Von Komödien über Tragödien bis hin zu Sketches: Im Theater Mausefalle wurden insgesamt bereits mehr als 200 Stücke inszeniert. Kein Wunder, verspürt Rudolf Fischer (76), der Gründer des Theaters, einen gewissen Stolz: «Es freut mich natürlich sehr, dass das Theater Mausefalle Solothurn nach 25 Jahren noch immer besteht, dass es nach wie vor vielen jungen Spielerinnen und Spielern Gelegenheit bietet, auf der Bühne zu agieren, und dass das Theater weiterhin mit einem vielfältigen Programm das kulturelle Leben Solothurns bereichert.»

Auch diese Saison nimmt das Theater wieder die unterschiedlichsten Genres ins Programm auf. Mit «Lügen haben junge Beine» wird zum Silvester traditionellerweise eine Komödie zu sehen sein. Daneben werden aber zum Beispiel auch das Drama «Die geschlossene Gesellschaft» von Jean-Paul Sartre oder der Märchenklassiker «D’Schneekönigin» von Hans Christian Andersen auf die Bühne gebracht.

Über das ganze Jahr hinweg wird zudem das Jubiläum gefeiert. Neben diversen kleinen Aktionen, wie etwa Gratisgetränken für jeden 25. Besucher, ist zusätzlich eine opulente Saisoneröffnung geplant. Beim Stück «Hosenflattern», das am Freitagabend die Saison einläutet, sollen auch geladene Gäste vor Ort sein, erklärt der 25-jährige Vereinspräsident Johnny Sollberger. «Wir veranstalten ein Apéro für unsere Sponsoren, welche uns den Umbau unseres Foyers ermöglicht haben und auch sonst das ganze Jahr über für uns da sind. Es soll ein Dankesfest unter Freunden werden».

Umbauprojekt in Eigenregie

Während der letzten zwei Monate wurde dem Theater ein neuer Anstrich verpasst. So erscheint das Foyer seit Anfang dieses Monats im Industrie-Stil. Weiter wurde der Aussen- und Eingangsbereich im neuen Design gestaltet. Sämtliche Arbeiten wurden dabei von den Vereinsmitgliedern in Eigenregie ausgeführt.

Begeistert über das fertige Resultat ist Remo Streit (33), der in den Jahren 2010 bis 2015 Präsident des Theaters war. «Mir gefallen nicht nur die Einrichtung und das Design, sondern auch was dieser Umbau für das Theater bedeutet: Nachdem wir 2012 bereits Hunderte Stunden Fronarbeit in den Umzug nach Zuchwil investiert haben, konnten wir jetzt zeigen, dass immer noch dasselbe Engagement vorhanden ist und wir als Verein immer noch motiviert sind, unser Theater ständig weiterzuentwickeln. So viel Manpower ist sicherlich nicht selbstverständlich, und das spürt auch unser Publikum», so Streit.

Von Orts- und Namenswechseln

Das aktuelle Umbauprojekt ist also nur eine von zahlreichen Etappen, die das Theater bisher durchlebte. Die Geschichte des Theaters beginnt nämlich schon im Jahr 1984, als Rudolf Fischer, ehemaliger Kantonsschullehrer in Solothurn, mit Maturanden der Kantonsschule die «Schauspielgruppe Fischer» gegründet hat. 1993 wird schliesslich mit der Eröffnung des Theaters Mausefalle Solothurn eine eigene Theaterlokalität verwirklicht.

Drei Jahre später, 1996, wird die «Schauspielgruppe Fischer» zum Schauspielerensemble «Teatro Mobile» und im Sommer 2009 wurde schliesslich der Verein Theater Mausefalle Solothurn gegründet. Im Jahr 2012 schliesslich stand der von Streit angesprochene Umzug von Solothurn nach Zuchwil an. Im ehemaligen Personalrestaurant der Sulzer AG, sah der Verein eine geeignetere Lokalität.

so-talk mit Dr. Rudolf Fischer, Gründer Theater Mausefalle Solothurn