Solothurn

In der Freitagsgalerie werden Szenen gezeigt, die aufschrecken

Beeindruckende Keramik-Objekte in der Freitagsgalerie.

Beeindruckende Keramik-Objekte in der Freitagsgalerie.

Elisabeth Strässle zeigt in der Freitagsgalerie in Solothurn Arbeiten aus dem früheren Schaffen.

In der Freitagsgalerie bei Rolf Imhof zeigt die Malerin Elisabeth Strässle für einmal eine andere Facette ihres künstlerischen Schaffens.

Auf einem Tisch, welchen sie mit einer Gipsplatte bedeckt hat, sind kleine Skulpturen und Objekte zu entdecken, welche die Künstlerin schon vor zehn Jahren geschaffen hat, die jedoch eine noch immer brennende Aktualität beinhalten.

Vom Bild zur Keramik

«Ein Jahr lang, zwischen 2005 und 2006, schaute ich mir fast exzessiv News-Sendungen im Fernsehen an», erzählt die Künstlerin. Statt einer Reise habe sie sich entschieden, via Bildschirm in die Ferne zu schweifen. Doch was Elisabeth Strässle in diesem Jahr in den Nachrichten-Sendungen entdeckte, hatte so gar nichts mit einer erholsamen Ferienreise zu tun.

Es war die nackte, brutale Wirklichkeit: kriegerische Konflikte, Gewalt an Unschuldigen, Hungersnöte, Flüchtlingslager. «Eigentlich das Gleiche, was wir heute immer noch – und gar noch vermehrt – in den News zu sehen und zu hören bekommen», sagt sie. Gleiche Tragödien, gleiche brutale Wirklichkeit, teils in den gleichen, teils in anderen Ländern als noch vor zehn Jahren. Sie sei damals fast selbst zur News-Journalistin geworden, meint Strässle rückblickend. «Ich begann, Nachrichten zu analysieren, Meinungen zu filtern, Bilder wiederzuerkennen.»

Diese Bilder des Schreckens hat die Künstlerin dann auf ihre ganz eigene Art und Weise verarbeitet. Sie fotografierte die vielen Szenen vom Bildschirm ab und schuf daraufhin eine grosse Anzahl von Kleinskulpturen und -objekten aus Keramik. Auch wenn sie nicht eins zu eins die Fernseh-Sequenzen wiedergeben, hat Strässle aus Ton die Zerstörung, das Chaos und das menschliche Leid zum Ausdruck gebracht.

Es sei erschreckend, dass diese Objekte heute noch immer das zeigen, was wir tagtäglich in den News zu sehen bekommen, meint sie. «Ich finde gar, dass die Leute heute diese Arbeit noch besser verstehen als vor zehn Jahren.» Passend zu den Objekten auf dem Tisch und in einer Wandnische sind an den Wänden drei grosse Ölgemälde in Erdtönen zu sehen, sodass diese Arbeiten zu einer einzigen Rauminstallation verschmelzen.

Geöffnet: Jeweils 14 bis 20 Uhr bis am 16. April. Karfreitag geschlossen.

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