Drahtlos surfen
In der Stadt Solothurn soll ein kostenloses Wlan-Netz eingerichtet werden

Im öffentlichen Raum drahtlos im Internet surfen – nach einem derzeit laufenden viermonatigen Pilotprojekt der GA Weissenstein könnte dieses Angebot definitiv Fuss fassen.

Andreas Kaufmann
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«Durch unser Projekt beweisen wir, dass wir sowohl eine Barockstadt als auch eine Stadt der Moderne sein können», sagt Marco Lupi, Projektleiter Marketing, der GA Weissenstein (GAW), zum neusten Streich des Kommunikationsunternehmens. Ab sofort läuft ein Versuchsprojekt in Sachen Drahtlosinternet (WLAN) im öffentlichen Raum, genauer: in der Altstadt auf der Achse vom Bieltor, über Gurzelngasse, Märetplatz, Hauptgasse bis zum Baseltor, sowie teilweise bis auf den Friedhofplatz, beim Klosterplatz und auf der Achse südwärts bis zum Hauptbahnhof.

Kostenlos soll der Internetzugang für alle sein, aber mit Einschränkungen für Nicht-Kunden der GAW. Nach einer Stunde müssen sich diese mit der Handynummer jeweils neu anmelden und können insgesamt nur weniger «datenhungrige» Dienste wie E-Mail und Internet nutzen (bis ein Mbit/s). Dagegen stehen den GAW-Kunden im erschlossenen Perimeter mit 50 Mbit/s auch umfangreichere Angebote (z.B. HD-Videostreams) zur Verfügung.

Für Touristen und andere Passanten von Solothurn

«Insgesamt profitieren aber alle von diesem Angebot», sagt Lupi und spricht von einem Service Public für die Stadt. Gegen einen entsprechenden Beitrag können Nicht-Kunden auch einen 24-Stunden-Zugang freischalten. Touristen und andere Passanten von Solothurn sollen von dem Angebot profitieren können. So war die Idee auch in einem Gespräch mit Solothurn Tourismus und der Stadt- und Gewerbevereinigung aufgekommen.

Der Pilotversuch, der bis Juni dauern soll, wurde in Zusammenarbeit mit der Finecom AG (Quickline) aufgegleist. Die Absicht dahinter: Aus dem Beispiel Solothurn Befunde und Erfahrungen sammeln, um das freie WLAN auch in anderen Städten des Quickline-Verbunds zu etablieren.

Ausbau schon in Sicht

Noch klarer die Absichten der GA Weissenstein: So will man die bereits eingerichteten Netz-Infrastrukturen auf jeden Fall über die Testphase hinaus zu nutzen und das WLAN-Angebot geografisch ausdehnen. Bereits während der Testphase sind Erweiterungen geplant, beispielsweise die Innenräume des Naturmuseums. Während der wärmeren Jahreszeiten will man auch das sonnenhungrige Volk am Landhausquai mit drahtlosem Gratis-Internet bedienen.

Insgesamt sind zurzeit in der ganzen Altstadt sieben Access Points, also WLAN-Zugangspunkte, installiert. Marco Lupi rechnet mit rund 15 Geräten, um die ganze Stadt abzudecken. Unter anderem beim «Nordmann-Brunnen», auf dem Märetplatz, beim Tourist-Office, auf dem Klosterplatz oder beim Gewerbeschulhaus. «Gut versteckt», wie Lupi vor Ort demonstriert, sind doch die Access Points kaum auszumachen. «Einer ist sogar unter einem Dach installiert.»

Private WLAN-Infrastrukturen helfen mit

Die dezente Platzierung war denn auch der Altstadtkommission ein Anliegen, die vor der Fasnacht auf einem Rundgang die verschiedenen Standorte inspizierte. Ergänzt werden die öffentlichen Access Points durch Infrastruktur, die «privat» untergebracht ist: So erhalten GAW-Kunden in diesen Tagen ein Schreiben, wo sie über ein neues Modem mit «dualem» Betrieb informiert werden.

Während der eine Teil die private Internetverbindung sicherstellt, wird der andere Teil des Modems ins öffentliche WLAN-Netz eingebunden, um die Abdeckung in der Altstadt zu optimieren. Um die Datensicherheit zu garantieren, ist dieser Teil des Modems aber vom privaten Zugang unabhängig und vor Zugriffen von aussen sicher. «Dennoch: Kein Kunde muss das Modem installieren, wenn er nicht will», so Lupi.

Unproblematisch sei im Übrigen die Strahlenbelastung, wie dies auch das Bundesamt für Kommunikation bestätigte. «Handys haben eine stärkere Strahlung als unser WLAN-Netz», ergänzt Lupi. Überdies zeigt der Versuch auf dem eigenen Handy: Eine stattliche Anzahl privater Drahtloszugänge steuert ohnehin ihren Teil zur städtischen Strahlung bei.