Das feingliedrig verästelte Erscheinungsbild mit den kunstvoll vernetzten Verbindungen der neuen Arbeiten der Keramikerin Theres Vanelli aus Hägendorf beruht letztlich auf physikalischen Ursachen, der sogenannten fraktalen Geometrie. Nach ihrer Ausbildung bei Keramiker Jürg C. Bächtold und weiteren Workshops ist die Künstlerin, wie sie sagt, vor vier Jahren beim «weissen Gold» gelandet.

Die Verarbeitung der feinen Masse bedingt statische Überlegungen. In der hohen Brandtemperatur wird die Masse wieder weich und fällt ohne tragfähiges Gerüst wieder in sich zusammen. Daraus ergeben sich auch weitgehend die formalen Möglichkeiten. Theres Vanelli hat daraus organisch anmutende subtile transparente Schalen- und Körbchenformen gestaltet. Ihre aufwendigen Arbeiten sind den Wachstumsgesetzen der Natur abgeschaut, welche leichte, durchlässige und doch statisch perfekte Konstruktionen zu bauen imstande ist. Mit der Verwendung von weissem Porzellan und schwarzem Steingutton im polaren Hell/Dunkel und zudem ausserhalb des Farbkreises.

Passion für abstrakte Malerei

Ganz im Gegensatz dazu die Arbeiten von Katherine Musolino aus Corgémont. Sie ist zutiefst berührt und eingenommen vom gegenseitigen Ausspielen der Farben, dem Wechsel der Empfindungen im Fortschreiten des Malvorgangs. Ursprünglich fasziniert von Gaugin und Renoir, den Farben und dem Lichtspiel der Impressionisten hat sie in ihrem zweijährigen Aufenthalt in Paris mit der Begegnung der Malerei von Wassily Kandinsky ihre Leidenschaft für die abstrakte Malerei entdeckt.

Zurück in der Schweiz hat sich die ursprünglich aus Polen stammende Künstlerin für die Schichtenmalerei in Öltechnik auf Leinwand entschlossen. Im sukzessiven Aufbau der Farbschichten mit Spachtel, Pinsel oder Schwamm mit unterschiedlichem Deckungsgrad werden stets einige Reminiszenzen mitgenommen. Es entsteht ein wechselnder Farbdialog. Die abschliessende Schicht erklingt jeweils in Rot, Blau, Gelb oder Grün mit angedeuteten waagrechten und senkrechten Texturen, gelegentlich pastos akzentuiert.

Landschaften und Blumen

In den Arbeiten von France Mattille aus Soncier-Chernex wird ihre besondere Beziehung zur Landschaft und der Blumenwelt sichtbar. Geboren in Berolle im Waadtländer Jura, folgen vorerst einige Jahre Tätigkeit als Primarlehrerin. Nach der Geburt ihres ersten Kindes hegt sie den Wunsch, sich ernsthaft durch die Kunst auszudrücken. In der Entwicklung ihres künstlerischen Werdegangs zeigt sie eine gewisse Unbefangenheit und Experimentierfreude im Verfolgen verschiedener Ausdrucksformen. Ihre Arbeiten mit Acryl und Tinten umfassen poetische Naturstudien mit dichten langstieligen Blütenständen bis zu plakativen Stilisierungen mit Varianten in Schwarzweiss sowie narrativen Landschaften im Lavieren zwischen figurativen und abstrakten Stilmitteln.

Öffnungszeiten im ArteSol: Mi/Fr, 14.30 bis 17 Uhr, Do, 15 bis 18 Uhr, Sa, 11 bis 16 Uhr. Samstagsapéro: 13. Juni, 11 Uhr. Finissage: 27. Juni, 11 bis 16 Uhr.