Solothurn
Inhaber des Tattoo-Studios von Polizei überrascht: «Plötzlich hatte ich Handschellen an»

Sandro Spahn hatte am Dienstagnachmittag eine überraschende Begegnung mit der Sondereinheit Falk. Diese brach in sein Tattoostudio in Solothurn ein und legte ihm Handschellen an.

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«Ich habe für meinen nächsten Kunden vorbereitet und hörte einen Knall. Als ich zum Eingang kam, standen sie schon zu viert in Vollmontur da, die Waffe auf mich gerichtet. Sie haben gesagt, dass ich das T’shirt ausziehen und auf den Boden liegen soll. Da haben sie mir Handschellen angelegt und den Schlüssel für die Verbindungstür zum Wohntrakt verlangt. Da musste ich ihnen erklären, wo er ist.»

Auf die Begegnung, die er am Dienstagnachmittag mit der Polizei hatte, könnte Sandro Spahn gerne verzichten. «Es ist krass, wie schnell es geht. Plötzlich hat man Handschellen an.»

Polizisten der Sondereinheit Falk der Kantonspolizei Solothurn überraschten ihn vor 16 Uhr unsanft. Der Besitzer des Tattoo-Studios im Hochparterre hatte nicht vernommen, dass sich die Polizisten beispielsweise durch Klopfen angekündigt hätten. «Ich glaube, dass sie Sprengstoff gesucht haben und deshalb so resolut vorgegangen sind», vermutet er. Es hätte aber auch sein können, dass er wegen seiner Arbeit einfach nichts gehört habe.

Polizeieinsatz an der Zuchwilerstrasse in Solothurn
10 Bilder
Die Polizei verschaffte sich gewaltsamen Zutritt zum Tattoostudio
Die Sondereinheit Falk durchsucht das Haus – die Polizei sperrt die Strasse ab
Die Polizisten schauen sich in und über der Garage um.
Der Polizeihund wird zum Haus gebracht
Alles wird dokumentiert
Mit diesen Kastenwagen ist die Sondereinheit Falk unterwegs
Der Einsatz ist vorbei, die Sondereinheit ist abgerückt
Die eingeschlagene Tür aus der Nähe
Sandro Spahn gehört das Tattoo-Studio im Hochparterre. Bei ihm haben die Polizisten die Tür aufgebrochen.

Polizeieinsatz an der Zuchwilerstrasse in Solothurn

Lea Durrer

Während die Polizisten den Rest des Hauses durchsuchten, hielten sie den Tätowierer an Ort und Stelle. «Es ging lange, bis ich Informationen erhalten habe», sagt Sandro Spahn. Die Polizei hatte einen Hausdurchsuchungsbefehl dabei, welcher der Festgehaltene aber nicht lesen konnte. Um ihn ging es bei der ganzen Aktion aber offenbar nicht. «Die Polizisten sprachen mehr mit den Personen, die im Haus wohnen», sagt Spahn.

Über seine türkischstämmigen Vermieter (mit drei Kindern) verliert der Tätowierer kein einziges negatives Wort. Alle seien stets äusserst nett und zuvorkommend gewesen.

Die Polizei hat beim Einsatz am Dienstagnachmittag niemanden festgenommen. Die Basler Staatsanwaltschaft äussert sich wegen laufender Ermittlungen nicht zum Einsatz. (ldu)

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