Mausefalle

In der Komödie «Kein Dinner für Sünder» wird eine Ehefrau für einen Abend gesucht

Dominique Lysser, Tanja Krieg und Christoph Stapfer (v.l.) brillieren in «Kein Dinner für Sünder»

Dominique Lysser, Tanja Krieg und Christoph Stapfer (v.l.) brillieren in «Kein Dinner für Sünder»

Der Januar ist die Zeit für eine Komödie in der Mausefalle. Diesmal wird das Publikum mit «Kein Dinner für Sünder» überrascht.

Das Bühnenbild im Theater Mausefalle zeigt ein Wohn- und Esszimmer, ausgerüstet mit einem Sofa, Tisch und vier Stühlen, geschmackvoll und mit einem modernen Gemälde an der Wand. Da Besuchende des Stücks «Kein Dinner für Sünder» aber auch vier Türen ausmachen können, ist der Fall klar: Es wird Verwechslungen geben. Diese lassen zwar bis nach der Pause auf sich warten, sind dann aber umso turbulenter. Hier mehr in Details zu gehen, würde dem künftigen Publikum den Spass verderben.

Der 1931 geborene Autor Edward Taylor hat neben einigen Theaterstücken vor allem Serien für «BBC» (Radio und TV) geschrieben und versteht natürlich sein Handwerk, was auch «Job-Suey» ‑ so der Originaltitel des Stücks ‑ beweist. Seit 2005 wird die Komödie auch auf deutschen Bühnen mit grossem Erfolg gespielt.

Und darum geht es: Jim Watt, ein attraktiver Mittdreissiger und erfolgreicher Manager im Börsenmilieu, lebt seit zwei Jahren ohne Trauschein mit Helen Foster zusammen. Das Paar ist glücklich und zufrieden – oder zumindest fast, denn Helen hofft eigentlich immer noch darauf, dass Jim ihr einen Heiratsantrag macht. Jetzt lädt sich aber ein amerikanische Big Boss zum Dinner ein und dieser legt Wert auf einen sittlich einwandfreien Lebenswandel seiner Kaderangestellten. Eben hat er seinen Manager in Paris gefeuert, weil dieser nicht verheiratet war. In dieser Situation bittet Jim Helen, sich an diesem Abend für seine Ehefrau auszugeben. Helen ist masslos enttäuscht, nur für diesen Abend Ehefrau zu spielen und verlässt Jim. Dieser bleibt ratlos zurück. Er will schliesslich Karriere machen, aber ohne Ehefrau wird ihn der Big Boss in die Wüste schicken. Es muss also dringend eine Ehefrau her.

Eine überzeugende Besetzung

Bewundernswert die Leistung von Christoph Stapfer als Jim. Er steht von einigen Ausnahmen abgesehen praktisch immer auf der Bühne und seine Gestik vermag die Nervosität seiner Suche nach einer Ehefrau voll auszudrücken und der Text kommt fliessend und nonchalant daher.

Auch Dominique Lysser geht in ihrer Rolle auf. Sie verfügt glaubhaft über die Bandbreite von der anschmiegsamen Geliebten bis zur zornigen und herumtobenden, enttäuschten Helen.

Terri Pringle, Jims Sekretärin, kommt eigentlich nur ins Haus, um Jim einige Dokumente zur Unterschrift zu bringen. Aber könnte nicht sie für diesen Abend auch die Ehefrau spielen? Silvana Grellmann erfüllt das Klischee der braven Sekretärin und lässt durchblicken, dass sie auch eine andere Seite hat. Tanja Krieg besetzt die Rolle der Putzfrau Edna Chapman mit Bravour zwischen Trampel und Abgefeimtheit. Sollte sie am Ende Jims letzter Rettungsanker sein?

Schliesslich erscheinen die Amerikaner; Big Boss Bill McGregor und seine Ehefrau Nancy. Patrick Streit, welcher auch Regie führt, verkörpert Bill McGregor so, wie man sich einen auf Erfolg getrimmten amerikanischen CEO vorstellt. Seine ihm ergebene und ihm zudienende Ehefrau Nancy wird von Samira Oulouda charmant verkörpert.

Die für die Technik Verantwortlichen Alina Ebner und Rolf Kohler setzen das Geschehen stets ins rechte Licht. So kann denn die Komödie «Kein Dinner für Sünder» mit ihren wortreichen Anspielungen, ihrem Witz und einigen überraschenden Wendungen über die Bühne gehen und das Publikum zwei Stunden lang gut unterhalten. Langanhaltender Beifall belohnte schliesslich auch die schauspielerischen Leistungen.

Weitere Vorführdaten:
Freitag, 10. Januar, 20 Uhr; Sonntag, 12. Januar, 17 Uhr; Freitag und Samstag, 17. und 18. Januar, jeweils 20 Uhr

Meistgesehen

Artboard 1