Vereinigung für Sport
In Dornröschenschlaf versunken: Wo sind Euphorie und Elan der Anfangstage hin?

Die Homepage tot, die Delegiertenversammlung «vergessen». Um die Vereinigung für Sport in Stadt und Region Solothurn steht es momentan nicht zu Besten. Wird sie sich wieder aufrappeln können?

Hans Peter Schläfli
Merken
Drucken
Teilen
Urs Unterlechner vor dem Dach der CIS-Sporthalle, einem der Solothurner Problemfälle bei denen die VSS-SO Einfluss nehmen will.

Urs Unterlechner vor dem Dach der CIS-Sporthalle, einem der Solothurner Problemfälle bei denen die VSS-SO Einfluss nehmen will.

Hans Peter Schläfli

Die Vereinigung für Sport in Stadt und Region Solothurn, kurz VSS-SO, soll die Kommunikationskanäle zu den politischen Behörden öffnen. So mindestens schwebte es am 6. Mai 2009 den Gründern des VSS-SO vor. Peter Hauser, Hansruedi Schnyder, Raphael Galliker und der inzwischen verstorbene erste Präsident Niklaus Stuber hatten wiederholt festgestellt, dass es um diese Verbindungen schlecht bestellt ist.

Die Euphorie und der Elan, dies zu ändern, verblassten aber zusehends. In den letzten Jahren wurde es derart ruhig um die Vereinigung der Solothurner Sportvereine, dass Kritiker milde von einem Dornröschenschlaf sprechen. «Mein Herz blutet ein wenig, weil nichts mehr läuft», sagt das Gründungsmitglied Raphael Galliker.

Nur ein Beispiel: Die Homepage wurde seit Jahren nicht mehr aktualisiert und enthält keine brauchbaren Informationen. Die geleistete Aufbauarbeit sei in Gefahr, wenn nichts passiert, warnt Galliker. Er benennt das Problem: «Die Organisation einer solchen Vereinigung und das Lobbying sind zeitaufwendige Arbeiten, das wird unterschätzt.»

Tanz auf (zu) vielen Hochzeiten?

Seit knapp zwei Jahren ist Urs Unterlerchner Präsident des VSS-SO. Dass die Homepage in dieser Phase nicht mehr vernünftig bewirtschaftet wurde, bestreitet er nicht. Ebenso wenig, dass in letzter Zeit einiges nicht optimal gelaufen sei. So wurde im vergangenen Frühling schlichtweg vergessen, die ordentliche Delegiertenversammlung (DV) einzuberufen.

«Das ist ein Fehler, den ich als Präsident auf meine Kappe nehmen muss», sagt er. «Die grundsätzliche Neuausrichtung der Vereinigung hat noch nicht stattgefunden. Zu diesem Zweck werden wir im Herbst eine ausserordentliche Delegiertenversammlung einberufen.» Derzeit liest man auf der Homepage bezüglich DV 2016 immer noch: «Infos folgen, Einladung folgt» ...

FDP-Gemeinderat und Kantonsrat, Solothurner Stadtparteipräsident, Vorsitzender der Geschäftsleitung der HESO, Präsident der Stadtsolothurner Polizeibeamten: Bleibt bei diesem Tanz auf vielen Hochzeiten überhaupt noch genügend Zeit, um auch noch die Vereinigung für Sport zu leiten? «Ja, ich finde die Zeit und es macht mir auch Freude, wenn ich mich für den Sport einsetzen darf», erklärt Unterlerchner.

VSS-SO-Präsident will er jedenfalls bleiben: «Ich bin froh über die Kritik, die ich in der letzten Zeit gehört habe. Sie hat mir einige Punkte aufgezeigt, die wir nun in Angriff nehmen werden.»

Wieder Sprachrohr sein

Ganz untätig sei die Vereinigung ja nicht gewesen. «Wir setzen uns zum Beispiel für eine Verbesserung der Situation bei den Tennisplätzen ein. Wir fordern von der Stadtverwaltung – mit einem gewissen Erfolg – eine härtere Linie im Umgang mit den Baurechtsinhabern der CIS-Sporthalle, damit der Zerfall endlich gestoppt wird und Investitionen ausgelöst werden können», zählt Unterlerchner einige der Aktivitäten auf.

Den Vorwurf, die Vereinigung sei eingeschlafen, will er deshalb nicht gelten lassen. «Wir haben Einfluss auf die Arbeiten an den Sportanlagen im Mittleren Brühl genommen und wir machen der Sportkommission Druck, damit die kleineren Fussballvereine zu ihrem Recht kommen.»

Die Stadt Solothurn habe keine professionell organisierte Sportstelle und viele Informationen seien nicht vorhanden. «Selbst die Sportkommission weiss nicht genau, wie viele Vereine mit wie vielen Teams in den Hallen und auf den Sportplätzen aktiv sind», nennt Unterlerchner ein Defizit. Deshalb sei die VSS-SO dabei, die Bedürfnisse der Vereine zu ermitteln und die Informationen allen zugänglich zu machen.»

«Die VSS-SO soll das Sprachrohr der Vereine der Region Solothurn gegenüber Behörden und Verwaltung sein.» So definiert der Präsident die Vereinigung. Es gebe aber noch weitere Möglichkeiten, zu helfen. «Viele Vereine wissen nicht, dass man für die Nachwuchsarbeit von Jugend+Sport, von Stadt und Kanton finanzielle Unterstützung erhalten kann. Wir wollen aufzeigen, wie das auf unbürokratische Art möglich ist.»