Die Ortsplanungsrevision hatte den Gemeinderat schon im Vorjahr mehr als einmal beschäftigt, das Räumliche Leitbild war in der Folge durch einen Einsprecher juristisch bekämpft worden. Immerhin trat im Mai der Gemeinderat auf das Geschäft ein und gab am 5. Juni unter einigen Begleitgeräuschen das Planungswerk, ergänzt durch ein neues Parkierungsreglement und die ebenfalls neue Gastrozonenplanung, zur Mitwirkung frei.

Dies immer unter dem Damoklesschwert der hängigen Beschwerde, die zwar im Juli vom Regierungsrat abgewiesen worden war und irrtümlich in Lausanne gelandet war. Das Bundesgericht verwies sie dann ans Verwaltungsgericht.

Nachtruhe oder Ausgang?

Am 12. September begann die Mitwirkungsphase zur Ortsplanungsrevision, die bis Ende Oktober dauerte und gegen 450 Stellungnahmen generierte. An den Anlässen, die das Stadtbauamt zu einzelnen Themenkreisen organisiert hatte, ging es unterschiedlich hoch zu und her. Auf die grösste Resonanz stiessen die neuen Gastrozonen, denn zwei völlig unterschiedliche Bewegungen formierten sich im Spätsommer, um sich in der Mitwirkung einzubringen.

So einerseits die Anwohnerschaft in der Organisation «L(i)ebenswertes Solothurn», die auf ihr Recht der Nachtruhe pochte, andererseits die Bewegung «Auch eine Barockstadt will jung bleiben», die sich für die neuen Gastrozonen und damit längere Öffnungszeiten aussprach.

Ein Thema, das schon Ende Februar konkret bewegt hatte: Damals gab Markus Moerler seinen Ausstieg aus dem Club-Projekt in der Landi bekannt, da er wegen Opposition aus der Nachbarschaft keinen raschen Realisierungstermin mehr sah. Das Projekt wäre in der privilegierten Gastrozone A geplant gewesen.

Im Mittelteil der Landi sollte das Eventlokal der «Eleven»-Gründer auf einer Fläche von 330 Quadratmetern zustandekommen.

Im Mittelteil der Landi sollte das Eventlokal der «Eleven»-Gründer auf einer Fläche von 330 Quadratmetern zustandekommen.

Und einige Nebengeräusche

Kritik erntete das rigidere Bauinventar auch durch Besitzer von Häusern, die neu unter Schutz gestellt werden sollten. Mitte Oktober kritisierte der Baujurist Theo Strausak öffentlich die neuen Qualitätssicherungs-Instrumente, die das Bauen seiner Ansicht nach künftig massiv erschweren würden.

Auch FDP-Gemeinderat Urs Unterlerchner hatte die Vergabe von Aufträgen zur Ortsplanungsrevision und die Stossrichtung bei der Mobilität in einer Interpellation hinterfragt und attackiert.