HESO-Sonderschau

In Solothurn entsteht für zehn Tage ein Stadtwald

Ein «Wunschbaum» wird die HESO-Besucher beim Eingang der Sonderschau 2018 empfangen.

Ein «Wunschbaum» wird die HESO-Besucher beim Eingang der Sonderschau 2018 empfangen.

Waldeigentümer und Bürgergemeinden gewähren Einblicke in die HESO-Sonderschau unter dem Titel «Kraftort Wald».

Er ist Refugium für Stressgeplagte und Hektikflüchtige, Energie- und Baustofflieferant vor der Haustüre, spiritueller Tempel für Naturliebhaber, Wohnort für eine reiche Vielfalt an Flora und Fauna – und er steht jedermann offen, obwohl er jemandem gehört: der Wald. «Und in all seinen Facetten wollen wir ihn zeigen», kündigt Geri Kaufmann im Hinblick auf die diesjährige Herbstmesse an. Kaufmann ist Projektleiter der Sonderschau «Kraftort Wald» an der HESO, die vom 21. bis 30. September stattfinden wird.

Initiiert wurde die Ausstellung vom kantonalen Verband der Bürgergemeinden und Waldeigentümer BWSo, dessen Geschäftsführer Kaufmann während 20 Jahren war. Und bereits 2004 war der BWSo mit der Sonderschau «Wald und Holz» an der HESO vertreten: «Umso mehr freue ich mich, dass ich noch einmal mitwirken darf», verkündete er am Dienstag anlässlich einer Infoveranstaltung für Partner und Sponsoren. Der BWSo organisiert die Sonderschau zusammen mit dem Kanton Solothurn und dem kantonalen Forstpersonalverband FPSO.

Die Szenografie der Ausstellung wird wiederum von Lilian Herzog vom Atelier Herzog betreut, die grafische Konzeption der Sonderschau von Werne Feller von der Werbeagentur Sowas. Übrigens: In Form eines Baumblatts wird die Eiche zum Symbol der Sonderschau: «Sie ist verwurzelt, kraftvoll, resistent und lebensspendend», sagt Kaufmann. «Und sie ist von ökonomischer wie ökologischer Bedeutung.»

Der Pavillon

Der Pavillon

  

Fünf Aspekte des Kraftorts

Die Sonderschau wird am bewährten Ort auf dem HESO-Gelände kurz vor Schanzengraben installiert sein. Das Aussergewöhnliche: «Kraftort Wald» findet unter freiem Himmel statt, also «zeltlos», aber immerhin mit «Schärme»: Herzstück der Ausstellung ist nämlich das «Bürgergemeindehaus», wo man sich über die Arbeit der Bürgergemeinden des Kantons – auch jenseits der Rolle als Waldbesitzerin – informieren kann. Ausserdem besteht dort die Möglichkeit zum ungezwungenen Austausch über das Thema.

Darüber hinaus werden an der grosszügig begrünten Sonderschau fünf Aspekte des «Kraftorts Wald» beleuchtet, fünf Posten, die interaktiv erkundet werden können: Ein «Wunschbaum», der die Träume der Besucher in Form von Eichenblättern aufnimmt, symbolisiert die Funktion des Waldes als emotional-spiritueller Kraftort. Weiter porträtiert die Sonderschau den Wald unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit als «Turnhalle und Apotheke» und lädt dazu ein, Kräuter kennenzulernen.

Ein weiterer Aspekt ist der Lebenskraft des Waldes als Heimat für Tiere und Pflanzen gewidmet: Dabei werden unter anderem die Bedeutung von Totholz und der Prozess der Aufforstung thematisiert. Auch die Schutzfunktion des Waldes nimmt die Schau in den Fokus: Dabei wird der Baustoff Holz als Schutz für den Menschen präsentiert, ebenso die stabilisierende Wirkung des Waldes angesichts von Naturgefahren. Geschmückt wird der Posten von einem Holzturm, einem «Botschafter» für die Vorzüge von Schweizer Holz. Unter dem letzten Aspekt wird der Wald zudem als «wärmende Kraft» dargestellt, sprich als Brennstofflieferant.

Der Wald als Unterrichtszimmer

Dabei dürfte die Ausstrahlung der Sonderschau weit über das eigentlich HESO-Areal hinausgehen. So haben sich die Organisatoren einen zweiten Schauplatz für ihr Thema ausgesucht: und zwar das Waldstück Martinsfluh zwischen Rüttenen und St. Niklaus. An total 27 Posten können rund 100 Schulklassen während der Herbstmesse den Wald von ausgewählten Seiten kennenlernen: Dabei werden Schüler zu Biologen, Künstlern, Instrumentenbauern, Entdeckern, Apothekern oder Sportlern. Kein Frontalunterricht wohlgemerkt: «Die Schüler sollen selbst aktiv werden.»

Derweil wird man in der Martinsfluh auf informative Postentafeln sowie auf Schilder mit Wald-Slogans stossen, die das «Unterrichtszimmer» Wald komplettieren. Das Angebot wird zudem ergänzt durch Waldführungen für jedermann: «Es wird themenbezogene Führungen geben, die in die Tiefe gehen», sagt Kaufmann und nennt einige Ideen vom Aspekt des Naturschutzes oder des Klimawandels bis zur poetischen Ausstrahlung des Waldes.

Abgerundet wird das BWSo-Grossprojekt durch eine Sonderausgabe der Verbandszeitschrift, die bis Anfang September erscheinen soll; sowie durch Öffentlichkeitsarbeit zum Thema über Stadtgrenzen hinaus und durch den Einbezug der Stadtgeschäfte als Träger für die Wald-Slogans.

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