Public Viewing
In der Reithalle: Die Welt ist rotweiss geworden

Sie kommen in Scharen in die Reitthalle in Solothurn und feuern die Nati auch gegen Costa Rica mit viel Einsatz an.

Wolfgang Wagmann
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Public Viewing Costa Rica Solothurn
12 Bilder
 Hat jemand einen Doppeladler gesehen?
 Im Liegestuhl in die Achtelfinals.
 Ein bisschen Träumen vom ganz grossen Coup ist erlaubt.
Begeisterung pur.

Public Viewing Costa Rica Solothurn

Wolfgang Wagmann

Das schwarzweisse Dress mit dem Bundesadler auf der Brust ist rasch verschwunden, an diesem Mittwochabend. Rotweiss nimmt nun überhand, in hellen Scharen pilgern sie Richtung Reithalle und Vorstadt. Um 19 Uhr geht oben bei «So geht Fussball» nichts mehr - restlos ausverkauft. Und drinnen geht es um die Wurst. Im wahrsten Sinne des Wortes. Alles hat ein Ende, nur die Schlange vor dem Bierausschank fast keins.

Doch irgendwann haben sich alle «gsädlet», die Nationalhymne ertönt. Heftig mitgesungen wird nicht. Und dann gehts los: «Uiii!», «Läck...» und «Neiiiii!» in allen Stimmlagen, dazu entsetztes Kreischen. Der Sommer hält, was er verspricht. «Mir hei e Goalie, mir hei e Goalie!» Warum stimmt niemand das Lied an? Nur dank ihm und dem Aluminium sind wir noch nicht 2, 3:0 zurück. Und dann aus dem Nichts der Jubel: «Wir» führen gegen Costa Rica!

Doch beim Pausenbier überwiegen die kritischen Stimmen. «Zum Glück müssen wir nicht gegen die Deutschen antreten!» ist ein Tenor. Die brasilianische Führung gegen Serbien entspannt. Auch der Ausgleich via Sommers Rücken auf Penalty bricht die easy Partylaune nicht. Aber das Areal leert sich nach einem friedlichen Fussballabend rasch. Einige Schweizer Fans fahren hupend Corso um den Baseltorkreisel. Gehört sich nicht, nach einem Unentschieden gegen den Gruppenletzten...

Kam eine Bierdose geflogen

Welch ein Gegensatz zum letzten Freitag. Da ging es um Emotionen pur, die Stimmung sei «aufgeheizt» gewesen, rapportierte der Kommandant der Stadtpolizei im Nachgang zum Serbien-Match im «Beach Style» auf dem Dornacherplatz. Ja mehr noch; nach Shaqiris Siegtreffer kamen offenbar Bierdosen aus der Serben-Ecke geflogen.

Eine traf einen 25-jährigen Schweizer Fan am Kopf, und nach einer regelrechten Flucht in den Notfall wurde bei ihm eine Hirnerschütterung festgestellt. Der Getroffene beteuerte gegenüber TeleM1, es habe zuvor keine Auseinandersetzungen mit dem Serben-Block gegeben. Die Beach-Style-Betreiber wollen nun die Bilder der Video-Überwachung der Polizei zur Verfügung stellen, um die Täter ermitteln zu können.

Weitere Informationen zum Public Viewing in der Reithalle: www.sogehtfussball.ch