Mit verschiedenen Highlights feierte die Kirchgemeinde Solothurn zusammen mit sieben anderen Gemeinden aus dem Leberberg, dem Wasseramt und dem Bucheggberg den dritten Bezirkskirchentag.

Die zwei Tage standen unter dem Motto «Du stellst meine Füsse auf weiten Raum». Der Psalm sollte die Besucher ermuntern, Vertrauen ins Leben zu haben und Schritte ins Unbekannte zu wagen.

Geschichtenerzähler mit Herz

«Die Kirche ist kein starres Gefüge. Wir wollen zeigen, dass darin auch Überraschungen und Vielfalt Platz haben.» Heidi Seiler von der Kirchgemeinde Solothurn verteilt am Marktstand vor dem Roten Turm Mailänderli, die der «Suppentag Grenchen» gebacken hat.

Die Märetbesucher bleiben vorübergehend stehen und lauschen den Liedern mit denen der Mädchenchor und die Kantorei auf sich aufmerksam machen. «Wir wollen die Neugier der Frühaufsteher und Langschläfer wecken und zeigen, dass Kirche nicht nur im Kirchenraum stattfindet», ergänzt Franziska Hofer die Worte ihrer Kollegin.

Während der Kirchentag in der Stadt bereits Spuren hinterlässt, bereitet man sich in der Kirche auf das Konzert des erfolgreichen Liedermachers Linard Bardill und seines Compagnons Bruno Brandenberger vor. Auf dem Programm steht die wundersame Geschichte von Wilhelm Tell, die voll bepackt ist mit Liedern zum Mitsingen und nachdenken.

Wo sonst gepredigt wird, stehen auch Kinder, die den Apfelschuss üben und lernen, dass die Schwächeren manchmal die Stärkeren sind und dass man Grossmäulern den Mund stopfen kann, indem man schlicht sagt: «Mit mir nicht.» Das Schmunzeln im Kirchenschiff ist beinahe hörbar und der tosende Applaus beweist: Hier steht ein Geschichtenerzähler auf der Kirchenbühne, der das Herz am rechten Fleck hat und mit Humor und Ironie andere für das Gute begeistern vermag.

Sinnesparcours für die Kinder

Während die Vorbereitungsarbeiten im Zelt zu Ende gehen, vergnügen sich dort bereits Kinder mit verbundenen Augen auf dem Sinnesparcours. Um alle Sinne zu wecken, tasten sich ihre Füsse über Steine, Stroh, Erbsen und Tannzapfen.

Um Füsse, Raum und Weite ging es auch beim ausgeschriebenen Fotowettbewerb. Über die schönsten der eingereichten Bilder kann man auf der Kirchenempore meditieren. «Es hat richtig Spass gemacht», sagt die Redaktorin des Kirchgemeindeblattes, Angelica Schorre, und präsentiert ein hübsches Fotoalbum, das ins Archiv des Kirchentages eingehen wird.

180 Freiwillige haben diesen innerhalb eines Jahres vorbereitet, 25 davon wirkten in verschiedenen Arbeitsgruppen mit, wo Ideen gesammelt und Hintergrundsarbeit geleistet wurde. «Unser Ziel war es, sich während zweier Tagen über die Generationen hinweg näher zu kommen, den Raum zu weiten und zu zeigen, dass die Kirche mehr ist, als bloss ein Gottesdienst», sagt Pfarrerin Alexandra Flury-Schölch. Sie hielt die Fäden in der Hand und ist davon überzeugt, dass der ausgewählte Psalm auch in die heutige Zeit übersetzt werden kann.

Gottesdienst mit Schauspielerin

Zum vielfältigen Programm gehörten auch Schnupperkurse in Salsa und Lindihop - viel Musik für die Jugend und Besinnliches für jedes Alter in Form von Klängen und Gebeten.
Fürs leibliche Wohl gabs am Samstagabend im Festzelt ein Raclette nach Walliser Art. Ein «Apéro riche» rundete am Sonntag nach dem Festgottesdienst das Programm ab.

Der gut besuchte Gottesdienst wurde von den teilnehmenden Kirchgemeinden sowie Pfarrer Samuel Stucki und der Schauspielerin Sara Capretti gestaltet und musikalisch umrahmt. Im Mittelpunkt stand der Film «Sternenberg», der ebenfalls über Menschen berichtet, die ihr Herz öffnen und ihrer Seele Raum geben.