Neues Labor
In Solothurn wird an neuer Stelle der rote Lebenssaft untersucht

Das Blutentnahmezentrum von Unilabs hat seinen Standort vom Obach an die Poststrasse verlegt. Die Patienten nehmen jedoch nicht selbst mit dem Blutentnahmezentrum Kontakt auf, sondern werden von ihrem Arzt an ein solches verwiesen.

Daniela Zimmermann
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Helen Frey, Leiterin Kundendienst, und Priska Müller, Bereichsleiterin des Labors.

Helen Frey, Leiterin Kundendienst, und Priska Müller, Bereichsleiterin des Labors.

Daniela Zimmermann

Am 3. Januar fand an der Poststrasse 2 die Eröffnung des Labor und Blutentnahmezentrums von Unilabs statt. Bis anhin befand sich dieses nördlich der Klinik Obach. Neugierige Solothurner konnten es nicht lassen, aus reinem Interesse beim neu eröffneten Blutentnahmezentrum von Unilabs anzurufen oder sogar vorbei zu schauen.

Die Neugier überrascht nicht, denn bei diesem Geschäftsmodell handelt es sich um ein Konzept, das in der Deutschschweiz noch wenig bekannt ist - ganz im Gegensatz zur Romandie: Blutentnahmen werden nicht mehr von der Praxisassistentin in der herkömmlichen Arztpraxis, sondern in einem eigens dafür zuständigen Zentrum vorgenommen. Dadurch ist die Patientin oder der Patient flexibler, da er selbst entscheiden kann, wann er zur Blutentnahme kommen will.

Nach der Entnahme die Validierung

Die Patienten nehmen jedoch nicht selbst mit dem Blutentnahmezentrum Kontakt auf, sondern werden von ihrem Arzt an ein solches verwiesen. Die Proben dienen ausschliesslich der Untersuchung im Labor, das sich meist, so auch in Solothurn, gerade beim Blutentnahmezentrum befindet.

Das 87 Quadratmeter grosse Labor und Blutentnahmezentrum in Solothurn ist in drei Räume unterteilt. Tritt der Patient ein, findet er sich in einem hellen Warteraum wieder. Die Entnahme erfolgt in einem dafür vorgesehenen Blutentnahmeraum, der an ein klassisches Arztzimmer erinnert.

Es geht um einige Mililiter

Ungefähr fünf Minuten dauert das Prozedere, danach verlässt der Patient das Zentrum wieder - um einige Milliliter Blut «leichter». Im letzten Raum, dem Labor, wird das entnommene Blut auf biologische Parameter untersucht. Nach der Erfassung im Laborinformationssystem werden die Proben auf den entsprechenden Geräten automatisch oder manuell verarbeitet. Muss die Blutprobe auf etwas untersucht werden, das nicht im Labor in Solothurn möglich ist, wird sie anschliessend von einem Kurier ins Berner Zentrallabor gebracht.

Nach einer technischen Überprüfung durch einen biomedizinischen Analytiker und eine medizinische Validierung durch einen Wissenschafter gelangen die Resultate wieder zum Hausarzt. «Er bespricht sie mit dem Patienten, stellt eine Diagnose und kann bei Fragen den zuständigen Experten von Unilabs kontaktieren», erklärt Helen Frey, Leiterin des Kundendiensts und biomedizinische Analytikerin den ganzen Vorgang.

Alte Technik neuer Ort

Bis vor kurzem befand sich das Blutentnahmezentrum bei der Klinik Obach, die Anfang Januar 2012 von Genolier übernommen wurde. «Da unabhängige Blutentnahmezentren zum Geschäftsmodell von Unilabs gehören, wurde entschieden, auch in Solothurn eine eigenständige Stelle zu eröffnen», erklärt Roberto Zanani, Communication Manager von Unilabs. «Das Labor wurde von der Klinik Obach weg verlagert. »

«Die Arbeitsweise und Techniken im neu eröffneten Zentrum bleiben die selben», versichert Helen Frey, «durch den grösseren Patientenbereich werden die Patienten jedoch mehr ins Zentrum gerückt.»