Telefonie / Internet / Fernsehen
Immer öfter geht es darum, einander Kunden abzujagen

Die Gemeinschaftsantenne Weissenstein konnte in den letzten Jahren im Internet-Bereich stark zulegen. Trotzdem konnte sich auch die Swisscom in der Region Solothurn etablieren. So herrscht ein reger Konkurrenzkampf zwischen den beiden Anbietern.

Wolfgang Wagmann
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Das Glasfasernetz in der Region wird massiv ausgebaut.

Das Glasfasernetz in der Region wird massiv ausgebaut.

Zur Verfügung gestellt

Die Gemeindevertreter oder Gesellschafter der Gemeinschaftsantenne Weissenstein GAW hörten im Alten Spital vor allem eine Botschaft von Geschäftsführer Marcel Eheim: «Der Wachstumsrückgang ist nicht so schlimm wie befürchtet, und auch der Verlust an Basiskunden hält sich in Grenzen.» Denn im Geschäft um Telefonie-, Internet und TV-Kunden wird zunehmend mit harten Bandagen gekämpft.

Oder wie sich GAW-Präsident Walter Keller pointiert ausdrückte: «Wir sind in einem Verdrängungsmarkt. Die Swisscom versucht uns TV-Kunden wegzunehmen, wir nehmen ihnen Internet-Kunden weg.»

Oder anders ausgedrückt: In der Region würden sich mittelfristig auf diesem Markt zwei Anbieter durchsetzen. Die GAW habe allerdings in den letzten Jahren im Internet-Bereich stark zugelegt – waren es im Jahr 2007 noch gerade 7 bis 8 Prozent Marktanteil in der Region gewesen, so steht man jetzt auch laut Marcel Eheim an der 31-Prozent-Marke. «Das sind insgesamt 12 240 Kunden.» Diese schätzten dagegen zunehmend ein Gesamtpaket oder «whole in one», merkte Walter Keller an.

Digital-TV ist in

«Für 80 Prozent unserer Kunden gehört Digital-Fernsehen inzwischen zum Standard», machte Geschäftsführer Eheim im GAW-Jahresbericht einen weiteren Trend aus. Die Senderumstellung vom 6. Mai habe gut bewältigt werden können, denn die GAW hatten mit ihrem neuen Homeservice (wir berichteten) immerhin rund 500 Kundinnen und Kunden digital auf die Sprünge geholfen.

Nach Anfangsproblemen habe sich auch das interaktive Fernsehen, «Verte» genannt, stark entwickelt. Dies dank beliebten Replay-Technik mit der Freeze-24-Funktion. «Das interaktive Fernsehen ist definitiv erwachsen geworden», wird im Geschäftsbericht angesichts eines Wachstums von 62 Prozent festgestellt.

Gewachsen ist auch die Zahl der Pay-TV-Kunden im letzten Jahr um 700, «damit nutzt jeder vierte DTV-Kunde auch Pay-TV-Angebote, so Eheim. Im weiteren sei das Pay-Angebot auch 2013 laufend ausgebaut worden.

Glasfaserausbau mit Swisscom

Trotz der gegenseitigen Kundenjagd kann die GAW auch auf eine Kooperation mit der Konkurrentin Swisscom verweisen. Nach einem ausgehandelten Vertrag baut die Swisscom das Glasfasernetz in Solothurn, die GAW dagegen dieses in den Gemeinden Zuchwil, Biberist und Langendorf. Damit werden in den nächsten fünf Jahren rund 8000 Liegenschaften mit Glasfaser erschlossen.

Was WLAN beweisen kann

Auf grosses Interesse stiess diesen Frühling die Einführung von WLAN in Teilen der Stadt Solothurn, so vor allem im Bahnhofbereich, im «Ypsilon» der Altstadt und am Landhausquai.

«Zwar können wir mit dem Angebot kaum Geld verdienen, da es bekanntlich gratis ist», meinte Marcel Eheim. Trotzdem werde die GAW das Projekt fortführen, merkte der Geschäftsführer im Hinblick auf zukünftige WLAN-Aktivitäten an. Auch andere Gemeinden ausserhalb der Stadt könnten an belebten Plätzen, beispielsweise in Badis, vom drahtlosen Internet profitieren.

Besonders interessant seien aber speziell für das Gewerbe oder Tourismuskreise die Zahlen, welche durch die WLAN-Benützung im fraglichen Gebiet generiert werden konnten.

«So stellten wir am Märetfescht aufgrund der Benutzung in Solothurn 17 000 Personen fest. Und da nicht alle so ein Gerät auf sich tragen, dürfte die publizierte Zahl von rund 20 000 Festbesucherinnen und Festbesuchern durchaus hinkommen», bemerkte Eheim. WLAN leiste übrigens ähnlich gute Dienste bei der Datenerhebung von Gästen im Kurhaus Weissenstein.

Mit Einblicken in die Sponsoring-Tätigkeit für die neue Seilbahn Weissenstein und Neuerungen im GAW-Veranstaltungskalender Sogenda rundete der Geschäftsführer seinen Tour d’ Horizon ab.

Aufsichtsrat bestätigt

Bestätigt wurde auch der bisherige Vorstand der Gemeinschaftsantenne Weissenstein GAW. Nebst Präsident Walter Keller (Lohn-Ammannsegg) gehören ihm weiter an: Romano Ferrari (Bellach), Hans-Ulrich Müller (Gerlafingen), Dominik Portmann (Biberist), Beat Stirnimann (Lausen) und Hans Weyermann (Utzenstorf). Ansonsten passierten die statutarischen Geschäfte ohne Wortmeldung.

Marcel Eheim übergibt den Wanderpreis an Ruedi Fischer.ww

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www.ag.ch

Nur Langendorfs Gemeindepräsident Hanspeter Berger regte angesichts der Telefonkosten von über 10 000 Franken pro Jahr an, die GAW möge doch eine kostengünstigere Lösung für Gemeinden prüfen.