St. Ursenkathedrale
In der Kathedrale entstehen 22 Kilometer «Fussweg» auf dem Gerüst

Die St. Ursenkathedrale soll für über 8 Millionen Franken restauriert und gereinigt werden. Ohne Gerüst können die Arbeiter jedoch nicht ihrem Job nachgehen. Über 22 Kilometer ziehen sich durch die Kirche. Nach Pfingsten beginnen die Arbeiten.

Wolfgang Wagmann
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 Eindrückliche Dimensionen des Gerüsts zur Innensanierung: Das Hauptgerüst hat eine Länge von 50 Metern. (Foto: Hanspeter Bärtschi)
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 15 LKW-Fahrten an Gerüstmaterial waren dafür nötig. (Foto: Hanspeter Bärtschi)
 Fast schon eine «michelangeleske» Arbeit: Der Auf- und Abbau des Gerüsts allein «dauert» zweieinhalb Mannjahre. (Foto: Hanspeter Bärtschi)
Der Innenraum der St. Ursenkathedrale ist eingerüstet
 Der höchste Punkt des Gerüsts liegt auf 42 Metern. (Foto: Hanspeter Bärtschi)
 Am 30. September 2012 – dem St. Ursentag – soll das Sanierungswerk vollbracht sein. (Foto: Hanspeter Bärtschi)
 Jesus blutet das Herz. (Foto: Wolfgang Wagmann)

Eindrückliche Dimensionen des Gerüsts zur Innensanierung: Das Hauptgerüst hat eine Länge von 50 Metern. (Foto: Hanspeter Bärtschi)

«Nach Pfingsten fangen die Arbeiten an.» Kirchgemeindepräsident Karl Heeb wirkt erleichtert. Noch müssen Gerüste erstellt werden, «rund 22 bis 23 Kilometer Gerüst können am Schluss begangen werden, ungefähr 18 haben wir schon», hat gestern Peter Huber, Geschäftsführer der W. Huber, Bedachungen und Gerüstbau AG, für uns vor Ort berechnet. Das Solothurner Traditionsunternehmen karrt in der Arbeitsgemeinschaft mit der Wiederkehr AG in Buchrain auf 15 Lastwagen-Fahrten 200 Tonnen Gerüstmaterial zur Kathedrale. «Der An- und Wegtransport plus die Montage und Demontage bedeuten einen Aufwand von zweieinhalb Mannjahren», erklärt Huber.

Den höchsten Punkt erreicht das Innengerüst unter der Kuppel mit 42 Metern, sonst liegt die Gerüsthöhe bei 20 Metern. 50 Meter lang ist das Hauptgerüst «und insgesamt haben wir 800 Meter Einmeter-Konsolen eingesetzt.» Beeindruckende Zahlen, die das ganze Ausmass der geplanten Reinigungs- und Restaurationsarbeiten aufzeigt, die Ende September 2012 inklusive der Gerüst-Demontage beendet sein sollen.

Die Oberflächenreinigung vom Russ, entstanden beim Brandanschlag vom 4. Januar, habe Vorrang, «im Juni und Juli werden mehrere Equipen im Einsatz sein», meint Kirchgemeindepräsident Karl Heeb, der den Wiedereröffnungstermin, den St. Ursentag am 30. September 2012, unbedingt einhalten will.

Wer an was wieviel bezahlt

3,5 Mio. kosten diese Reinigungsarbeiten, die durch die Versicherung abgedeckt sind. Am Montagabend hatte sich jedoch die Kirchgemeindeversammlung der Römisch-katholischen Kirchgemeinde mit einem Objektkredit von 4,5 Mio. zu befassen, welche die nicht gedeckte Gesamtrestauration kostet. «Dem Kredit wurde ohne Opposition bei zwei Enthaltungen zugestimmt», betont Karl Heeb. Von den 4,5 Mio. muss die Kirchgemeinde 3,3 Mio. selbst tragen, der Rest entfällt auf Beiträge der Denkmalpflege von Kanton (476 000 Franken) und Bund (352 000 Franken) sowie der Synode des Kantons Solothurn (367 000 Franken). Weiter hofft die Kirchgemeinde auf weitere Beiträge durch das Bistum, die Stadt, Stiftungen und die angelaufene Sammlung des Vereins Kathedrale St. Ursen, die bisher rund 200 000 Franken erbracht hat.

Von den 4,5 Mio. Franken Restaurationskosten werden gut 1,2 Mio. in die Gebäudetechnik und 550 000 Franken in die Beleuchtung gesteckt. «Dafür ist die Kathedrale dann auch in dieser Hinsicht wieder auf dem neuesten Stand», betont Karl Heeb. Nicht in den Reinigungskosten von 3,5 Mio. Franken und den Restaurationskosten von 4,5 Mio. Franken enthalten ist der Aufwand für die geplante Gestaltung des Chorraums (vgl. rechts). Ob damit die 10-Mio.-Grenze erreicht oder gar überschritten wird, lässt Heeb dagegen offen, das werde das Projekt zeigen. Bereits vor dem Brand, im Vorjahr budgetiert waren dagegen die Arbeiten aussen an der Ostfassade des Chors, an der westlichen Balustrade und die baldigen Arbeiten an der Freitreppe sowie die Dacharbeiten und die Orgelrestauration der Jesuitenkirche.