Regiobank Solothurn

«In Zeiten des raschen Wandels geht nichts über den persönlichen Kontakt»

Markus Boss, CEO Regiobank

Markus Boss, CEO Regiobank

In der Zuchwiler Eishalle fand mit 1214 Aktionären die Generalversammlung der Regiobank statt. Dabei sinnierte CEO Markus Boss über die Wichtigkeit des direkten Kundenkontakts.

An die letztjährige Jubiläums-Generalversammlung der Regiobank mit 1634 Aktionären reichte der Personenkreis heuer nicht heran. Immerhin stattliche 1214 waren es, die der Einladung in die Zuchwiler Eishalle gefolgt waren. Dies bei einem Aktionärsbestand, der gegenüber dem Vorjahr um 104 Kapitalgeber auf 5822 angewachsen ist.

Über Wachstum konnte Verwaltungsratspräsident Felix Leuenberger denn in vielerlei Hinsicht berichten: «Bilanz, Eigenmittel und Geschäftserfolg haben sich erfreulich und positiv entwickelt.» So wurde das Eigenkapital um 7,9 Mio. auf 191,8 Mio. Franken erhöht, die Bilanzsumme überschritt erstmals die 2,5-Mia.-Grenze, und die Kundengelder nahmen um 4,8 Prozent oder 87 Mio. Franken zu. Der Jahresgewinn stieg leicht auf 7,254 Mio. Franken. Mit einem Kurs- und Steuerwert von 3800 Franken hat auch die Aktie gegenüber dem Vorjahr um 25 Franken an Wert gewonnen.

Weiter bot Leuenberger einen Ausblick über anstehende Tätigkeiten der Bank: So laufen zurzeit die Bauarbeiten für eine neue Filiale in Zuchwil, die mit einem «Drive-In»-Bankomat ausgestattet wird. Ferner wies er auf ein schwieriges 2016 hin, bestimmt von Negativzinsen und Frankenstärke. «Aber der bisherige Geschäftsverlauf ist positiv.»

Kritik an der Geldschwemme

Eine kritische Note richtete Leuenberger an die Europäische Zentralbank EBZ, bei der darüber nachgedacht wird, mit Gratisgeld die Wirtschaft anzukurbeln und der Deflation entgegenzuwirken. Kein gutes Wort hatte er für Mario Draghi übrig: «Ich frage mich, warum man ausgerechnet einen Italiener zum EZB-Präsidenten gewählt hat und keinen sparsamen Schwaben oder geizigen Schotten? Die hätten ein striktes Sparregime eingeführt», befand er mit Augenzwinkern. «Es wäre hart geworden, aber nach zwei, drei Jahren hätte sich die Wirtschaft wohl erholt.»

Hingegen hatte er Lob für die Schweizerische Nationalbank übrig: «Ich habe Vertrauen in die SNB. Auch wenn ich gegen übertriebene Regulierungen bin, wie wir sie als Bank erleben: Im Immobilienbereich sind die Regulierungen, initiiert durch die SNB, sinnvoll, um Blasen zu verhindern und Risiken zu minimieren.»

Auch bei der Regiobank selbst kommen laut Leuenberger strenge Regulierungen zur Anwendung, gerade was die Hypothekarvergabe angeht. «Diese vorsichtige Politik wollen wir in Zukunft weiterführen, nicht aber ohne herausfordernde Ziele zu setzen.»

Der persönliche Kontakt

Auf eines der erklärten Ziele, die sich die Regiobank nach wie vor auf die Fahne schreibt, ging Markus Boss als Vorsitzender der Geschäftsleitung genauer ein: «Der persönliche Kundenkontakt ist für uns das wichtigste Element einer erfolgreichen Geschäftsbeziehung.» Damit wehrt sich Boss auch gegen Auslagerung und Automatisierung von Serviceleistungen. «Gerade in Zeiten der Unsicherheit und des raschen Wandels, der Eurokrise und der Negativzinsen, geht nichts über den persönlichen Kontakt.»

Bevor sich die «Ladybirds» mit Band in den ungezwungenen Teil des Abends hineinsangen, hiessen die anwesenden Aktionäre alle Traktanden, darunter die Jahresrechnung gut. Ferner genehmigten sie eine Dividende von weiterhin 66 Franken. Anlässlich der GV wurde zudem Peter Oetliker als Geschäftsleitungsmitglied im Bereich Marktsupport und Logistik verabschiedet. Er tritt in den Ruhestand und wird abgelöst von Albert Thommen.

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