Sommerferien
In den Solothurner Schulhäusern steht die Putzkolonne im Einsatz

Derzeit werden die Schulhäuser auf Vordermann gebracht. Wir schauten der Putzkolonne im Solothurner Schulhaus Brühl und deren Chef Damiano Ravicini über die Schulter.

Fränzi Rüti-Saner
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Schulhausputz im Brühl
12 Bilder
Jeder Stuhl wird einzeln gründlich gereinigt
Auch das, was nur mit der Leiter erreichbar ist, muss geputzt werden.
Der Boden glänzt wieder.
Auch die Fenster müssen sauber werden.
Um an die Decke zu kommen, braucht es eine Leiter - nichts für Putzer mit Höhenangst.
Die grosse Leiter wird aufgestellt - ein Kraftakt.
Putzete im Solothurner Schulhaus Brühl
Kein Fleck entgeht ihrem Blick.
Dieser Raum ist fertig geputzt. Auf zum nächsten!
Während dem Schuljahr kann sich ganz schön viel Staub ansammeln.
Damiano Ravincini, Hauswart im Schulhaus Brühl.

Schulhausputz im Brühl

Hanspeter Bärtschi

Normalerweise hat Damiano Ravicini, Hauswart im Schulhaus Brühl in Solothurn, vier Personen unter sich. Dann, wenn andere Betriebe wegen der Ferien auf Teile ihres Personalbestandes verzichten müssen, stockt Ravicini aber sein Personal auf.

Gut ein Dutzend Leute sind eine Woche daran, die rund 20 Schulzimmer und alle anderen Räume des Schulhauses Brühl in Solothurn zu putzen. Ravicini ist in der Stadt Solothurn auch noch für die Hauswart-Arbeit im Schulhaus Wildbach zuständig.

«Auch dort wird in der ersten Ferienwoche mit vier zusätzlichen Leuten geputzt», sagt er. Ravicinis Arbeitgeber, die Schuldirektion Solothurn, ist vertrauensvoll und überlässt ihm die Organisation der «Putzkolonne», die er während des Schulhausputzes einsetzen will. Der gelernte Elektromechaniker weiss schliesslich, wie das geht. Denn er macht das seit 1992; seit Bestehen des Schulhauses Brühl.

Das Schulhaus wird aber nicht nur während der Sommerferien geputzt. Ravicini: «Wir putzen natürlich laufend unter der Woche während des Schulbetriebes zweimal.» In den Frühlingsferien kommt jeweils der Aussenbereich intensiver inklusive Fensterscheiben von aussen, dran. In den Sommerferien dann werden die Schulzimmer, die Gänge und alles andere von oben bis unten, von der Decke bis zum Boden, gründlich gereinigt.

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Rund eine Woche lang ist das Team mit den Putzarbeiten beschäftigt. «Ein solcher gründlicher Putz ist einfach nötig», sagt Ravicini. «Es hat mit Sauberkeit und Hygiene zu tun, aber auch damit, den Wert des Gebäudes zu erhalten.»

Oftmals kommen in dieser Zeit auch Handwerker vorbei, um Fehlerhaftes am Gebäude auszubessern. Ehemalige Schüler und Studenten bilden ein eingeschworenes Putzteam, sagt Ravicini. «Viele sind schon länger mit dabei. Sie sagen es untereinander weiter und melden sich dann bei mir», so der Hauswart.

«Ich habe in all den Jahren noch nie ein Inserat schalten müssen. Im Gegenteil: Eher musste ich Leute vertrösten, die putzen kommen wollten.» Es gebe halt auch weniger andere Ferienjobs als früher, meint er weiter. So sei das immer noch grosse Interesse am Schulhaus-Putzen auch zu erklären.

Am Montag dieser Woche ging es mit der «Putzete» los. «Zuerst gibts einen kleinen Crash-Kurs im Putzen, bei dem vor allem auch Sicherheitsaspekte angeschaut werden», so Ravicini.

Dann wird mit Putzlappen, Schaber, Wassersauger, Staubsauger und Reinigungsmitteln hantiert. Die Schüler und Lehrer mussten in der letzten Schulwoche ihre Zimmer gut aufräumen, alles lose Material irgendwo verstauen, die Dekorationen wegnehmen. «Sonst kann ich nicht garantieren, dass es nach dem Putzmarathon noch am gleichen Ort aufzufinden ist», meint der Hauswart verschmitzt.