Stadtbummel Solothurn

Ins Gedränge kommen – aber nicht aus Zeitnot

Gedränge am Aareufer.

Entschuldigung… ah… geht schon… ach herrje… äxgüsi… es geht… ah, das war dein Bein?... Ja, ja… eng hier…» Unglaublich diese Massen! Bedrängt von allen Seiten. So hat es sich in den letzten Wochen beim Anstehen an der Hafenbar angefühlt. Drängler von allen Seiten, und jeder will zuerst bestellen können. Als ob es ohne Menschenmassen nicht schon heiss genug wäre! Man denkt, während der Sommerferien seien alle ausgeflogen, aber offenbar ist dem nicht so, nein, es sind sogar Auswärtige nach Solothurn gekommen, um sich genau am gleichen Abend wie unsereiner auf dem Aaremürli ein Fürobebierli zu genehmigen.

Entschuldigung… ah… geht schon… ach herrje… äxgüsi… es geht… ah, das war Ihr Fuss?... Ja, ja… eng hier…» Tuch an Tuch, Körper an Körper. Wie soll man hier bloss zu seinem Liegeplatz kommen? Offenbar haben alle Daheimgebliebenen die gleiche Idee gehabt: am Nami ab in die Badi. Was soll man bei Temperaturen über 30 Grad auch anderes tun? Ein Gedränge bei der Wasserrutschbahn, langes Anstehen beim Badi-Beizli und auf den Wiesen so oder so kein Schattenplätzchen. Also ab in die Aare!

Entschuldigung… ah… geht schon… äxgüsi…» Auch hier: Reifen an Reifen. Was rede ich da? FRÜHER waren es einfach Reifen: Man machte «Aare-Tubing» und war der Held, wenn man anstatt einer normalen Luftmatratze einen Reifen hatte. Heute sieht man Einhörner, Flamingos, Krokodile, Enten oder ganze Inseln auf der Aare vorbeischwimmen. Auch Esswaren sind durchaus beliebt: Pizza-Stücke, Wassermelonen oder angeknabberte Donuts. Sitzt man am Aareufer, so gibt es einiges zu bestaunen. Und eben: Auch auf der Aare ein Gedränge.
Entschuldigung… ah… geht schon… ach herrje…» Kaum zu glauben, sogar beim Spazieren! Die Fegetzallee Mitte Woche voller Wohnwagen des Circus Knie. Und hat man endlich die Einsiedelei erreicht, so folgt die Ernüchterung Schritt auf Schritt. Auch hier ein Gedränge sondergleichen. Einheimische, Auswärtige und mitten in der Masse – der Einsiedler.
Als Fazit könnte man ziehen, dass momentan in Solothurn überall gedrängt und gedrückt wird. Da ziehe ich es vor, mal einen Ausflug zu machen. Vielleicht morgen nach Zürich. Voilà.

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