Silvester

In diesen Restaurants lassen die Solothurner die Korken knallen

Das Anstossen im Restaurant scheint noch nicht ganz ausser Mode gekommen zu sein – zumindest in der Stadt Solothurn.

Das Anstossen im Restaurant scheint noch nicht ganz ausser Mode gekommen zu sein – zumindest in der Stadt Solothurn.

Die städtischen Restaurants machen sich bereit für ihre Feierlichkeiten zum Jahresende. Eine kleine Übersicht, wo was stattfindet – und weswegen.

«Als ich vor sieben Jahre in die ‹Wirthen› gekommen bin, habe ich Bauklötzchen gestaunt» – Chris van den Broeke, Geschäftsführer im Zunfthaus zu Wirthen erinnert sich an das erste Silvester, als sich anderthalb Stunden vor dem Jahreswechsel die letzten Gäste verabschiedeten.

«Ich habe herumgefragt, ob das normal sei, und bekam zur Antwort schlicht ein ‹Ja›.» Bis heute habe sich in seinem Restaurant daran nichts geändert, «weswegen ich auch nichts organisieren würde, was sich nicht lohnte», so van den Broeke. Einen Silvesterball könnte er sich hingegen schon auch vorstellen.

Einsweilen bleibt es aber bei einem À-la-Carte-Angebot und einem speziellen Silvestermenü: «Ich mag die Menüzwängerei nicht, auch wenn ein fixes Angebot für uns stressfreier wäre», so van den Broeke.

Kombination: Essen, dann Party

«Bei uns stossen einige Gäste aufs neue Jahr an», findet immerhin Sarah Fuss von der Geschäftsleitung des «Salzhauses». Dennoch verlagern laut ihrer Beobachtung die meisten das Ritual auf einen anderen Ort, und dies mit zunehmender Tendenz.

«Dafür gibt es bei uns als Kombiangebot die Möglichkeit eines Eintritts an die ‹Solvester›-Party im ‹Solheure›», ein Angebot, dass sich sehr gut verkaufe. «Unser Dinner präsentiert sich als Gourmetangebot», ergänzt Fuss das kulinarische Programm. Grundsätzlich beurteilt sie die Nachfrage des Silvesterdinners als sehr gross: «Vor allem kleinere Gruppen von sechs bis zehn Personen bekunden Interesse», so Fuss.

Ebenso wie das «Salzhaus» gehört auch das Restaurant Baseltor zur Baseltor-Genossenschaft. Und auch hier hat man das kulturelle Rahmenprogramm mit «Kombiticket» ins Solheure ausgelagert. Das kulinarische Angebot gestaltet sich als Kitchenparty mit Drei-Gänge-Menü.

Im Gegensatz zum Vorjahr wirds im «Baseltor» aber keinen À-la-Carte-Service geben. Gabi Hladikova von der Geschäftsleitung hat nicht den Eindruck, als würden die Leute wieder vermehrt zu Hause feiern wollen. «Die Trends, die wir aber feststellen: Das jüngere Publikum möchte nach dem Essen noch in den Ausgang. Die Menschen mittleren Alters gönnen sich eher noch ein Hotelzimmer dazu.»

Währschaft dürfte es im «Restaurant zum Fritz» an der Judengasse zu und her. «Ich biete jedes Jahr mein traditionelles Fünf-Gänge-Menü an», verrät Fritz Haudenschild. Dass er mit dem Altbewährten gut fährt, beweist sich dadurch, dass er an Silvester immer gut ausgelastet sei, und dies bis Mitternacht. «Die Leute bleiben zum Anstossen, dann aber gehen sie bald.» Ein kulturelles Rahmenprogramm schenkt er sich, das gesellige Beisammensein habe sich ebenfalls gut bewährt.

Wetter und Tag als Faktoren

Auch gut ohne Rahmenprogramm kommt Markus Schmid, Geschäftsführer im «Ana Capri» aus. Die Planung des Silvesterangebots indes nimmt er nicht auf die leichte Schulter, da es von verschiedenen Faktoren abhänge. «Was die Leute wollen, kommt auf das Wetter an und letztlich auch auf den Wochentag.»

So sei es gerade bei diesem Jahreswechsel möglich, durch Einsatz weniger freier Tage auf zwei Wochen Ferien zu kommen. «Wenn es nun noch Schnee hätte, würden somit wohl noch einige Leute mehr in die Ferien fahren.» Auch sei das Angebot von Rahmenanlässen in der Stadt abhängig: «Wenn es in Solothurn ein offizielles Feuerwerk gäbe, würde die Planung womöglich auch anders aussehen.»

Somit stützt sich Markus Schmid auf bisherige Erfahrungswerte. «Die Leute kommen essen und gehen dann bald einmal heim», sodass um Mitternacht allerhöchstens noch ein bis zwei Tische besetzt seien. «Natürlich könnte es anders sein, wenn wir ein Rahmenprogramm hätten», findet er.

Dies sei aber auch eine Kostenfrage, da auch externe Unterhaltungsangebote gerade an Silvester oft viel teurer einzukaufen seien als sonst.
Ein «Silvesterfest» organisiert laut Homepage das Hotel Restaurant Roter Turm – Drei- bis Sieben-Gänge-Menüs und ein spezielles Silvestermenü werden dort angeboten. Bis zwei Uhr morgens geöffnet ist die Cantinetta Bindella am Ritterquai. Über die Festtage geschlossen bleibt hingegen der «Alte Stephan».

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