Solothurn
In der Galerie ArteSol treffen zwei Welten aufeinander

In ihrer Ausstellung in der Galerie ArteSol loten Christine Supersaxo mit Glasskulpturen und Phil Andrey Zanoulou alias Pirmin Zimmermann mit «Bildern im Licht» unterschiedliche Betonungen der Funktion der Lichtführung aus.

Hans R. Fröhlich
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Phil Andrey und Christine Supersaxo stellen ihre Werke im Vigierhof aus.

Phil Andrey und Christine Supersaxo stellen ihre Werke im Vigierhof aus.

Hans R. Fröhlich

Die Glasskulpturen von Christine Supersaxo sind jeweils in einem langen Arbeitsprozess aus einheitlich dimensionierten viereckigen kleinen Glasscheibchen vertikal, abgetreppt oder gewendelt geschichtet und verklebt. Die so entstehenden architektonischen Gebilde erfahren oft während des Arbeitsprozesses spontan intuitive Abweichungen vom ursprünglichen Plan.

Die aufwendige Arbeit beginnt schon mit dem Schneiden der gewünschten Zahl meist kongruenter Scheibchen und dem Schleifen oder Kröseln der Kanten. Nach dem Kleben mit einem hochtransparenten UV-Leim folgt in minuziöser Kleinarbeit das Entfernen der Überschüsse, damit das Glas seine Leuchtkraft zurückerhält.

Christine Supersaxo, nach der Frühpensionierung vom Tessin nach La Chaux-de-Fonds übersiedelt, zeigt eine Reihe fantasievoller Glasskulpturen mit zum Teil inhärenten harmonischen Negativformen. Ein besonderer Effekt erscheint bei abgetreppten Schrägen, wo bedingt durch die analoge Rückseite scheinbar eine Treppe in eine tiefere Etage sichtbar wird.

Ferngesteuerte Farbwechsel

Im Unterschied zu einfachen Tageslichteffekten benutzt Phil Andrey Zanoulou in seinem Zyklus «Edition Illuminati» für jedes Bild motivbezogene eingebaute LED-Lichtleisten mit ferngesteuertem Farbwechsel und Dimmer. Die Arbeiten bestechen durch ihre lebendige Ausdruckskraft und individuell spielerisch steuerbare Variabilität.

Zanoulou versteht es fast durchwegs, in seinen Bildern einmalige Situationen einzufangen und je nachdem das Motiv oder das Umfeld durch die Illumination hervorzuheben. In der Bildreihe «Aqua Homine» finden Mensch und Wasser zusammen.

Am Beispiel eines wechselnd tuchbedeckten weiblichen Aktes sind auf der Basis von fotografischen Aufnahmen mittels Unschärfe und rätselhaften Perspektiven kombiniert mit Texturverfremdungen faszinierende Werke entstanden. Andere Arbeiten sind mit einer Balletttänzerin in einer Tanz-Choreografie fotografiert und verfremdet umgesetzt worden.

Der in Luzern arbeitende Künstler hat 1994 nach einem Informatikstudium die Faszination der Fotografie entdeckt und sich auf autodidaktischem Weg und in diversen Workshops bei renommierten Künstlern mit dem Körper und der Kunst auseinandergesetzt.

Öffnungszeiten: Mittwoch/Donnerstag/Freitag 14.30 bis 17 Uhr, Samstag 11 bis 16 Uhr und auf Vereinbarung. www.artesol.ch. Apéro: Samstag, 1. Februar, 11 Uhr. Finissage: Samstag, 8. Februar, 11 bis16 Uhr.

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