Stadt Solothurn
In der Vorstadt gibt es Hand- und Herzgemachtes für Junior und Mami

An der Berntorstrasse wirken seit Anfang Monat zwei Frauen in ihrem Verkaufsladen mit Nähatelier. Was den beiden vorher ein Hobby war, heisst heute «5moms.ch».

Andreas Kaufmann
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Rahel Hasenfratz (l.) und Nicole Wettstein in ihrem neu eingerichteten Verkaufsladen mit Nähatelier an der Berntorstrasse.

Rahel Hasenfratz (l.) und Nicole Wettstein in ihrem neu eingerichteten Verkaufsladen mit Nähatelier an der Berntorstrasse.

Andreas Kaufmann

Neugierig bleiben Passanten bei der Berntorstrasse 12/14 stehen. Seit Anfang des Monats sieht man hier Nicole Wettstein und Rahel Hasenfratz in ihr Hobby vertieft, das gleichzeitig zum Geschäft geworden ist.

«5moms.ch» nennt sich ihr kreatives Nähatelier mit Verkaufsladen, das in der Vorstadt sein neues Zuhause hat – nach dem vorherigen Standort Niedergösgen. Ihre Produkte für Kinder und Mütter sowie für Frauen im Generellen reichen vom Strampelanzug und der Wickeltasche über Kindergarten-Täschli bis hin zu iPod-Hüllen, Necessaires und Znüniboxen.

Vieles davon wird von den beiden Frauen gefertigt, auch auf Kundenwunsch hin. Dahinter steht aber kein Konzept einer Schaunäherei, winkt Hasenfratz ab. «Das Schaufenster schafft vor allem Licht zum Arbeiten.» Dass man den beiden aber beim Kreieren neuer Produkte zuschauen kann, sei ein angenehmer Nebeneffekt, bestätigt Wettstein.

Fünf Mütter gründeten «5moms»

Der Solothurner Drogist Martin Tschumi war in Olten auf die Produkte der beiden Frauen aufmerksam geworden und fand: «Ich habe zwar keinen Platz bei mir im Laden. Aber allenfalls eine Liegenschaft.»

So fanden «5moms» den Weg von Niedergösgen in die Barockstadt. Durch einen Mauerdurchbruch sind sie nun bei zwei Hausbesitzern gleichzeitig eingemietet, bei genügend Platz.

Rückblende: Begonnen hat alles mit der Geburt von Hasenfratz’ erstem Sohn: «Ich bekam eine Wickeltasche geschenkt und fand, dass man das kreativer anfertigen könnte.» Damit zieht sich die Serie an selbst gefertigten Accessoires durch die Mutterschaft durch: die ersten Finkli, dann das Kindergarten-Täschli und mehr.

Der Fankreis wächst, und bald einmal wird die gelernte KV-Frau von Aufträgen überhäuft: «Ich musste mich entscheiden: Entweder aufhören oder als Team weitermachen.» Die Idee zu «5moms» – «fünf Mütter» – entsteht in Toskana unter vier Freundinnen.

Eine weitere Frau komplettiert das Quintett. Bis heute geblieben sind Hasenfratz sowie die Heilpädagogin Wettstein. Doch das autodidaktische Zweiergespann arbeitet mit ungebremster Leidenschaft – unterstützt durch eine Frau aus der ursprünglichen Truppe sowie durch weitere Mitarbeitende. «Und auch unsere Männer helfen mit, weswegen wir eigentlich ‹Two Moms and two Dads› heissen müssten», witzelt Wettstein. Wobei auch ihre beiden Söhne und die beiden Söhne von Hasenfratz neue Inspirationen liefern.

Der Erfolg gibt den beiden indes recht. «Es macht stolz, wenn ich in einer Badi jemanden mit einer Tasche von uns sehe.» Und auch hier in der Solothurner Vorstadt seien sie positiv aufgenommen worden.

«Das ist doch egal, wo Ihr seid», meinte eine Niedergösgerin, die vorbeischaute, während sich eine Solothurnerin darüber gefreut habe, dass sie die «5moms» jetzt vor Ort hat. Die beiden kreativen Frauen spüren, dass Solothurn ein gutes Pflaster ist, wo die Wertschätzung für Handgemachtes noch vor dem Hype um Billigware steht.

Das offizielle Eröffnungsapéro findet am 22. März statt.