Solothurn

In dieser Kita gibts keine «Dings» und «Tschutschu»

V.l. Geschäftsleiterin Anne Marie Eicher, Gruppenleiterin Dora Leuenberger, Stiftungsratspräsident Albrecht Stalder und Gruppenleiterin Agnes Knoll (es fehlt Gruppenleiterin Deborah Zuber).

V.l. Geschäftsleiterin Anne Marie Eicher, Gruppenleiterin Dora Leuenberger, Stiftungsratspräsident Albrecht Stalder und Gruppenleiterin Agnes Knoll (es fehlt Gruppenleiterin Deborah Zuber).

Die Solothurner Kindertagesstätte Lorenzen darf als erste im ganzen Kanton das Schweizer Label «QualiKita» tragen. Die Leitlinien sind äusserst streng. So müssen die Mitarbeiter eine lückenlos gepflegte Sprache fördern. «Dings» ist nicht erlaubt.

Domenika Senti zeigte sich stolz über die traditionsreiche Kindertagesstätte an der Lorenzenstrasse. «Durch euren Prozessschritt macht ihr die Qualität sichtbar, die ihr schon seit Jahren lebt», lobte Leiterin der Sozialen Dienste kürzlich die Leitung und den Stiftungsrat der Stiftung Tagesheim Lorenzen.

Grund: Seit vergangenen Dezember trägt die Solothurner Institution das Label QualiKita, mit dem sich die Leistung frühkindlicher Bildung messen lässt. Vor gut einem Jahr wurde das Qualitätslabel lanciert. «Daraufhin fanden wir: Wir machen mit», so Stiftungsratspräsident Albrecht Stalder. Vorausgegangen war eine Pilotphase, die man zwar nicht auf Anhieb bestanden habe. «Aber nach konzeptionellen Anpassungen klappte es im zweiten Anlauf.»

Die Zertifizierung ist nach der Erweiterung auf drei Gruppen, einen Anbau und die Aufstockung des Personals im Jahr 2005 zu einer weiteren Wegmarke der Kita Lorenzen geworden. Acht Bereiche wurden bei der Zertifizierung unter die Lupe genommen: Entwicklung/Lernen, Beziehung, Partizipation/Integration, Eltern/Familie, Sicherheit/Ausstattung, Personal/Qualifikation, Administration und Gesamtkonzeption.

«Natürlich gibt es immer Entwicklungsbedarf», wendet Stalder ein. Wichtig sei, die entwicklungspsychologischen Erkenntnisse aus dem Prozess umzusetzen. «Wir machen uns im Stiftungsrat vor allem über die Weiterbildung des Personals Gedanken.»

Strenger Qualitätsmassstab

«Die Zertifizierung war anstrengend, aber auch spannend», erinnert sich Geschäftsleiterin Anne Marie Eicher. Anhand von Beispielen veranschaulichte sie, wie streng bewertet wurde und wo es Abzüge gab. So werde eine lückenlos gepflegte Sprache gefordert. So dürfe man bei einem Kind nicht von einem «Dings» sprechen, wenn es ein grüner Ball reichen soll. Und ein «Tschutschu» sei stets eine Spielzeugeisenbahn.

Dass «Lorenzen» die erste Kita im Kanton ist, die das Label trägt, spricht deshalb für sich. Es brauche eine enorme Präsenz der Mitarbeiter, um sich die Leitlinien zu vergegenwärtigen, so Stalder. «Die Anforderungen an die Mitarbeitenden sind sehr hoch.» So sei man kein Hütedienst, sondern eine Bildungsstätte.

Doch was nun bringt QualiKita der Institution? «Es ist ein grosser Gewinn, dass die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung schriftlich festgehalten sind», sagte Stalder. «Aber wir sind natürlich auch gewillt, das erarbeitete Wissen an andere Kitas weiterzugeben.»

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