Velo-Informationsrunde
In der Stadt Solothurn liegt für Velofahrer einiges im Argen

Kurz vor drei Uhr nachmittags. Hie und da parkiert jemand sein Fahrrad vor dem Coop City West und verschwindet im Gebäude. Das Grüppchen rund um Klaus Koschmann, der im Namen der SP zur «Aktion Velostadt Solothurn» aufgerufen hat, bleibt klein.

Katharina Arni-Howald
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Klaus Koschmann fährt an der Spitze der Gruppe, die die Velosituation in der Stadt unter die Lupe genommen hat.isabel Mäder

Klaus Koschmann fährt an der Spitze der Gruppe, die die Velosituation in der Stadt unter die Lupe genommen hat.isabel Mäder

Selbst die Genossinnen und Genossen scheinen den ehemaligen Gemeinderat im Stich zu lassen. Ob Solothurn zu einer Vorzeige-Velostadt wird, scheint an diesem Samstagnachmittag niemand zu kümmern. Die meisten wissen mittlerweile, wie man sich auf erlaubten und unerlaubten Wegen durch die Stadt schlängelt und gefährliche Knotenpunkte umgeht. Hauptsache ist, man erreicht sein Ziel.

«Rowdys?» Diesen Ausdruck hört Stephanie Fuchs, Mitglied der städtischen Arbeitsgruppe «Fuss- und Veloverkehr» und Geschäftsführerin des VCS beider Basel, offenbar nicht gern. «Alle sprechen von Rowdys, aber wo sind die eigentlich?», fragt sie etwas ungehalten. Man spürt: Fuchs setzt sich für alle Velofahrenden ein, und ihr Ziel ist eine Velo-stadt ohne Wenn und Aber.

Kreisel machen Mühe

Immerhin haben einige SP-Mitglieder ihre Bedürfnisse schriftlich mitgeteilt. Vor allem das Verkehrsregime bei der Allmendstrasse und beim Kreisel Bielstrasse/Westtangente stösst auf Unbehagen. In der Tat, die dortige Situation ist für Velofahrende verwirrend. «Schlecht gelöst», ist man sich richtigerweise einig. Und der Eintritt in den zweispurigen Kreisel geradezu gefährlich. Wer in die Mitte fährt, wird rechts und links überholt. Mit einer Unterführung könnte das Problem gelöst werden.

Daran zweifelt niemand. Beim Möbelhaus Fly müssten allerdings ein paar Parkplätze geopfert werden. Ins Visier kommt auch die Westbahnhofstrasse. Auch hier herrscht Einigkeit: Die Strasse muss durchgehend für Velofahrende freigegeben werden und die linksseitigen Parkplätze im oberen Teil müssen aufgehoben werden. Spätestens, wenn mit dem Bau des «Weitblicks» begonnen wird. «Das Parkhaus Baseltor ist ohnehin nie ausgelastet», weiss Fuchs.

Ständer stehen im Weg

Auch in der Altstadt liegt vieles im Argen, wie die nunmehr auf sechs Personen geschrumpfte Gruppe feststellt. In der Judengasse – am Nachmittag der einzige Veloweg durch die Innenstadt – ist versperrt mit Werbe- und Kleiderständern.

Nach weiteren Besichtigungsorten wird als letzte Station der Fussgängersteg bei der Rötibrücke angepeilt. Das Argument, dieser Übergang sei wichtig für das obere Schützenmattquartier wirkt ein bisschen fadenscheinig. Nachdem die Fahrräder vorschriftsgemäss über den Steg geschoben wurden, landet die Gruppe vor dem nordöstlichen Ausgang der Bahnhofunterführung.

Und wohin geht jetzt die Fahrt? «Die Velostation auf der anderen Seite ist dauernd überfüllt», beantwortet wiederum Fuchs die Frage. Man sei gezwungen, auch hier Fahrräder abzustellen. Ein wichtiger Grund für die Freigabe des Stegs an die Zweiradfahrer.