Solothurn
In Solothurn wird eifrig «glädelet» – ausgezeichneter Ausverkauf

Der Ausverkauf ist und bleibt beliebt, doch inzwischen dauert er fast das ganze Jahr. Bisher verlief der diesjährige Ausverkauf ausgezeichnet, wie die Bilanz der Geschäfte und Warenhäuser zeigt.

Nadine Schmid
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Auch in Solothurn sind die «Sale»-Schilder überall zu finden.

Auch in Solothurn sind die «Sale»-Schilder überall zu finden.

Wolfgang Wagmann

Es ist Ausverkaufszeit. Auch in Solothurn hängen überall die lockenden «Sale»-Schilder in den Schaufenstern. Die Geschäfte und Warenhäuser ziehen Bilanz: Der Ausverkauf läuft bisher ausgezeichnet. Seit der Liberalisierung des Markts beginnen nicht alle mit dem Ausverkauf zur gleichen Zeit. Sowohl kleinere Läden als auch Warenhäuser Solothurns reduzierten in der Winterzeit die ersten Preise im November oder nach Weihnachten.

Die Interdiscount- und die Manorfiliale beispielsweise orientierten sich am traditionellen Ausverkaufstermin: nämlich an jenem nach den Festtagen. Bis Mitte Februar werden sie Waren verbilligt anbieten. Im Solothurner Manor sind die angesehensten Reduktionen Brettwaren und Bratpfannen.

Können die Kunden während der «Sale»-Zeit» dank billiger Artikel profitieren, so kann der Manor dadurch wieder mehr Luft bekommen: «Der Ausverkauf dient dazu, die Lager zu bereinigen und Platz für neue Ware zu schaffen. Bis zum Ende des Ausverkaufs können fast alle Artikel verkauft werden», erklärt Pressesprecherin Ella Steinbrecher.

Traditionsausverkauf ist beliebt

Steinbrecher stellt fest: «Trotz der Liberalisierung des Marktes, die es erlaubt, Sonderverkaufsaktionen das ganze Jahr hindurch durchzuführen, haben sich bei den Kunden die beiden traditionellen Ausverkaufsperioden nach Weihnachten und während der Sommerferien eingeprägt.»

Doch nicht nur in den grossen Warenhäusern wurde emsig eingekauft. Im Anouk an der Judengasse lief der Ausverkauf bisher sehr gut und auch bei Chaussures Yvonne gibt es nichts zu klagen. Ebenso Thomas und Monika Schärer, Inhaber von den beiden Filialen Mode Küng in Solothurn sind zufrieden.

Bricht die Zeit der Reduktionen an, so kommen bei Schärers vor allem in den ersten drei Wochen Kunden, da dann das Angebot und die Auswahl noch grösser sind. Doch obschon der Ausverkauf gut war, für Mode Küng gab es schon bessere. Thomas Schärer erklärt: «Wir hatten eine sehr gute reguläre Saison. So haben wir jetzt auch weniger Auswahl bei den Produkten mit reduzierten Preisen. Wir kaufen nämlich keine zusätzliche Ausverkaufsware ein.»

Auch Daniela Jäggi, Inhaberin von Cristina’s an der Hauptgasse freut sich über eine erfolgreiche reguläre Saison: «Sie lief sehr gut. Ich kann wirklich nichts Negatives sagen. Ich habe so viel verkauft, dass ich nicht mehr so viel Sortiment für den Ausverkauf übrig habe», erklärt Jäggi. Auch sie kauft keine zusätzliche Ware für diese Zeit der reduzierten Preise ein. Inzwischen hat sie nur noch 50 Stücke, die verbilligt sind.

Wert wird herabgesetzt

Der Ausverkauf trifft aber auch auf kritische Stimmen. Jäggi übt vor allem Kritik am «Dauerausverkauf»: «Durch die Marktliberalisierung ist in manchen grossen Geschäften fast das ganze Jahr über Ausverkauf. Und das, weil es zu viele Textilien gibt und weil die Läden wieder die Lager leeren müssen. Die kleineren Geschäfte bekommen dadurch Probleme. Eigentlich sollte der Ausverkauf die kürzere Zeitspanne sein. Dazu kommt, dass es auf dem Markt auch viele unfaire Schnäppchen gibt, bei denen man den Kunden hinters Licht führt.»

Und gar kein Ausverkauf

Auch Lisa Albani, Inhaberin des Schuhgeschäfts Albani Stalden ist nicht angetan vom Ausverkauf. Sie boykottiert ihn ganz: «Bei mir gibt es keinen Ausverkauf. Lediglich am Märetfest biete ich einige Produkte zu speziellen Preisen an. Ich finde, dass diese Ausverkaufswellen den eigentlichen Wert der Ware herabsetzen. Der Artikel kostet zwar mehr, aber man baut eine andere Beziehung zu einem Produkt auf, wenn es gute Qualität hat und man es jahrelang benutzen kann.»

Bei Albani findet man auch Accessoires wie Pullis und Taschen. Sie kauft ihre Ware, die sie als «klassisch» beschreibt, vornehmlich aus der Schweiz und aus anderen europäischen Ländern ein. Denn sie möchte Europa unterstützen.

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