15 Bilder – teils verstörend, teils sich erschliessend, doch alle von grosser malerischer Qualität – sind momentan in der Galerie Pierre an der St. Urbangasse zu sehen. Es sind Arbeiten des 2017 mit dem Preis für Malerei des Kantons Solothurn ausgezeichneten Gregor Lanz (*1962), der in Zürich geboren wurde und in Welschenrohr lebt und arbeitet.

Der grösste Teil der hier gezeigten Arbeiten sind collage-artig zusammengesetzt. Da werden Gesichter, Silhouetten, ein Fisch, ein Revolver, ein Stück Speck, eine Fläche gemalt und ausgeschnitten und zusammen zu einem Bild komponiert. Auf den ersten Blick erschliessen sich für den Betrachter die Arbeiten nicht und auch die vom Künstler angebrachten Titel schaffen es nicht gleich, den Sinn und Hintergrund eines jeden Bildes zu verstehen. Es muss sich hier um die ganz eigene Gedankenwelt des Künstlers handeln, und genau das macht den Reiz dieser Arbeiten aus. Wie nun also diese Bilder ansehen?

Lanz versetzt den Betrachter in seine eigene, surreale Welt, lässt ihn rätseln und nachdenken. Immer wieder kommt der Künstler selbst als Figur oder Fratze auf seinen Bildern vor. Schonungslos und schutzlos gibt er sein gedankliches Inneres auf seinen Bildern preis. Dennoch bleiben Fragen. Ist es Gesellschaftskritik, Politik, psychologische Befindlichkeit? Es ist ein Angebot des Künstlers an sein Publikum, in seine Welt einzutauchen. Ob man dies auf langsame und gedanklich intensive Art macht, oder reflexartig, wie in einem schnell geschnittenen Videofilm, bei dem sich nur einzelne Sequenzen ins Gehirn brennen. Alles ist möglich.

Alles im Fluss

Besondere Aufmerksamkeit ziehen die zwei grossformatigen Ölbilder, die den ganz eigenen Stil des Malers bezeugen. «Amadeus-Amadeus», heisst das eine, «Industrie 4.0» das andere und auf beiden sind Flüsse und unser oft gedankenloser Umgang damit zu erkennen. Diese beiden Werke offenbaren die grosse Mal-Meisterschaft des Gregor Lanz.

Galerist Pierre Sandoz berichtet, dass er schon seit längerer Zeit mit dem Künstler die Ausstellung abgemacht habe. Dieser habe aus seinem riesigen Fundus mitgebracht, was ihm passend erschien. Und er ist zufrieden mit dem Zuspruch, den diese Ausstellung bekommt. Denn mit Gregor Lanz’ Arbeiten muss man sich intensiv auseinandersetzen – am bestem im Gespräch mit anderen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Mai zu sehen. Öffnungszeiten: Do/Fr 14–18 Uhr; Sa 14–17 Uhr.