Zart 2020
«In Solothurn sind solche Ausstellungen machbar»: Im Gespräch mit der Präsidentin des Kunstvereins

Brigitte Müller ist Präsidentin des Kunstvereins Solothurn. Der Verein hat mit dem Haus der Kunst St. Josef die Kunstausstellung Zart 2020 organisiert. Die Ausstellung hat an verschiedenen Orten in der Stadt Kunstwerke gezeigt. So waren der Kreuzackerplatz oder die Jesuitenkirche seit Juli auch Ausstellungsorte.

Judith Frei
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Sie sind die «Zart2020»-Macher. (v. l.) Reto Emch, Brigitte Müller und Anna Bürkli.

Sie sind die «Zart2020»-Macher. (v. l.) Reto Emch, Brigitte Müller und Anna Bürkli.

Solothurner Zeitung

Nach drei Monaten ist die Kunstausstellung nun zu Ende. Wie fühlen Sie sich?

Brigitte Müller: Anna Bürkli, Vizepräsidentin unseres Vereins, Reto Emch vom Haus der Kunst St. Josef und ich haben im Mai 2018 mit diesem Projekt angefangen. Die Organisation und Durchführung war eine intensive und schöne Zeit. Ich war am letzten Ausstellungswochenende in der Dreibeinskreuzkapelle und habe die Wandbilder nochmals angeschaut. Da war ich beinahe wehmütig. Ich bin aber erleichtert, dass die Ausstellung ohne Zwischenfälle und gut besucht über die Bühne ist.

Das Kunstwerk am Kreuzackerplatz wurde abgebaut. (Archivbild)

Das Kunstwerk am Kreuzackerplatz wurde abgebaut. (Archivbild)

Tom Ulrich / fotomtina

Was für Zwischenfälle haben sie befürchtet?

Wenn im öffentlichen Raum ausgestellt wird, dann kann es immer zu Vandalismus kommen. Wir haben beinahe schon damit gerechnet. Es wurden aber keine Kunstwerke beschädigt. Es hat uns gezeigt, dass in Solothurn solche Ausstellungen machbar sind.

Die Ausstellung war gratis und frei zugänglich. Wie wissen Sie, dass die Ausstellung gut besucht wurde?

In der Spitalkirche und in der Dreibeinskreuzkapelle gab es Ausstellungsaufsichten, die Buch geführt haben: In der Kirche sind insgesamt 2400 Interessierte gekommen. In der Kapelle 1200. Auch die Führungen waren gut besucht.

Hat Corona die Ausstellung beeinflusst?

Wir haben im Frühling entschieden, dass wir Zart trotz Pandemie durchführen werden. Es hat sich gezeigt, dass es der richtige Entscheid war. Einzig das Kunstwerk in der Spitalkirche von Alex Hanimann traf verspätet ein, wegen Verzögerungen, verursacht durch den Lockdown.

Jetzt sind die Ausstellungsobjekte wieder abgebaut. Wird nichts zurückbleiben?

Doch. Die erwähnte Figur von Hanimann und das Werk von Johan Tahon kommt in die Sammlung des Kunstvereins Solothurn und somit ins Kunstmuseum. All die anderen Objekte wurden bereits abgebaut oder von den Kunstschaffenden abgeholt, da sie für den öffentlichen Raum geschaffen wurden.

Nach dem Zart 2020 kommt das Zart 2021?

Nein bestimmt nicht. So eine Ausstellung braucht sehr viel Energie und Ressourcen, die wir neben den laufenden Projekten nicht haben. Wer sich engagieren oder uns unterstützen will, kann Mitglied von unserem Verein werden. (jfr)

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