Charles Sealsfield
In Solothurn Ruhe gefunden: Neue Gedenktafel für internationalen Schriftsteller

Charles Sealsfield: Der aus Österreich stammende und in den USA wirkende Schriftsteller verbrachte seinen Lebensabend in Solothurn. Nun erhielt Sealsfield eine neue Gedenktafel an der Bergstrasse.

Katharina Arni-Howald
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Die neue Gedenktafel, die an Sealsfields Aufenthalt in Solothurn erinnert.

Die neue Gedenktafel, die an Sealsfields Aufenthalt in Solothurn erinnert.

zvg

Er hat während sechs Jahren in Solothurn gelebt und sich 1858 auf Anregung eines Freundes an der Bergstrasse 49 eine Liegenschaft gekauft. Der 1793 in einem Weinbaugebiet in Österreich geborene Carolus Magnus Postl, der sich 1823 aus unerklärlichen Gründen in die USA absetzte und sich den Namen Charles Sealsfield zulegte, ist für die meisten Solothurner Zeitgenossen ein Unbekannter. Dies obwohl auf dem Friedhof Feldbrunnen-St. Niklaus ein stattliches Grabmal mit der Inschrift «Charles Sealsfield, Bürger von Nord Amerika» an den zugezogenen Schriftsteller erinnert und in der Zentralbibliothek Solothurn eine reichhaltige Sammlung von Manuskripten und Erstausgaben seiner Werke aufbewahrt wird. Sealsfield erlag 71-jährig einem Krebsleiden in seiner Wahlheimat.

Die Gedenktafel Charles Sealsfield ist an der Fassade montiert. Mit dabei bei der Enthüllung waren Felix C. Furrer, Verena Bider, Eva Inversini und Kurt Fluri.

Die Gedenktafel Charles Sealsfield ist an der Fassade montiert. Mit dabei bei der Enthüllung waren Felix C. Furrer, Verena Bider, Eva Inversini und Kurt Fluri.

zvg

Schlichte Einweihungsfeier

Bald nach seiner Ankunft wurde er in die kulturell interessierte, liberale Oberschicht Solothurns aufgenommen und, so nimmt man an, bald auch Mitglied der Mittwochgesellschaft, einer Vorgängergesellschaft der heutigen Töpfergesellschaft. Diese brachte am ehemaligen Haus, in dem Sealsfield gelebt hatte eine Erinnerungstafel an, die während der kürzlich vorgenommenen Renovation des Gebäudes zerbrach und seither verschwunden war. Dank einem Beitrag der Stadt, dem Lotteriefonds und der Töpfergesellschaft konnte am Dienstag in einer schlichten Einweihungsfeier eine von Bildhauer Norbert Eggenschwiler aus Balsthal gefertigte Gedenktafel enthüllt werden.

Initiant und Verleger Felix C. Furrer konnte trotz Weltmeisterschaft und dem Fussballspiel Schweiz - Schweden, das zu menschenleeren Strassen führte, gut 20 Interessierte, allerdings fortgeschrittenen Alters, an Ort und Stelle begrüssen. Ob die späte Entschuldigung von Regierungsrat Remo Ankli und dem Altgesellen der Töpfergesellschaft, Peter Keller, mit dem Fussballereignis zusammenhing, konnte nicht abschliessend beurteilt werden.

Furrer verlas einen Text des österreichischen Schriftstellers und Trägers des Solothurner Literaturpreises, Erich Hackl, der glaubte zu wissen, wieso sich Sealsfield gerade in der Schweiz niedergelassen hatte. «Er verdiente ja nicht schlecht mit seinen Romanen und Erzählungen», so seine Worte.

Kontakt mit Alfred Hartmann

Während die Direktorin der Zentralbibliothek, Verena Bider, auf die wichtigsten Persönlichkeiten, die Sealsfields Solothurner Aufenthalt prägten, zu sprechen kam, skizzierte Stadtpräsident Kurt Fluri den österreichisch-amerikanischen Schriftsteller als schillernde Persönlichkeit, die auf ein bewegtes Leben zurückblicken konnte, in Solothurn aber «still, bescheiden und diskret» gelebt und unter anderem einen freundschaftlichen Kontakt mit dem bekannten Solothurner Berufskollegen Alfred Hartmann geführt habe.

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