Solothurn
In Zukunft kann man die Berlinerkissen nicht mehr einfach umfahren

Die neuen Berlinerkissen in der Brühlstrasse sind bei den Solothurner Autofahrern alles andere als beliebt. So fahren viele einfach durch die parallel verlaufende Brunnmattstrasse. In Zukunft wird dies allerdings nicht mehr möglich sein.

Wolfgang Wagmann
Drucken
Teilen
Berlinerkissen in Solothurn
5 Bilder
Die Brunnmattstrasse ist eine beliebte Alternativroute zur Brühlstrasse geworden
Die Brunnmattenstrasse galt bisher als ruhige Wohnzone
Eigentlich ist die Brunnmattstrasse gar nicht so einfach zu befahren
Berlinerkissen - das Schreckgespenst der Autofahrer

Berlinerkissen in Solothurn

Wolfgang Wagmann

«Da ruinierst Du nur deine Stossdämpfer!» Seit der Einführung von Tempo 30 in der Weststadt sind keineswegs alle Anwohner begeistert über das neue Verkehrsregime. Und wer die Brühlstrasse vermeiden kann, tut das.

Denn dort sind die gar nicht beliebten Berlinerkissen eingebaut; die auf der langen, übersichtlichen Gerade zur Temporeduktion zwingen. Da bietet sich als Alternativroute die nur wenige Meter südlich, parallel zur Brühlstrasse verlaufende Brunnmattstrasse an.

Sie verläuft zwar nicht ganz so gerade, und beidseits sind etliche Fahrzeuge parkiert. Aber: Es gibt dort keine Schwellen. «Tatsächlich haben wir dort die Situation überprüft und Mehrverkehr festgestellt», räumt Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei ein.

Auch einem Anwohner der Brunnmattstrasse war dies aufgefallen und er hatte interveniert. Darauf sei die Überprüfung erfolgt, betont Fedeli. Später hatten noch andere Anwohner der Brunnmattstrasse mit einer Unterschriftensammlung gegen den neuen Mehrverkehr nachgelegt.

Jetzt macht die Stadtpolizei Nägel mit Köpfen: Beidseits werden die Zufahrten mit einem Fahrverbot für Motorfahrzeuge belegt, nur noch «Zubringerdienst» - ein verkehrstechnisch allerdings sehr weit gefasster Begriff - soll künftig gestattet sein.

Verkehr ist «wie Wasser»

Für Peter Fedeli waren die Ausweichmanöver absehbar, denn «der Verkehr ist wie Wasser. Wenn er irgendwo behindert wird, fliesst er anderswo ab.» So haben beispielsweise schon Anwohner des Oberen Steingrubenquartiers geäussert, sie würden bei Tempo 30 auf der St. Niklaus-strasse nicht mehr diese benützen, sondern auf die Steingrubenstrasse ausweichen.

Im Fall Brunnmattstrasse habe man trotz Kenntnis dieser Zusammenhänge «anfänglich geschaut, was passiert», so Fedeli. Denn die Brunnmattstrasse erlaube nicht einfach auch den Einbau von Schwellen oder das Markieren von versetzten Parkfeldern. «Das ist dort wegen der vielen Ein- und Ausfahrten unmöglich», erklärt der Polizeikommandant.

Übrigens: Bei den Tempo-Kontrollen in der Weststadt wurde eine gute Disziplin in Sachen Tempo 30 festgestellt - «Bussenfallen» in Tempo-30-Zonen wie am Herrenweg oder an der breiten, übersichtlichen, aber kaum zurückgebauten Langendorfstrasse sind offenbar im Westen der Stadt nicht auszumachen.

Dennoch gibt und gab es für Peter Fedeli noch Korrekturbedarf in der Weststadt: An der Allmendstrasse musste eine neue Bodenmarkierung gegen das Parkieren im Abbiege-Kurvenradius angebracht werden, dann soll das kurze 50er-Stück zwischen dem Sonnenpark und Stadionkreisel ebenfalls Tempo 30 zugeschlagen werden. Und auf dem Prüfstand ist bereits wieder das neue Verkehrsregime in den Quartierstrassen südlich der Bielstrasse.

Aktuelle Nachrichten