaum mehr Reserven bebaubar und Neueinzonungen nur noch vereinzelt möglich sind.» Auf harte Rahmenbedingungen wies auch Beat Gerber, Sekretär des HEV Solothurn, in seinem von Reto Gasser verlesenen Jahresbericht hin. Dabei wies er auf die drohende Erhöhung des Kataster- und des Eigenmietwertes sowie an die am 14. Juni anstehende Abstimmung über die nationale Erbschafts- und Schenkungssteuer hin. Aus der Geschäftsstelle berichtete er Erfreuliches: Die Mitglieder, ihre Zahl ist auf 7561 gestiegen, sind offensichtlich mit den Dienstleistungen zufrieden. Daraus resultieren aber auch hohe Ansprüche. So wurden für rund 27 000 Franken Formulare verkauft. Im Weiteren wurden 1371 Rechtsauskünfte erteilt; die meisten betrafen Bau-, Erb- und Mietrecht. Damit ergänzte er die Zahlen von Geiser, der über 116 Abnahmen für Wohnungen- und Einfamilienhäuser durch zehn ausgewiesene Fachpersonen aus dem HEV berichtet hatte. Diese bemühten sich in oft schwierigem Umfeld um sachliche Diskussionen zur allseits akzeptablen Auflösung von Vertragsverhältnissen.

Leicht positive Rechnung

Die von Kassier Kurt Bargetzi vorgelegte Rechnung zeigte bei Einnahmen von 328 000 Franken einen Gewinn von 4000 Franken. Das Budget 2015 bewegt sich im gleichen Rahmen, basierend auf einem bei 40 Franken gleichbleibenden Jahresbeitrag.

Der bisherige Vorstand stellte sich wieder zur Verfügung und wurde mit Applaus bestätigt. Ihm gehören an: Christoph Geiser (Präsident), Kurt Bargetzi (Kassier), Marianne Branger-Frigerio (Aktuarin), Peter Klaus (Finanzfragen), Andreas Egger (Baufragen), Beat Gerber (Sekretär), Rolf Moser (Energiefragen) und die Beisitzer Reto Bracher, Rolf Schärer, Dieter Schneider, Philipp Späti und Marco Stampfli. Ruedi Steiner tritt als Kantonalpräsident des HEV zurück. Er wurde als Dank für seinen 30-jährigen Einsatz für die Belange der Hauseigentümer mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet. Vorher hatte er sich noch energisch gegen das am 14. Juni zur Abstimmung anstehende Erbschaftsgesetz gewandt: «Im Gegensatz zu den Behauptungen der Initianten trifft es nicht die Reichsten, sondern hauptsächlich den Mittelstand. Für die Kantone, von denen 23 die Erbschaftsteuer abgeschafft haben, wird der immense Mehraufwand die Zuweisungen des Bundes auffressen und das Anliegen ist alles andere als liberal.»

Der gemischte Chor «amici del canto» unter Leitung von Anita Wenger leitete mit einigen Liedern wie «Mys Hüsli», «Le vieux Chalet» und «Das ehrenwerte Haus», die zum Thema des Abends passten, zum gemütlichen Teil über.