Die Achse Rossmarktplatz-Prisongasse scheint je länger, je mehr Bacchus, dem Gott des Weines, gewidmet zu sein. Zum Weinhändler Affolter und zum italienisch inspirierten «Vini al Grappolo» kommt ab diesem Freitag ein weiterer Pflichtstopp für Weinliebhaber hinzu. Im ehemaligen Kebab-Vorstadt-Imbiss hält Traubenkultur Einzug, obwohl der Titel «T-Room» eher auf ein Tee-und-Kuchen-Angebot schliessen lässt.

Hinter diesem Titel stehen als Co-Geschäftsführer Andreas Ryffel (36) und Andreas Meyer (32). Ryffel ist bekannt als Betreiber von «Am Quai», das neu unter anderer Leitung weitergeführt wird. «Wir konnten den Mietvertrag nicht verlängern, haben aber ohnehin nach einer Alternative gesucht», sagt der gelernte Einkaufsfachmann.

Konkret bietet die Liegenschaft an der Prisongasse 1 vor allem auch mehr Platz: Im «Am Quai» fanden rund 60 Leute Platz, im «T-Room» werden es rund 100 sein. Und im Zentrum steht wie erwähnt der Wein, weshalb Meyer ins Geschäft einstieg: Der gelernte Bankfachmann führt zusammen mit seiner Mutter in Gerlafingen seit acht Jahren eine spanische Weinhandlung und wird entsprechende iberische Tropfen im Lokal kredenzen.

Und die erklärte Absicht, sich zu vernetzen, geht noch weiter, wie Ryffel erklärt: «So besteht eine Zusammenarbeit mit dem ‹Vini›, das italienische Weine beisteuert, sowie eine Partnerschaft mit der Weinhandlung Affolter, die uns mit Spirituosen beliefert.» Wie Meyer ankündigt, «werden wir so Spitzengewächse haben und in einem Bar-Ambiente Topweine anbieten können.» 13 Biere sowie Apéroplättli werden das Angebot abrunden. «Alle sollen sich angesprochen fühlen, und auch altersmässig lassen wir unsere Zielgruppe gegen oben offen», sagt Meyer.

Mit Andreas Ryffel zusammen bedienen sieben weitere Mitarbeiter im Stundenlohn die Kundschaft des «T-Room».

Jazz und Blues kehren ein

Auch musikalisch wollen Ryffel und Meyer im «T-Room» auftrumpfen, nachdem im «Am Quai» vor allem DJ-Klänge zu hören waren. Eine kleine Bühne und ein vom Nachbarn Music Melody bereitgestelltes Klavier gehören zum Inventar. «Wir haben eine enge Zusammenarbeit mit der Jazzschule Basel aufgebaut», sagt Ryffel und deutet somit auch die stilistische Stossrichtung an: Zu hören sein wird vor allem Jass und Blues. «Aber auch Literatur, Comedy oder ein Singer-Songwriter-Abend wird Platz haben.»

Einstweilen planen die beiden, an jedem Wochenende etwas Kulturelles zu bieten. Auch Disco-Klänge werden zu hören sein, dies aber vor allem im eigens umgerüsteten, schallgedämmten Keller, wo sich auch eine Raucher-Lounge befindet. Als Besonderheit des «Am Quai» hat Ryffel mit dem Umzug im Übrigen auch das jährlich wiederkehrende einmonatige «Radiologisch»-Radioprojekt in die Vorstadt «gezügelt».

Irish Pub am Landhausquai

Derweil bereitet sich ein Team mit Vanna Etter, Tom Middelweerd sowie Dominic und Philipp Dornbierer auf den Umbau des alten «Am Quai» zum Irish Pub vor. Dieses soll Anfang Juni mit rund 60 Plätzen eröffnet werden.

Öffnungszeiten: Mi/Do, 18–0.30 Uhr; Fr/Sa, 18 bis 2 Uhr. Eröffnung: Fr, 18. März (Apéro), mit Thomas Baumgartner (Jazz) und DJ Doobie ab 23 Uhr. Sa, 19. März, mit Thomas Baumgartner Trio.