Solothurn
In der Galerie findet sich Gegenständliches neben Abstraktem

In der neuen Gruppenausstellung in der Solothurner Galerie ArteSol mit Walter Baumann, Stefan Grütter und Gérard Testa begegnen sich die Ausdrucksformen der Impression versus Intuition.

Hans R. Fröhlich
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Stefan Grütter (l.) und Walter Baumann in der Galerie ArteSol; es fehlt Gérard Testa.

Stefan Grütter (l.) und Walter Baumann in der Galerie ArteSol; es fehlt Gérard Testa.

Hans R. Fröhlich

Die Beschaulichkeit als Grundlage figurativer Kunst, das Festhalten objektbezogener Empfindungen hatte ihre letzte Bastion im Impressionismus. Der Fotoapparat mit seinem Glasauge übernahm, versprach dokumentarische Treue und drängte die Kunst in die Abstraktion. Dennoch finden immer noch viele Künstler ihre Wurzeln in der beseelten Beschaulichkeit mit dem Drang zur figurativen Darstellung. Auch Stefan Grütter aus Olten liebt das Schöne, die Natur und setzt das Gesehene in Landschaften und Städtebilder um. Malt mit dem Auge für das Auge.

Der 1957 in Basel geborene Künstler bildet sich nach dem Primarlehrpatent an der Schule für Gestaltung Basel weiter. Nach dem Zeichenlehrerdiplom ist er bis 1999 in der Erwachsenenbildung tätig und ist heute freischaffend. Grütter liebt die italienische Kultur und unternimmt viele Reisen in die Toskana, das Piemont und Venedig, wovon auch seine Exponate in Aquarell- und Öltechnik zeugen. Letztere verwendet Grütter als Experimentierfeld, indem er gewisse Arbeiten mit weissen Wischspuren verbrämt und damit die Dominanz des Formalen reduziert, bei einigen Zeichnungen hinter globalen Schraffuren versteckt und den Aquarellen eine Skizzenhaftigkeit verleiht.

Warme Farben im Einsatz

Im Gegensatz dazu die abstrakten Gemälde (Acryl auf Leinwand) von Gérard Testa. Die ungegenständlichen intuitiv erfassten Darstellungen zeigen formal einheitlich rechteckige Bildformate. Einige Formeinheiten weisen auf einen collageartigen Aufbau hin – mit teilweisem Einschluss figurativer Fragmente. Testa verwendet vorwiegend warme Farben, die er sowohl ausgewogen als auch in extremen Hell-/Dunkel- Werten gegenüberstellt. Der 1951 geborene Künstler lebt und arbeitet in Marokko und in Frankreich. Seine Ausstellungstätigkeit beginnt 1974 in zahlreichen Galerien und Institutionen in verschiedenen Ländern.

Mit seinen Eisenskulpturen will Walter Baumann aus Bolligen Emotionen und Gefühle zum Ausdruck bringen. «Objects trouvés» oder Skulpturen mit verrostetem Schrott, wie er sich ausdrückt, sind nicht sein Ding, sondern gestalterisch zu arbeiten ist seine Leidenschaft. Sein Ziel ist etwas zu kreieren, um damit dem Betrachter Freude zu bereiten. Schwungvolle lineare Formen oder parallele Wellenlinien auf einer und derselben vertikalen Ebene vermitteln stets Bewegung und eine zuversichtliche Stimmung. Dazu gehören auch leuchtend farbige Akzente. Mit dem Schattenwurf auf eine Wand wird zuweilen eine dritte Dimension vorgetäuscht. In Bürglen aufgewachsen machte Walter Baumann vorerst eine Mechanikerlehre und bildete sich dann in Zürich am Abendtechnikum zum Ingenieur HTL aus. Nach sechs Jahren als Betriebswirtschafter in den USA arbeitete Baumann während zehn Jahren in Bern bei IBM. 1972 entstehen erste Arbeiten in Eisen, und seit 1994 ist er freischaffender Künstler.

ArteSol Samstag-Apéro: 21. Februar, 11 Uhr; Finissage: Sa, 28. Februar, 11–16 Uhr.