Open-Air-Kino

Ist Dällebach Kari wie geschaffen für die Sommerfilme?

Mit der Räumung der Artellerie-Geschossen wurden auf der Krummturmschanze wieder die alten Platzverhältnisse gschaffen.

Mit der Räumung der Artellerie-Geschossen wurden auf der Krummturmschanze wieder die alten Platzverhältnisse gschaffen.

Am 14. August ist es wieder Zeit für «Sommerfilme auf der Krummturmschanze». Das einzige Open-Air-Kino in Solothurn setzt auf Filme wie «Intouchables», «Eine wen iig» und «The Help».

Blätter bilden das Kinodach, die Leinwand geht nahtlos in die Kulisse der Jurakette über, glasklarer Vogelsound vervollständigt die Filmbeschallung. Durch solche Elemente bestechen alljährlich die «Sommerfilme auf der Krummturmschanze». Doch auch durch seine Filmauswahl hat es seine Einzigartigkeit erlangt. Nicht die grossen Hollywood-Renner stehen im Zentrum, sondern jene abseits vom grossen Glamour.

«An diesem Konzept halten wir fest, auch wenn wir das einzige Open-Air-Kino vor Ort sind», sagt Eva Gauch, Betriebsleiterin des Alten Spitals in Erinnerung an das Open Air Solothurn von «Perron 8» am Dornacherplatz, das seit letztem Jahr nicht mehr mit von der Partie ist.

Grosses, Subtiles, Berührendes

Doch trotz der Ausrichtung wird grosses Kino heuer auch bei den «Sommerfilmen» möglich sein: Gerade mit «Les Intouchables» (18. August), dem gefühlvollen Erfolgsstreifen aus Frankreich, in dem ein adeliger Paraplegiker und ein straffälliger Pfleger eine besondere Freundschaft zueinander aufbauen.

Trailer zu «Ziemlich beste Freunde» (Intouchables)

Trailer zu «Ziemlich beste Freunde» (Intouchables)

Eröffnet werden die «Sommerfilme» am 14. August in bernischer Manier: Mit Xavier Kollers «Eine wen iig» wird die Geschichte des Berner Coiffeurs Dällebach Kari über die Leinwand flimmern. «Obwohl der Film in regulären Kinos nur mässig Erfolg hatte, könnte Dällebach Kari für dieses Ambiente und für unsere Zuschauer wie geschaffen sein», hofft Gauch. Aki Kaurismäkis Werk «Le Havre» porträtiert am 15. August das Aufeinandertreffen eines kleinen afrikanischen Flüchtlings und eines französischen Schuhputzers, der Ersteren unter seine Fittiche nimmt.

Trailer: Eine wen iig, dr Dällebach Kari

Trailer: Eine wen iig, dr Dällebach Kari

Von einem Aufeinandertreffen erzählt auch «The Guard»: So prallen auf der «Grünen Insel» Irland ein rassistischer Ire und ein schwarzer Amerikaner als Ermittler in einem Mord- und Korruptionsfall aufeinander. «Ein Film, wie prädestiniert für unser Open Air», kündigt Gauch mit «Marley» (17. August) an, der schillernden biografischen Dokumentation über den charismatischen König des Reggae.

Trailer zum Film The Guard - Ein Ire sieht schwarz

Trailer zum Film The Guard - Ein Ire sieht schwarz

Nach «Intouchables» rundet am 19. August mit «The Help» eine indisch-amerikanische Produktion die «Sommerfilme» ab. Skeeter, Schriftstellerin in spe, macht es sich zum Ziel, in einem gesellschaftlich schwierigen Umfeld das Schicksal afroamerikanischer Frauen zu untersuchen.

Digitalisierung kündigt sich an

Bei aller Beschaulichkeit und trotz Masshalten bei hollywoodhaltiger Kinonahrung wird der Anlass nicht mehr lange um gewisse Neuerungen herumkommen. Noch flimmern die Streifen zwar im 35-Millimeter-Format über die Leinwand, «aber in zwei bis drei Jahren wird die Umstellung aufs digitale Format zumindest ein Thema sein.» Der Grund dafür ist folgender: Gerade die Filme mit grösserem Absatzpotenzial werden bezeichnenderweise oft nur noch als digitale Kopien abgegeben.

Die Anlagemiete dürfte inskünftig mit den geänderten technischen Voraussetzungen dann ebenfalls zur Geldfrage werden. Der Vorteil hier, so Gauch, sei lediglich, dass man den Schwerpunkt nicht auf Mainstream-Filme setze. «So müssen wir auch nicht auf Biegen und Brechen sofort umstellen.»

70 Sitzplätze weniger als in den Vorjahren hatte die Veranstaltung im Jahr 2011 und entsprechende Einbussen beim Umsatz: Grund waren die durch den Artillerieverein zusätzlich aufgestellten Geschütze auf der Krummturmschanze. Nach der Räumung dieser fünf Kanonen Mitte Juni zeigt sich Gauch zufrieden, dass wieder die alten Platzverhältnisse geschaffen sind. «So ist der Raum wieder optimal ausgenützt.» (ak)

Sommerfilme Von 14. bis 19. August, jeweils ab 21.15 Uhr.

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