Es war in der Zeit von Dezember 2016 bis Mai 2017: Eine ganze Serie von Einbrüchen versetzte Eigenheimbesitzer im Solothurner Steingrubenquartier in Unruhe, der oder die Täter blieben spurlos verschwunden. Bis jetzt. Der kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei hatte ganze Arbeit geleistet. Er fand DNA-Spuren, womit schon einmal klar bewiesen war, dass sich die betreffende Person am Tatort befunden hat. Und der Abgleich mit den verfügbaren Datenbanken ergab prompt einen Treffer, man wusste also, nach wem zu suchen ist. Der dringende Tatverdacht richtete sich gegen einen 38-jährigen Serben ohne festen Wohnsitz in der Schweiz.

Die Staatsanwaltschaft schrieb einen internationalen Haftbefehl aus. Und nun konnte der mutmassliche Einbrecher gefasst werden. Er wurde in Österreich festgenommen. Zu den näheren Umständen – etwa ob man in Solothurn Hinweise auf den Aufenthaltsort hatte oder der Mann zufällig von den Kollegen in Österreich bei einem weiteren Einbruch geschnappt wurde – macht die Polizei keine Angaben. Jedenfalls wurde der Einbrecher bereits den Solothurner Behörden zugeführt, er befindet sich hier in Haft.

Der Mann habe inzwischen zugegeben, mehrere der aus dem Solothurner Steingrubenquartier gemeldeten Einbrüche begangen zu haben, teilte die Kantonspolizei am Freitag mit. Man geht aktuell von einer Deliktsumme von weit über 100'000 Franken aus. Die Ermittlungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen, ob auch weitere ungeklärte Einbruchdiebstähle auf das Konto des gefassten Täters gehen, ist noch offen.

Tiefe Aufklärungsquote

Der Fall ist exemplarisch für einen Haken der Kriminalstatistiken: Die dort ausgewiesene Aufklärungsquote bezieht sich auf die Straftaten, die im gleichen Jahr aufgeklärt wurden, in dem sie begangen wurden. Gerade bei Einbruchdiebstählen gelingt die Aufklärung aber oft erst später, manchmal sogar Jahre später. Wenn zum Beispiel jemand in einer Polizeikontrolle hängen bleibt und ihm aufgrund gesicherter Spuren – wie jetzt im Fall des Einbechers vom Steingrubenquartier – länger zurückliegende Delikte nachgewiesen werden können.

2016 lag die statistisch ausgewiesene, also etwas verzerrte Aufklärungsquote bei den Einbruchdiebstählen im Kanton Solothurn bei gerade mal 14,4 Prozent, im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2015 sogar nur bei 8,4 Prozent. Das führte letztes Jahr prompt zu einem Vorstoss im Kantonsrat. Tobias Fischer (SVP, Hägendorf) zeigte sich in einer Interpellation besorgt über die geringen Erfolge der Kantonspolizei bei der Aufklärung von Einbrüchen und wollte wissen, wie der Kanton für Kriminaltouristen unattraktiver gemacht werden könnte. Die Antwort der Regierung lässt sich einfach zuspitzen: Ihr wollt mehr Erfolge? Stellt der Polizei mehr Mittel zur Verfügung!