Solothurn

In diesem Zeichnen-Kurs zählt nicht, ob man gut ist oder nicht

Eine der Zeichnungen von Vera Havrda.

Eine der Zeichnungen von Vera Havrda.

Die Galerie Blackboxx in Solothurn veranstaltet regelmässig Porträt- und Akt-Zeichnen-Kurse. Im kleinen Rahmen trifft man sich, um miteinander zu zeichnen. Da wollte SZ-Praktikantin Vera Havrda mal mitmachen.

Das Porträt-Zeichnen ist kostenlos, für das Akt-Zeichnen zahlt man um die 20 Franken pro Person. Bei einem Gläschen Wein und guter Musik verbringt man zusammen einen entspannten Abend oder Nachmittag an der Baselstrasse 16 in Solothurn. Ellen Etter ist Inhaberin der Galerie Blackboxx. Seit zwei Jahren nutzt sie diese, um Kunstveranstaltungen aller Art durchzuführen. Erst kürzlich fand in der Galerie sogar ein «Akt- und Figur-Zeichnen in der Nacht»-Workshop statt.

Diesen Abend organisierte «Faceboxx» von Beat Steinmann, in Bern zu Hause. «Faceboxx» ist ein Treff von und für Porträtisten. Abwechslungsweise bringt jemand ein Modell mit und dann wird abwechselnd in Solothurn oder Bern gezeichnet.

Wer das Model bringt, bestimmt

Das Atelier von Etter wirkt einladend und gemütlich. Überall hängen Porträt- oder Aktzeichnungen. In einem Halbkreis sind Stühle und Tische aufgestellt. Sieben Leute sind da, die beim Kurs mitmachen. Das Modell, das Beat Steinmann mitgebracht hat, heisst Sarina Steinmann, und sie gehört zur Familie. Alle Teilnehmer haben ihre Farben, Stifte, Kreiden und Blöcke mitgebracht. Ich sehe sofort, dass sie – im Gegensatz zu mir – nicht an ihrem ersten Porträt-Zeichnen mitmachen. Alle sind sehr vertraut miteinander. Auch ich werde herzlich aufgenommen und in die Runde geführt.

Und dann geht es los. Das Modell positioniert sich in die Mitte des Raumes und nimmt eine Pose an, die ihm Beat Steinmann vorschlägt. Etter erklärt die «Regeln»: «Wer das Modell gebracht hat, darf die Posen und die Sequenzen zwischen den Pose-Wechseln bestimmen.» Beim Malen wird orientalische Musik abgespielt.

Zeichnen ist tatsächlich entspannend. Es zählt nicht, ob man gut ist oder nicht, jeder hat seinen eigenen Stil. Manche arbeiten mit Farbe, andere bevorzugen schwarz-weiss. Zuerst hat man pro Pose fünf Minuten Zeit, dann zehn. Dieser Zeitdruck erzeugt einen gewissen Reiz. Nach einer Stunde gibt es eine Pause. Ellen Etter bietet ein Glas Wein an und das Modell zieht sich um. Man unterhält sich und betrachtet die Werke der anderen.

Es fängt an, Spass zu machen

In der zweiten Hälfte des Abends gibt es nur zwei, dafür längere Sequenzen. Ich merke, dass ich mit der Zeit entspannter und sicherer werde. Jetzt fängt es an, Spass zu machen. Zugegeben: Ich kam mit einer leicht skeptischen Haltung hierher, aber am Ende des Kurses beginne ich zu verstehen, wieso man solche Treffen organisiert.

Es geht nicht nur um das Zeichnen, es ist auch eine Möglichkeit neue, spannende Menschen kennen zu lernen und seinen Horizont zu erweitern. Ein gutes Gefühl im Bauch und mehrere Zeichnungen sind das Resultat.

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