Investitionen
In Solothurn ist der Wohlstand ausgebrochen

Dank dem prächtigen Rechnungsabschluss 2014 mit 8 Mio. Franken Überschuss kann einiges saniert werden, das zwar dringend ist, aber wohl noch keine Priorität gehabt hätte. Vier Objekte profitieren nun davon.

Wolfgang Wagmann
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Der Burris- oder Kulturm soll für fast eine Million Franken saniert werden.

Der Burris- oder Kulturm soll für fast eine Million Franken saniert werden.

Wolfgang Wagmann

Über fast 2,6 Mio. Franken an Investitions- und Nachtragskrediten befindet der Gemeinderat an seiner nächsten Sitzung vom 28. April. Was wäre wohl passiert, wenn der Rechnungsabschluss wie budgetiert negatv ausgefallen wäre, fragt man sich, wenn man die einzelnen Positionen unter die Lupe nimmt. Zum Beispiel den Burris- oder Kulturm. Im Februar war die Verbindung zwischen der St. Urbangasse und Chüngeligrabe wegen Steinschlag-Gefahr gesperrt gewesen.

Durch «extreme Temperaturschwankungen» im letzten Winter habe sich der Zustand der Natursteinfassade «massiv» und «unvorhersehbar» verschlechtert, so das Stadtbauamt. Nun soll in diesem Sommer der Muttiturm saniert werden, denn ist dies nicht bis im November möglich, müsste er mit einem teuren Schutzgerüst eingekleidet werden.

Die veranschlagten 960 000 Franken müssen für Reinigung und Ausbesserung der Fugen mit Acrylharz, eine neue Dachwasserrinne und die Sanierung der Aussentreppe aufgewendet werden. Der Turm erhält ein Schutzdach gegen Nässe und wird gänzlich eingerüstet. Schon 2008 hatte die Bürgergemeinde Solothurn ihren ähnlichen Riedholzturm saniert, die Stadt kann nun ebenfalls mit einem Beitrag der Kantonalen Denkmalpflege rechnen.

Badi und Feuerwehrmagazin

Ein weiteres Sorgenkind ist die Wassertechnikanlage und Infrastruktur in der «alten» Badi, insbesondere im Ostteil, dem ehemaligen Frauenbad. Nun soll die Technikzentrale Ost für 915 000 Franken unmittelbar nach der Badesaison saniert und auf den neuesten Stand gebracht werden. Nicht nur die Energieeffizienz wird dadurch massiv verbessert, sondern auch das Risiko eliminiert, dass bei einer Störung mangels Ersatzteilen der ganze Ostteil der Badi ausser Betrieb gesetzt werden müsste.

Schon 400 000 Franken bewilligt waren für die Flachdachsanierung der Fahrzeughalle Süd und des Garderobentrakts im Feuerwehrmagazin. Auch hier sei nach 38 Jahren dringlicher Sanierungsbedarf gegeben, was jedoch einen Nachtragskredit von 343 000 Franken erforderlich macht.

Teurer wohnen im Kaiserhaus

Nach fast drei Jahrzehnten sind die Mieter der 161 Quadratmeter grossen Siebenzimmer-Wohnung im Kaiserhaus am Kreuzackerquai ausgezogen. Der Grund: Nachtlärm der Gastrobetriebe ringsum und immer mehr Trauungen im Haus, das auch als Zivilstandsamt genutzt wird.

Nun will die Stadt in ihrem Haus für die Fenster 178 000 Franken, für die Wohnungs-Sanierung mitsamt der Wärmeerzeugung fürs ganze Gebäude weitere 190 000 Franken investieren. Damit soll auch die Gelegenheit genutzt werden, den bisher eher bescheidenen Mietzins von monatlich 1525 Franken auf neu 2430 Franken erhöhen zu können.