Solothurn
In der Vorstadt gibt es neuen Platz für allerlei Lustbarkeiten

In der Solothurner Vorstadt soll die Rossmarkt-Achse bis zum Dornacherplatz umgestaltet werden. Die Pläne sind jetzt der Bevölkerung präsentiert worden.

Katharina Arni-Howald
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Für Passanten und Märet-Veranstalter wird vor allem der Rossmarktplatz gewinnen

Für Passanten und Märet-Veranstalter wird vor allem der Rossmarktplatz gewinnen

Fotomontage: Stadtbauamt/zvg

Nach der Eröffnung der Westtangente und der Umgestaltung des Bahnhofplatzes hat sich die Verkehrssituation in der Vorstadt markant verändert. Konkret heisst das, dass die Strassen für die heutige Situation zu breit und zu verkehrsorientiert sind. Das soll sich nun ändern. Wenn es nach dem Willen des Stadtbauamtes geht, wird noch in diesem Jahr im Bereich Dornacherplatz/Rossmarktplatz mit der ersten von zwei geplanten Umbauetappen begonnen, und zwar sobald die Bauarbeiten für das Fernwärmesystem in der Vorstadt abgeschlossen sein werden.

Dies teilte Andrea Lenggenhager an einer Informationsveranstaltung im «Volkshaus» mit. Im Vordergrund stehen die Steigerung der Attraktivität des Quartiers, ein neues Verkehrsregime und eine optische Anbindung an die Altstadt.

Test für Einbahn-Regime

Lenggenhager und ihre Mitarbeiter haben sich intensiv mit zwei Projekten auseinandergesetzt, von denen das eine dem Einbahn- und das andere dem Gegenverkehr durch die Berntorstrasse den Vorzug gibt. «Wir erachten beide Varianten als spannend und realisierbar», liess die Leiterin des Stadtbauamtes die zahlreich erschienenen Anwohner wissen.

Um den Verkehrsfluss der beiden Varianten sichtbar zu machen, hat das Tiefbauamt unter der Leitung von Benedikt Affolter eine Simulation erstellt, die den Anwesenden vorgeführt wurde. Eine Versuchsphase mit dem Einbahnregime in der Berntorstrasse ist von Mitte August bis Ende dieses Jahres geplant.

Mehr Platz für die Wirte

Ungeachtet dessen will das Stadtbauamt noch in diesem Monat ein Gesuch für die Realisierung der ersten Bauetappe mit Beginn im Juli einreichen. Diese reicht von der Dornacherstrasse bis zum Anfang der Berntorstrasse und betrifft den Bau einer nördlichen und einer südlichen Verkehrsspur sowie einer Mittelinsel beim Rossmarktplatz und die Errichtung einer ebenfalls gedeckten Bushaltestelle auf der Nordseite. Der durch die neue Verkehrsführung gewonnene Raum wird die nördlich gelegenen Liegenschaftsbesitzer und Gaststätten freuen. Vorgesehen ist auf dem breiter gewordenen Trottoir eine Pflästerung, die die Anbindung an die Altstadt markiert und sich bis in die Berntorstrasse hineinziehen wird. Die Pflanzung von drei Bäumen, wie dies übrigens auch vor den Liegenschaften östlich des Dornacherplatzes vorgesehen ist, und eine Strassenbeleuchtung, wie man sie schon vom Kreuzackerpark her kennt, werden dieser neuen Begegnungszone ein besonderes Ambiente verleihen.

Zügig vorangehen soll es anschliessend auch an der Berntorstrasse, für deren Umbau das Baugesuch Anfang 2014 eingereicht werden soll. Der Baubeginn ist auf den folgenden März geplant. Auch in diesem Bereich wolle man die Aufenthaltsqualität verbessern und die Strasse entsprechend umgestalten, betont die Leiterin des Stadtbauamtes. Vorgesehen ist eine Verschmälerung der Fahrbahn auf 4,50 Meter beim zurzeit favorisierten Einbahnverkehr. Damit wird auch für die dortigen Restaurateure eine Aussenbestuhlung möglich.

Laut Plan setzt diese Variante jedoch eine Lichtsignalanlage beim Rossmarktplatz und bei der Wengibrücke voraus. Ob das tatsächlich der Fall sein wird, wird sich bei der Versuchsphase des Einbahnregimes herausstellen. Für Andrea Lenggenhager steht bis jetzt nur fest: «Der Bus darf in keinem Fall behindert werden.» Fest steht auch, dass von der Glacismatte bis zur Hauptbahnhofstrasse Tempo 30 gelten wird und man möglichst wenig Verkehrsschilder aufstellen möchte.

Lebhafte Diskussion

Wie gut die Vorstädter ihr Quartier kennen und wie sehr ihnen dieses am Herzen liegt, kam in der abschliessenden Diskussion und in zahlreichen Wortmeldungen zum Ausdruck. Als wahre Knacknuss beim Verkehrsregime, für das Benedikt Affolter Red und Antwort stand, entpuppte sich die Eisenbahnunterführung beim Krummturm, wo auf engem Raum vom Schiff kommende Touristen, Kinder, Erwachsene sowie Auto- und Velofahrer aufeinandertreffen.

Diskutiert wurde auch der Gegenverkehr beim Alten Spital. Die neu geplante Einfahrt in den Oberen Winkel, die Adlergasse, in der das Verkehrsregime umgestellt würde und die zahlreich zirkulierenden Busse und Anlieferer. «Wir nehmen die Anliegen ernst und werden sicher nichts durchsetzen, was keine Verbesserung bringt», versprach Andrea Lenggenhager.