Quer durch Solothurn
In der Dämmerung rasten die Stafetten durch Solothurn

Nicht weniger als 106 Stafettenteams nahmen am 41. Quer durch Solothurn teil, was einen markanten Rekord darstellt. OK-Präsident Markkus Knellwolf zeigt sich zufrieden.

Hans Peter Schläfli
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Quer durch Solothurn

Hans Peter Schläfli

Einfach wie wild drauflosrennen dürfen, Mami und Papi hinter her, und dann auch noch dafür gelobt werden und den Applaus von hunderten Leuten geniessen zu dürfen: Am Freitagabend war Solothurn das Paradies für die ganz Kleinen. Das traditionsreiche Quer durch Solothurn begann mit einer MuKi/VaKi-Stafette, an die Kinder mitmachen durften, die noch gar nicht so lange gehen können. «Vermutlich begreifen noch nicht alle, was eigentlich abgeht, aber sie haben riesig Spass», sagte der Solothurner Familienvater Ralph Möll, der Frau und Kinder auf dem Märetplatz «coachte».

Nicht weniger als 106 Stafettenteams nahmen am 41. Quer durch Solothurn teil, was einen markanten Rekord darstellt. «Wir haben diesmal Doppelstarts erlaubt», erklärte OK-Präsident Markus Knellwolf, «wenn kurzfristig ein Läufer ausfiel, konnte dieser so leicht ersetzt werden. So mussten keine Teams kurzfristig zurückziehen.»

Stafetten wurden mit Dämmerung rasanter

Lichtgeschwindigkeit wird in der absoluten Dunkelheit erreicht. Diese revolutionäre These, die die Welt der modernen Quantenphysik in «Big Bang»-Manier über den Haufen werfen könnte, wurde im verlauf des Abends auf den Prüfstand geführt. Und tatsächlich: Mit zunehmender Dämmerung wurden in Solothurn die Stafetten immer rasanter.

Erst ganz am Schluss konnte die gewagte These definitiv verworfen werden. Nach der Kategorie der Aktiven, bei der einige starke Leistungssportler durch die Stadt sprinteten, kamen dann noch die Plauschläufer an die Reihe. Und obwohl Solothurn schon fast in kompletter Dunkelheit versunken war, erreichten diese "Elementarteilchen" bei weitem nicht mehr Lichtgeschwindigkeit. Im Gegenteil: Einige der bekannten Solothurner Persönlichkeiten schleppten mehr keuchend als rennend den Stab bis zur nächsten Stafettenübergabe. Aber die Hauptsache war: Spass hatten sie alle.

1970 wurde das Quer durch Solothurn, das bereits vor dem zweiten Weltkrieg existiert hatte, von Fritz Fichtner wieder zum Leben erweckt. Und der freute sich über das sportliche Fest: "Das ist ganz toll und genau das, was ich mir damals gewünscht hatte." Dass es nur Stafettenrennen gibt und keine Einzelsieger, habe seinen Grund: «Beim Quer durch Solothurn sollen Teamgeist und Freundschaft gefördert werden.»

Quer wird von eigenem Verein getragem

Mittlerweile wird das Quer durch Solothurn von einem eigenen Verein getragen und die etwas über 30 freiwilligen Helfer können aus den verschiedenen Turn- und Sportvereinen der ganzen Region rekrutiert werden. Der Sieger bei den Aktiven hiess wieder einmal TV Eriswil, der seit 12 Jahren auch den Streckenrekord hält. Einen neuen Rekord lief die Staffel des TV Welschenrohr in der Kategorie K für Schülerinnen und Schüler mit Jahrgang 2003 und jünger.

Die Reihen der Zuschauer waren diesmal aber deutlich weniger dicht gedrängt als auch schon. Auch das war leicht zu erklären. Markus Knellwolf: «Das Freundschaftsspiel zwischen Basel und Kaiserslautern im Stadion und das WM-Qualifikationsspiel der Schweiz waren diesmal eine grosse Konkurrenz.» Doch weil sowieso kein Eintritt verlangt wird, ist die nächste Auflage nicht in Gefahr. Das 42. Quer durch Solothurn wird am 6. September 2013 stattfinden.

Resultate und weitere Infos: www.querdurch.ch