Attestlehre
Infotag zur Attestlehre: Mit guten Manieren ist man schon fast am Ziel

Weit über 400 Schüler nahmen an der Berufsinfomesse im Alten Spital in Solothurn über die neue Attestausbildung teil. Die Attestlehre richtet sich an die schulisch schwächeren Jugendlichen aus Werkklassen und Oberschulen.

Claudia Hofer
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Lehrstelleninfotag Solothurn
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Lehrstelleninfotag Solothurn

«Ich habe tatsächlich einmal ein Bewerbungsdossier mit der Anschrift, sehr geehrter Herr Hans Huber erhalten! Dabei heisse ich Urs Schmid und meine Geschäftsstelle liegt an der Hans-Huber-Strasse in Solothurn.» Diese kleine Anekdote erzählt der Geschäftsführer vom Lehrbetriebsverbund Mittelland einer Schar Achtklässlern der Oberschule Bettlach.

Diese besuchten den Vortrag «Fit für die Lehre», ein Programmpunkt des 3. Lehrstelleninfotages im Alten Spital Solothurn. «Was denkt Ihr, wie lange ich brauchte, um zu entscheiden, ob ich diese Bewerbungsmappe weiter anschaue? Keine Minute! Das ist doch Gschludder!» Auf nüchterne Art und anhand lebhafter Beispiele lockte Urs Schmid die Jugendlichen aus der Reserve und sprach sie auf die Anforderungen an, welche die Lehrstellensuche mit sich bringt.

Gut vorbereitet und motiviert

Eine Vielzahl von Betrieben und Verbänden informierte an der Berufsmesse Schulklassen, Lehrer und Eltern aus dem ganzen Kanton über das Angebot der zweijährigen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA). Die Attestlehre richtet sich an die schulisch schwächeren Jugendlichen aus Werkklassen und Oberschulen.

«Die Betriebe erwarten von euch Fleiss und Pflichtbewusstsein sowie Pünktlichkeit und Ordnung», sagte Urs Schmid – und fragte in die Runde: «Hat jemand von euch schon einmal den Flieger in die Ferien verpasst?» Die Schüler horchten auf. «Wohl eher nicht, wenn Ihr nämlich wollt, dann seid Ihr rechtzeitig und genau das erwarten auch die Arbeitgeber.» Schmid forderte die Schüler im Weitern auf, Eigenverantwortung zu übernehmen. Und: «Sammelt Erfahrungen, schnuppert in den Betrieben, findet heraus, was Ihr wollt und zieht dabei auch Ausweichberufe in Betracht.»

Das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich der Attestlehre präsentierte sich den Schülern im grossen Saal des Alten Spitals. Gezielt holten sich die Jugendlichen hier an den Tischständen ihre Informationen. Albrecht Stadler von der IG zweijährige Grundbildung, zieht betreffend den Wissensdurst eine positive Bilanz: «Die Schüler sind gut vorbereitet und motiviert. Aber auch ihre Lehrer leisten wichtige Vorarbeit und helfen aktiv bei der Lehrstellenfindung mit.»

Ein reichhaltiges Programm

«Berufsmessen mit drei- und vierjährigen Lehrstellenangeboten gibt es viele. Für Jugendliche mit schwachen Noten kann das demotivierend sein», sagt Eva Gauch, Betriebsleiterin des Alten Spitals, und Catalina Walther, Fachverantwortliche für Integration im Alten Spital, ergänzt: «Wir beschränkten uns am Lehrstelleninfotag absichtlich auf die zweijährige Grundausbildung EBA und füllen damit ein Nischenangebot aus, speziell für Jugendliche mit tieferem Bildungsniveau, für die sich der Einstieg ins Berufsleben meist schwieriger gestaltet.»

Im Rahmen des Lehrstelleninfotags konnten Schüler vorgängig ihre Bewerbungsdossiers einschicken, die dann von Fachpersonen beurteilt wurden. Angeboten wurde auch ein eigentliches Bewerbungstraining. Projektleiterin Catalina Walther ist zufrieden mit dem Anlass und zählt weit über 400 Schüler.